Unschuld erwiesen Renault entschuldigt sich bei vermeintlichen Industriespionen

Sie wurden der Industriespionage verdächtigt - jetzt sind die rehabilitiert: Der Vorstand von Renault hat sich jetzt offiziell bei drei Managern entschuldigt, die er wegen Geheimnisverrats fristlos entlassen hatte.

Renaul-Chef Ghosn: Schnellstmögliche Wiedergutmachung versprochen
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Renaul-Chef Ghosn: Schnellstmögliche Wiedergutmachung versprochen


Paris - Nach der vermeintlichen Industriespionage bei Renault hat sich der französische Autobauer in aller Form bei den drei Managern entschuldigt, die er im Januar entlassen hatte. Das Unternehmen gab am Montag zu, dass es die Führungskräfte "fälschlicherweise" beschuldigt hatte. Konzernchef Carlos Ghosn und Markenchef Patrick Pélata baten sie "persönlich und im Namen von Renault" um Entschuldigung und versprachen ihnen schnellstmögliche Wiedergutmachung. Der Autobauer hatte die Manager bezichtigt, firmeninternes Wissen weitergegeben und dafür Bestechungsgelder auf ausländischen Konten eingestrichen zu haben. Hinter vorgehaltener Hand hatte es im Januar geheißen, die Führungskräfte hätten für China spioniert, was die chinesische Regierung zu entschiedenem Widerspruch veranlasste.

Nachdem sich der französische Inlandsgeheimdienst und die Staatsanwaltschaft in die Ermittlungen einschalteten, stellte sich heraus, dass die Manager möglicherweise von einem Kollegen angeschwärzt wurden, der wiederum Renault betrügen wollte: Ein leitender Mitarbeiter der Sicherheitsabteilung habe den Vorwurf der Spionage aufgebracht, indem er sich auf einen anonymen Informanten berief, hieß es in Ermittlerkreisen. Renault bezahlte über den Mittelsmann in der Sicherheitsabteilung angeblich eine Viertelmillion Euro an den Informanten - den es offenbar gar nicht gab, wie die Ermittler feststellten. Die Polizei nahm den Manager aus der Sicherheitsabteilung am Freitag fest, als er sich nach Guinea absetzen wollte. Die Staatsanwaltschaft leitete noch am Wochenende ein Ermittlungsverfahren gegen den Mann ein.

mik/AFP



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KobiDror 15.03.2011
1. Bitte geben Sie keinen Titel für den Beitrag an!
Zitat von sysopSie wurden der Industriespionage verdächtigt - jetzt sind die rehabilitiert: Der vorstand von Renault hat sich offiziell bei drei Managern entschuldigt, die er wegen Geheimnisverrats fristlos entlassen hatte. Jetzt stellte sich heraus: es war eine perfide eingefädelte Intrige. http://www.spiegel.de/auto/aktuell/0,1518,750914,00.html
Und nun? Was sollen die 3 Manager jetzt machen? Ich würde nicht mehr zu Renault/Nissan gehen sondern mein Wissen woanders versilbern. Vielleicht im PSA Konzern? Da können sie wenigstens weiter französisch reden.
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