Verfehlte Selbstverpflichtung CO2-Ausstoß von Neuwagen kaum gesunken

Nur marginal ist die durchschnittliche CO2-Emission von Neuwagen im letzten Jahr gesunken. Der Trend zu PS-stärkeren und schwereren Pkw lässt die Werte bei Dieselautos sogar ansteigen. Damit bleiben die Hersteller weit von ihren Zielmarken ihrer Selbstverpflichtung entfernt.


Flensburg - 2006 lagen die durchschnittlichen Emissionen bei 172,5 Gramm und damit nur 0,5 Prozent niedriger als im Vorjahr, teilte das Kraftfahrtbundesamt (KBA) heute in Flensburg mit. Damit erscheine das von der Automobilindustrie selbst auferlegte Ziel, bis 2008 den Ausstoß der Flotte auf durchschnittlich 140 Gramm zu senken, "kaum mehr realisierbar", hieß es weiter.

Bei den Neuwagen in Deutschland stehen die zumeist kleineren Pkw mit Benzinmotoren inzwischen besser da als Diesel-Wagen. Mit 171,8 Gramm je gefahrenem Kilometer verbrauchten im vergangenen Jahr laut Kraftfahrtbundesamt erstmals angemeldete Autos mit Otto-Motor weniger als die Selbstzünder mit 173,4 Gramm. Während benzingetriebene Autos seit 1998 den CO2-Ausstoß laut KBA-Erhebung die Emissionen um elf Prozent gesenkt haben - davon im vergangenen Jahr allein um 1,8 Prozent - ist demnach die positive Entwicklung beim Diesel zum Stillstand gekommen.

Nach einer zunächst starken Minderung der Emissionen zwischen 1998 und 2001 seien die Werte bei Dieselfahrzeugen sogar wieder leicht angestiegen, so das Amt. Dies sei keinesfalls auf eine schlechtere Technik zurückzuführen, sondern insbesondere darauf zurückzuführen, dass größere leistungsstärkere und schwerere Pkw vorzugsweise mit Dieselmotoren angetrieben würden. So habe das Segment "Geländewagen" im vergangenen Jahr um 16,5 Prozent zugenommen.

abl/dpa



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