Urteil Smart darf Diesel nicht als umweltschonend bewerben

Der Winzling unter den Kleinwagen stößt gar nicht so winzige Emissionen aus: Die Diesel-Version des Smart darf DaimlerChrysler zukünftig nicht mehr als umweltschonend anpreisen. Ein Landgericht untersagte dem Konzern die irreführende Werbung.


Stuttgart – Die Werbung für den Smart muss umgeschrieben werden. Das Landgericht Stuttgart untersagte dem Konzern heute, zu schreiben, das kleine Stadtauto habe "extrem niedrige Emissionswerte", teilte die Deutsche Umwelthilfe, die gegen die DaimlerChrysler geklagt hatte, mit. Smart muss die Werbung demnach binnen zwei Wochen aus seinem Internet-Auftritt und aus allen anderen Werbungen entfernen. Bei jeder Zuwiderhandlung droht der DaimlerChrysler-Tochter demnach eine Geldstrafe von 7500 Euro.

Smart: Kleiner Flitzer, aber dennoch nicht umweltschonend

Smart: Kleiner Flitzer, aber dennoch nicht umweltschonend

Der Smart hat im Gegensatz zu vielen andern Diesel-Autos weiter keinen geschlossenen Rußpartikelfilter, sondern lediglich ein sogenanntes offenes System. Dieses reduziert den Feinstaub-Ausstoß weit weniger stark. So würde der Stadtwagen die ab 2009 geltende Euro-5-Norm der EU überschreiten.

Ein DaimlerChrysler-Sprecher wies darauf hin, dass man bei der Konstruktion des neuen Smart der Vermeidung von CO2 Vorrang gegeben habe. Hier sei die Dieselversion mit nur 88 Gramm CO2 pro Kilometer das sauberste Großserien-Auto der Welt. Der voll wirksame Dieselpartikelfilter werde - wie schon seit längerem bekannt - im Jahr 2008 eingebaut.

abl/AFP/dpa

Richtigstellung: Wir hatten berichtet, dass in vielen deutschen Städten bald Fahrverbote gelten sollen, laut denen Autos, die die Euro-5-Norm nicht erfüllen, nicht mehr in Innenstädte fahren dürfen. Das ist falsch. Nach Angaben des Bundesumweltamtes erhalten nur Dieselfahrzeuge nach Euro 1 ohne Partikelfilter und Otto-Pkw ohne Katalysator nach der neuen Kennzeichnungsverordnung keine Erlaubnis für die sogenannten Umweltzonen.



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