US-Studie Telefonieren am Steuer wirkt wie Alkohol

In Deutschland dürfen Autofahrer nur mit Freisprechanlage am Steuer telefonieren. Doch neuen Forschungen zufolge werden sie trotzdem zum Sicherheitsrisiko für sich und andere. Laut einer US-Studie fahren alle Mobiltelefonierer so unsicher wie Angetrunkene.


Hamburg - Die Psychologen der US-Universität von Utah in Salt Lake City stützten ihre Forschungen laut der Website der Bildungseinrichtung auf Versuche mit zahlreichen Testpersonen. Diese mussten mal mit einem Handy, mal über Freisprecheinrichtungen und mal mit einem Blutalkoholwert von 0,8 Promille im Fahrsimulator auf unerwartete Bremsmanöver ihres virtuellen Vordermannes reagieren.

Telefonieren am Steuer: Hohes Sicherheitsrisiko trotz Freisprechanlage?
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Telefonieren am Steuer: Hohes Sicherheitsrisiko trotz Freisprechanlage?

Die Ergebnisse waren überraschend: Die Tests zeigten, dass die Reaktion der Telefonierenden auf ähnliche Weise verlangsamt war wie unter Einwirkung von Alkohol. Dabei spielte es keine Rolle, ob das Mobiltelefon direkt ans Ohr gehalten oder das Gespräch über eine Freisprecheinrichtung geführt wurde.

"So wie man sich selbst und andere einem Risiko aussetzt, wenn man betrunken fährt, so gefährdet man auch sich und andere, wenn man am Steuer telefoniert. Der Grad der Beeinträchtigung ist sehr ähnlich", heißt es im Fazit der Studie, die im Wissenschaftsmagazin "Human Factors" veröffentlicht wird. Die Untersuchung bestätigte frühere Forschungen, denen zufolge die Ablenkung des Fahrers nicht in erster Linie darauf zurückzuführen ist, dasss er nur eine Hand am Steuer hat. Vielmehr ist demnach die Telefon-Konversation an sich dafür verantwortlich.

har



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