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Verbranntes Weltrekord-Auto: Brüderle lässt Wunderakku prüfen

Wirtschaftsminister Rainer Brüderle hat umfangreiches Tests am Weltrekord-Elektroauto Lekker-Mobil angeordnet. Mit einem speziellen Akku war der Wagen mit einer Ladung von München nach Berlin gefahren. Im Dezember war das Gefährt unter bislang ungeklärten Umständen verbrannt.

dpa

Berlin - Das Lekker-Mobil, ein Weltrekord-Elektroauto, das am 26. Oktober mit einer Akkuladung die Strecke von München nach Berlin zurücklegte, ist abgebrannt. Das Feuer ereignete sich bereits am 12. Dezember. Nach Angaben des Herstellers, die DBM Energy GmbH, habe sich der so genannte Kolibri-Akku nicht in dem Fahrzeug befunden.

Der ADAC hatte von dem Vorfall bereits kurz nach dem Feuer erfahren und DBM um eine Stellungnahme gebeten. Allerdings äußerte sich das Unternehmen erst am 17. Januar zu diesem Ereignis.

Der Automobilclub kritisiert seit längerem die Umstände der Rekordfahrt. So sei das Auto während der Fahrt von München nach Berlin einmal für rund 30 Minuten aus dem Blickfeld der Journalisten verschwunden. Zudem sei kein Notar dabei gewesen, auch habe es keine technische Abnahme des Fahrzeugs gegeben. Auch Hersteller wie Mercedes sehen in dem Lithium-Metall-Polymer-Akku keinen Durchbruch in Sachen Batterietechnik.

Bundeswirtschaftsminister Rainer Brüderle hingegen war entzückt und sprach von einer Meisterleistung. Doch jetzt scheint auch der FDP-Politiker zu zweifeln und hat die Untersuchung durch die Bundesanstalt für Materialsicherheit und -forschung (BAM) angeordnet.

Dabei werde die Sicherheit der Akkutechnik der Berliner Firma DBM Energy getestet, berichtete das Ministerium am Dienstag. Das Unternehmen hatte etwa 275.000 Euro an Fördermitteln von der Regierung erhalten.

Die BAM-Experten untersuchen Bestandteile der Rekordbatterie, etwa die verwendeten Einzelzellen. Außerdem wird durch die Behörde ein kompletter Akku zusammengebaut und getestet.

