Italien Gericht verbietet Vespa-Klone

Mit einer dreisten Kopie hat ein chinesisches Unternehmen versucht, den Erfolg der Vespa-Roller abzukupfern. Dagegen klagte der Hersteller des Originals - und erhielt vor Gericht ein besonders schmeichelhaftes Urteil.

Chinesische Kopie eines Vespa Rollers
Zhejiang Zhongneng Industry Group

Chinesische Kopie eines Vespa Rollers


Ein Gericht in Turin hat den italienischen Roller Vespa in den Status eines Kunstwerks erhoben. Das Modell des Herstellers Piaggio müsse urheberrechtlich geschützt werden, weil es sich dabei um Industriedesign handle, urteilten die Richter.

Hintergrund der Entscheidung war ein Rechtsstreit mit der chinesischen Firma Zhejiang Zhongneng Industry Group, die einen Rollertyp namens Ves herstellt, der der Piaggio-Vespa ähnelt. Diese Klone dürfen in Italien nun nicht mehr vertrieben werden. Der Schutz bezieht sich auf alle Piaggio-Vespa-Modelle, vom Produktionsstart bis heute. Piaggio nannte das Urteil "historisch".

Bereits seit 1946 gibt es die Vespa. Der Flugzeug-Hersteller Enrico Piaggio begann die Produktion, weil er sich ein zweites Standbein schaffen wollte. Seit damals wurden mehr als 17 Millionen Vespas verkauft. Mittlerweile steht der Roller für ein Lebensgefühl, für "Dolce Vita" - und kann deshalb durchaus wertvoll werden: Erst vor Kurzem wurde eine Vespa aus dem ersten Produktionsjahr versteigert, es wurde ein Preis von rund 300.000 Euro erwartet.

Fotostrecke

11  Bilder
70 Jahre Vespa: Der Rock'n'Roller

aev/dpa



Forum - Diskutieren Sie über diesen Artikel
insgesamt 20 Beiträge
Alle Kommentare öffnen
Seite 1
Hamberliner 07.04.2017
1. Produktähnlichkeiten
Erstaunlich, dass noch nie Piaggio und Villeroy & Boch gegeneinander vor Gericht gezogen sind. Die Produkte sehen sich doch auch verblüffend ähnlich. SCNR
odo_waldo 07.04.2017
2. Nebenschauplatz
Klüger wäre es, wenn Piaggio Zeit und Geld in die Entwicklung bezahlbarer E-Roller stecken würde. In dem Bereich sind die Asiaten nämlich mittlerweile deutlich weiter als die Pröt-pröt-pröt-Piaggios. Man schaue sich nur mal Gogoro aus Taiwan an.
rjb26 07.04.2017
3. Nun ja
Es ist eben Kunst solche Geräte profitabel zu verkaufen. Ich steh da mehr auf Zweiräder die auch fahren und habe keine Lust zu schrauben. Daher seit Jahrzehnten Honda Motorrad und Honda Rollen. Da kommt keine piaggio sitzbank und keine Bring Mich Werkstatt in Frage.
medwediza 07.04.2017
4. Gibt
Zitat von odo_waldoKlüger wäre es, wenn Piaggio Zeit und Geld in die Entwicklung bezahlbarer E-Roller stecken würde. In dem Bereich sind die Asiaten nämlich mittlerweile deutlich weiter als die Pröt-pröt-pröt-Piaggios. Man schaue sich nur mal Gogoro aus Taiwan an.
E-Roller von Piaggio gibt es längst. Und erst noch deutlich preisgünstiger, ausgereifter und alltagstauglicher, als ein Gogoro. Pröt-pröt-pröt ist nur Ihr Wissensstand.
micheleyquem 07.04.2017
5. Informationen die mal wieder fehlen....
Im Rest der Welt kosten der Vespa technisch weit überlegene Scooter von Honda (und anderen) sehr viel weniger als die HÄLFTE!
Alle Kommentare öffnen
Seite 1

© SPIEGEL ONLINE 2017
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.