ADAC-Führungsriege Auch Ambulanz-Jet wurde privat genutzt

Erst ging es um Rettungshubschrauber, nun kommt heraus: Auch ein Ambulanz-Jet des ADAC wurde zweckentfremdet. Vereinschef Meyer gibt zu, dass der Verwandte eines Clubmanagers das Flugzeug für eine private Reise nutzte.

Flugzeug des ADAC Ambulanzdienstes: Vorkommnisse umfassend aufklären
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Flugzeug des ADAC Ambulanzdienstes: Vorkommnisse umfassend aufklären


Berlin - Nach der Affäre um die Nutzung von Rettungshubschraubern durch Mitglieder der ADAC-Führung hat Präsident Peter Meyer eingeräumt, dass auch ein Ambulanz-Jet des Clubs für private Zwecke benutzt wurde. Meyer sagte in einem Interview mit der "Bild am Sonntag": "In einem Fall ist ein Familienmitglied einer ehemaligen Führungskraft 2012 bei einem Ambulanzflug mitgeflogen." In dem Fall seien "sofort die erforderlichen personellen Konsequenzen gezogen" worden, betonte Meyer und kündigte an, weitere Fälle untersuchen zu lassen.

Der Flug hätte auf jeden Fall stattgefunden, ergänzte ein ADAC-Sprecher am Sonntag gegenüber SPIEGEL ONLINE. Weitere Details wollte er jedoch nicht preisgeben.

Meyer steht wegen der Nutzung der gelben Rettungshubschrauber in der Kritik. Laut Bordbuch, das der "BamS" vorliegt, war der Clubpräsident am 27. Juni 2003 mit einem Rettungshubschrauber von Hamburg nach Wolfsburg geflogen, um an einer Veranstaltung teilzunehmen.

Bei diesem Flug war ausgerechnet einer der schärfsten ADAC-Kritiker, der Autoexperte Ferdinand Dudenhöffer, mit an Bord des Rettungshubschraubers. "Ich hatte bereits mehrere Monate im Voraus dem Kfz-Sachverständigenverband eine verbindliche Zusage für ein Hauptreferat in Wolfsburg gegeben. Deshalb hatte ich dem ADAC zunächst abgesagt, die Moderation seiner Veranstaltung in Hamburg zu übernehmen", sagte der Gelehrte der "BamS". Daraufhin habe ihm der ADAC den Mitflug im Hubschrauber des Präsidenten angeboten.

Trotz Bekanntwerdens immer neuer Skandale denkt ADAC-Präsident Meyer nicht an einen Rücktritt. "Ich stehe zu meiner Verantwortung und werde die Vorkommnisse umfassend aufklären, damit das Vertrauen in den ADAC schnellstmöglich wieder hergestellt werden kann", sagte er. Die Rettungsflieger sollen in Zukunft nicht mehr für Dienstreisen genutzt werden. "Wir werden diese Praxis im Präsidium sicherlich diskutieren und ändern", sagte Meyer. "Die Kritik der letzten Tage habe ich verstanden und nehme sie an."

Um die Zukunft des ADAC macht sich Meyer nach eigener Einschätzung keine Sorgen. Der Club stehe seit mehr als 110 Jahren für Vertrauen, Leistung und Hilfe - und die Mitgliederzahl steige nach wie vor. Die Mitglieder würden sich auch nicht abwenden. "Wir werden künftig transparenter agieren und die Mitglieder stärker einbinden, so dass der ADAC gestärkt und geläutert aus der jetzigen Situation hervorgehen wird", sagte Meyer. Bereits am Samstag war bekannt geworden, dass der ADAC unpolitischer werden möchte - künftig will sich der Verein nicht mehr zu jeder tagespolitischen Frage äußern.

mik



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insgesamt 259 Beiträge
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Seite 1
Stefan_G 26.01.2014
1. Oh .. oh
Jetzt muss Dudenhöffer aber auch zurücktreten!
Hrothgaar 26.01.2014
2. Na und?
Warum regt sich jeder so auf? Wurden Steuergelder verschwendet? Wurde jemand nicht mit dem Helikopter ins nächste Krankenhaus geflogen? Wurde irgendeiner nicht aus dem Urlaub nach Hause gebracht? Was soll das ganze geschrei? Kann doch nicht alles wegen der Maut sein...
pirx64 26.01.2014
3. Salami
Zitat von sysopErst ging es um Rettungshubschrauber, nun kommt heraus: Auch ein Ambulanz-Jet des ADAC wurde zweckentfremdet. Vereinschef Meyer gibt zu, dass der Verwandte eines Clubmanagers das Flugzeug für eine private Reise nutzte. http://www.spiegel.de/auto/aktuell/verwandter-eines-adac-managers-nutzte-ambulanz-jet-privat-a-945580.html
Salamitaktik, zugegeben wird nur was bewiesen werden kann. Ich sage mal: Um aufzuräumen und wieder glaubwürdig zu werden --> Ganzer Vorstand weg.
IchbinDu 26.01.2014
4. Danke für den Fisch!
Der "Verein" ist mit seinem Gebaren für mich unerträglich geworden. Meine Kündigung geht heute raus. Danke für den Fisch!
dani272 26.01.2014
5.
Dieser Verein ist das Letzte. Jetzt wundert es mich nicht warum man nicht in Ruhe einkaufen gehen kann z.B. in einem Einkaufszentrum ohne von ADAC Mitarbeitern bedrängt zu werden eine Mitgliedschaft zu unterschreiben. Diese penetrante Art und Weise von denen fand ich immer schon fürchterlich, jetzt ist mir auch klar warum. Die brauchen jede Menge Geld, warum legen die ganzen Chefs vom ADAC ihr Gehalt nicht offen??
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