rom/dpa

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insgesamt 96 Beiträge
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1. Interessant: Pantone-Antrieb
2cv 18.01.2011
...für alle die, die mal einen ganz anderen Antriebsmechanismums studieren wollen - mit Zusatz von Wasser - sollten mal hier rein schauen: http://ami6.de/geet-pantone "...Benzinverbrauch senken um 50-70%: unmöglich?? - ein Blick auf die revolutionären Ideen von Paul Pantone und dem GEET (Global Environmental Energy Technology) Konzept..."
2. Betrug!
aldente 18.01.2011
---Zitat--- Das Unternehmen hatte etwa 275.000 Euro an Fördermitteln von der Regierung erhalten. ---Zitatende--- Naja, was sind schon 275.000 EUR? Damit kann man vielleicht die Kopierkosten abdecken und die Telefonrechnung bezahlen, mehr aber auch nicht. Alleine die Ermittlungen, die Brüderle jetzt durchführen lässt, dürften teurer sein. Also dass der Hersteller da eine winzige Menge Fördergeld abgezweigt hat, das halte ich für nicht so dramatisch, viel schlimmer finde ich die äußeren Umstände dieses "Weltrekords", und wie die Öffentlichkeit systematisch belogen wurde. VOR dieser angeblichen Weltrekords-Fahrt hätte man all die Prüfungen machen müssen, die der ADAC vorgeschlagen hat. Falls das Auto tatsächlich in der Lage gewesen wäre, diese Strecke mit einer Akku-Ladung zu fahren, so hätte DBM Energy sicherlich ein großes Interesse daran gehabt, alles sauber zu dokumentieren. Aber durch all diese Vertuschungen und Verneblungen hat man nur den Eindruck, dass der Weltrekord-Versuch nicht ganz koscher war. Rein technisch dürfte das mit diesem Auto (ohne Manipulationen) überhaupt nicht möglich gewesen sein. Das ist ungefähr so, als ob ich behaupte: "Ich kann alleine durch die Kraft meiner Gedanken eine Walnuss knacken. Guck mal kurz weg, dann mache ich das."
3. Aus Blei wird Gold
charly schorr 18.01.2011
mit diesem Versprechen hatten Alchemisten schon im Mittelalter versucht, Kohle zu machen. Im Fall der Elektromobilität ist es halt leider Unfug, Strom der im Bruchteil von Millisekunden vom Erzeugungsort zum Verbrauchsort fließt, total auszubremsen und in einem stundenlangen Prozess innerhalb eines Akkus, in chemisches Energiepotential zu verwandeln. Die Akkus stellen eine physikalisch unüberwindliche Hürde, für die technisch und wirtschaftlich sinnvolle Elektromobilität dar. Wie es funktionieren kann, ist auf www.schorr-power.net zu lesen. Abgeschaut von den Bahnen, wird in diesem Konzept der Strom mit einem intelligenten, induktiven Stromnetz in der Fahrbahn, in dem Moment ins Fahrzeug geleitet, wo dieses den Strom für die Erzeugung von Drehmoment, Beleuchtung usw. braucht. Die Bahnen machen es seit langem mit scheußlichen Oberleitungen, das schorr-power.net dagegen ist unsichtbar, wetter- und vandalismussicher und rentiert sich in allen Straßen mit einem halbwegs üblichen Verkehrsaufkommen. Es bedient sowohl PKW wie LKW. Bei Stromerzeugung durch erneuerbare Energien, macht es in Zukunft fossile Brennstoffe für den Straßenverkehr unnötig.
4. ?
brux 18.01.2011
Hier riecht es ganz komisch nach ... Subventionsbetrug.
5. Leider (noch) zu früh
Wolf im Wolfspelz 18.01.2011
@4: Es ist das gleiche Problem wie beim Transrapid. Die Idee, die Infrastruktur nicht herumzutransportieren (Teile des Antriebs/die Energiespeicherung), sondern in den Verkehrsweg zu installieren, scheitert an der vorhandenen Infrastruktur. Wir tun uns ja schon extrem schwer, mal 20km Autobahn zu verbreitern oder zu renovieren. Eine Versorgung - zumindest der Hauptverkehrstrassen und der Hauptdurchgangsstraßen durch die Städte wäre ein Eingriff, die der Allgemeinheit unzumutbar erscheint. Deshalb: Solche Ideen sind gut, aber nur in einem Schwellenland realisierbar - das dafür nicht annähernd genügend Geld hat.
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Autos in Europa
Hintergrund und Berechnungsgrundlage
Weltweit subventionieren etliche Länder saubere Autos. In China winken umgerechnet 6500 Euro, in den USA zwischen 1800 und 5300 Euro und in Japan sogar bis zu 11.500 Euro. In Deutschland gibt es bislang keine Förderung. Wie und wo in Europa Autos mit besonders geringem CO2-Ausstoß bezuschusst werden, zeigt die Zusammenstellung von SPIEGEL ONLINE. Als Referenzmodell bei Steuervergleichen diente ein Mercedes B 180 mit einem CO2-Ausstoß von 152 g/km.

