Verrückte Spritpreise: Diesel teurer als Super

Diesel überholt Benzin: Über Pfingsten hat der Selbstzünder-Kraftstoff an einigen deutschen Tankstellen erstmals mehr gekostet als Super. Die Differenz betrug bis zu 3 Cent - vor allem im Großraum Köln spielen die Spritpreise verrückt.

Frankfurt am Main - Als Grund für den hohen Dieselpreis nannten Experten die weltweit starke Nachfrage nach dem Kraftstoff. Im bundesweiten Durchschnitt war Diesel laut Mineralölwirtschaftsverbandes (MWV) allerdings weiter billiger als Super.

Tankstelle in Willich: Verrücktes Preisgefälle
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Tankstelle in Willich: Verrücktes Preisgefälle

Betroffen von den neuen Höchstpreisen für Diesel waren nach Angaben des ADAC etwa Autofahrer im Raum um Köln. Sie hätten für einen Liter Diesel an einigen Tankstellen 1,42 Euro bezahlen müssen, während Super 1,40 Euro gekostet habe. Trotz der Diesel-Höchstpreise an einzelnen Tankstellen war der Kraftstoff im bundesweiten Durchschnitt aber auch über Pfingsten weiterhin billiger als Super.

An Markentankstellen habe Diesel am Pfingstmontag rund 1,42 Euro gekostet, Super 1,45 Euro, sagte eine MWV-Sprecherin. Der Preisabstand zwischen den Kraftstoffsorten sei damit aber weiter geschrumpft. In den vergangenen Wochen sei Diesel durchschnittlich zwischen sechs und acht Cent günstiger gewesen als Super.

Grund für die derzeit hohen Dieselpreise ist nach Einschätzung des MWV die starke Nachfrage nach dem Kraftstoff an den internationalen Rohstoffmärkten. "Die Einkaufskosten für Diesel sind weiter gestiegen und haben den Kostenvorteil weiter aufgefressen", sagte die MWV-Sprecherin.

Diesel war bislang an den Tankstellen günstiger, weil Autofahrer für den Kraftstoff etwa 20 Cent weniger Mineralölsteuer zahlen müssen. Der Mineralölsteuersatz für Normal- und Superbenzin liegt bei 65,5 Cent je Liter, für Diesel bei 47 Cent. Die durchschnittlichen Einkaufskosten für Diesel lagen im Mai bisher bei 63, für Super bei 49 Cent.

Kostenvorteil von Diesel-Pkw schwindet

Nach jüngsten Zahlen des ADAC schwindet der Vorteil von Selbstzündern gegenüber Benzinern. Waren beim Kostenvergleich im Herbst vergangenen Jahres noch 47 Prozent aller Pkw bei einer Fahrleistung von 10.000 Kilometern pro Jahr in der Dieselversion günstiger als in der vergleichbaren Benzinerversion, so sind es jetzt noch knapp 39 Prozent. Der Diesel lohnt sich jedoch weiterhin bei höheren Laufleistungen. Bei einer Jahreslaufleistung von 20.000 Kilometern sind fast 89 Prozent der Dieselfahrzeuge günstiger zu fahren als die entsprechenden Benziner.

Auch bei den favorisierten Modellen der Deutschen haben in der Regel die Dieselversionen die Nase vorn. Schon nach 10.000 Kilometern liegt beispielsweise der Audi A4 Avant 2.0 TDI vor dem Benziner, rechnet der Autoclub vor. Der Opel Astra 1.9 CDTI Sport sei sogar um mehr als sieben Cent je Kilometer billiger als der Astra 2.0 Turbo Sport und zwar bis 30.000 Kilometer Jahreslaufleistung. Mit dem VW Golf 2.0 TDI oder dem Passat 2.0 TDI Comfortline ließen sich zwischen einem und vier Cent sparen. Ford Fiesta 1.4 TDCI Ambiente und BMW 330d könnten ebenfalls günstiger gefahren werden als die Benzinmodelle.

hil/AFP/dpa

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