Österreich
Österreich: Befreiung von der einmaligen Verbrauchsabgabe (1602 Euro) und der Kfz-Steuer (403 Euro pro Jahr).
Norwegen
Fahrer von Elektroautos dürfen die Bus- und Taxispuren benutzen, und zudem sind alle Parkplätze kostenfrei.
Italien
1500 Euro Zuschuss für ein privat genutztes Elektroauto. Bei gewerblichen Fahrzeugen steigt der Bonus auf 4000 Euro. Stufenweiser Rabatt auf Kfz-Steuer in den ersten fünf Jahren (219 Euro pro Jahr).
Irland
50 Prozent Steuernachlass oder 2500 Euro Zuschuss für Fahrzeuge mit Hybrid- oder Flexfuel-Antrieb.
England
Ab 2011 sollen Käufer von Elektroautos mit einer Summe zwischen umgerechnet 2300 und 5000 Euro unterstützt werden - zunächst ist die Subvention begrenzt bis 2016.
Frankreich
2000 Euro Bonus für Hybrid-, Erd- oder Flüssiggasantrieb mit weniger als 140 g/km CO2-Ausstoß. 5000 Euro für alle Fahrzeuge mit weniger als 60 g/km. Gewerbliche Fahrzeuge werden zudem von der Dienstwagensteuer befreit (1250 Euro pro Jahr).

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Welche Typen von Elektroautos gibt es?
Reiner Elektroantrieb
Diese Fahrzeuge haben keinen klassischen Antriebsstrang mehr, der vom Motor die Bewegungsenergie auf die Räder überträgt. Stattdessen sind in den Radnaben Elektromotoren, die Energie kommt aus einem Akku, der an der Steckdose aufgeladen werden kann. Weil die Speicherkapazität der Batterien noch nicht mit einem klassischen Automobil vergleichbar ist, haben einige Elektromobile einen sogenannten Range Extender an Bord - einen kleinen Generator, der die Elektromotoren mit Energie versorgt, wenn der Akku leer ist.

Beispiele: Tesla Model S, VW E-Up, VW E-Golf, Renault Zoe, BMW i3, Ford Focus Electric, Nissan Leaf, Mercedes B-Klasse E-Drive
Hybridantrieb
Hybridautos haben zusätzlich zum klassischen Verbrennungsmotor einen Akku an Bord. Wenn der leer ist, springt der Benziner an. Eine Variante sind sogenannte Mild-Hybrid-Systeme, bei denen der Stromantrieb nur parallel unterstützend läuft, um den Benzinverbrauch zu reduzieren. Der Akku wird in der Regel durch Bremskraftrückgewinnung und einen Dynamo geladen. Zukünftige Hybridfahrzeuge sollen aber auch an der Steckdose aufladbar sein.

Beispiele: Toyota Prius, Toyota Prius+, VW Golf GTE, Porsche Panamera S E-Hybrid, Porsche 918 Spyder, Volvo V60 PiH, BMW i8
Brennstoffzellenantrieb
Bei diesen Fahrzeugen tankt man statt Benzin flüssigen Wasserstoff. In einer chemischen Reaktion wird das Hydrogen in der Brennstoffzelle in elektrische Energie umgewandelt, die dann das Fahrzeug antreibt. Anders als bei reinen Elektrofahrzeugen ist die Infrastruktur für den Wasserstoff eine ungelöste Frage. Vorteil der Brennstoffzellenfahrzeuge ist ihre größere Reichweite.

Beispiele: Hyundai ix35, Honda FCX Clarity, Hamburger Nahverkehrsbusse (Mercedes-Benz), Toyota Mirai
Range Extender
Im Gegensatz zu den herkömmlichen Elektroautos haben Range Extender einen Verbrennungsmotor an Bord, der anspringt, wenn die Ladung der Batterie zur Neige geht. Vorteil: Die Reichweite steigt auf das Niveau eines Autos mit konventionellem Antrieb. Vorreiter dieser Spezies ist der Opel Ampera, der die Kraft des Verbrenners aber auch nutzt, wenn die volle Leistung zum Beispiel auf der Autobahn abgerufen wird.

Beispiele: Opel Ampera (baugleich mit Chevrolet Volt), BMW i3 (optional mit Benzinmotor)
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