Dreiste Stadtbeamte: Plötzlich Falschparkerin
Eine Studentin parkt ihr Auto ordnungsgemäß, trotzdem wird es abgeschleppt - weil Stadtarbeiter kurzerhand um den Wagen herum ein Parkverbot pinselten. Diese Geschichte hat sich in Tel Aviv tatsächlich zugetragen. Glück für die Studentin, dass sie ein Beweisvideo ergattern konnte.
Hila Ben-Baruch war völlig fassungslos. Wo die Studentin aus Tel Aviv eben noch ordnungsgemäß ihr Auto abgestellt hatte, war ein paar Stunden später plötzlich ein Behindertenparkplatz eingezeichnet - und der Wagen verschwunden. Ein Anruf bei der Stadtbehörde brachte Ben-Haruch noch mehr in Rage, denn dort erklärte man ihr, das Auto sei abgeschleppt worden. Wegen Falschparkens.
Mehrere israelische Zeitungen haben über die haarsträubende Geschichte von Ben-Baruch berichtet, und mittlerweile hat sich sogar der Bürgermeister von Tel Aviv bei ihr entschuldigt. Denn es gibt einen Videobeweis dafür, dass die Studentin korrekt parkte. Schaut man sich den Clip an, traut man seinen Augen kaum.
Er zeigt, wie Stadtangestellte am Wagen von Ben-Baruch auftauchen und um das Auto herum eine Parkbegrenzung samt der Kennzeichnung für einen Behindertenparkplatz auf den Asphalt malen. Als ob das nicht verblüffend genug ist, fährt kurz darauf der Abschleppdienst vor und lädt das - nun widerrechtlich geparkte - Fahrzeug auf. (Video auf YouTube ansehen)
Laut der Zeitung "The Times of Israel" schreibt Hila Ben-Baruch auf ihrem Facebook-Account, das Video sei von einer Sicherheitskamera aufgezeichnet worden, und die Betreiberfirma habe es ihr ausgehändigt. Denn für die Studentin ging es um eine Stange Geld: Die vermeintliche Parksünderin hätte insgesamt rund 270 Euro Bußgeld an die Stadtbehörde überweisen sollen.
Glück für die Studentin, dass sie ihre Unschuld beweisen konnte. "Als ich das Video gesehen habe, wusste ich nicht ob ich weinen oder schreien soll", wird sie von "The Times of Israel" zitiert. Tel Avivs Bürgermeister Ron Huldai und sein Stellvertreter Asaf Zamir haben sich bei ihr bereits entschuldigt und zugesichert, die Bußgeldforderung fallenzulassen.
Dass die Stadtarbeiter den Behindertenparkplatz eingezeichnet haben, obwohl ein Auto dort stand, sei den Angaben Zamirs zufolge in Ordnung gewesen. Bloß hätten sie dann der Verkehrsbehörde melden müssen, dass der Wagen ordnungsgemäß stehe und nicht abgeschleppt werden dürfe. Für die Studentin ist der Fall aber noch nicht abgeschlossen: Sie überlegt sich, rechtliche Schritte gegen die Behörde einzuleiten.
Auch in Deutschland kann übrigens jeden Autofahrer das Schicksal von Ben-Baruch ereilen. Wird beispielsweise eine Tagesbaustelle eingerichtet und ein Parkplatz kurzfristig ungültig, kann ein dort parkendes Fahrzeug abgeschleppt werden. Eine Sprecherin des Polizeipräsidiums Hamburg teilte auf Anfrage von Spiegel Online mit, dass in diesem Fall die sogenannte Nachschaupflicht gelte: Demnach müssen sich Autofahrer laut einem Beschluss des Bundesverwaltungsgerichts spätestens nach vier Tagen davon vergewissern, ob ihr Auto noch zulässig parkt.
rom/cst
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- Mittwoch, 06.02.2013 – 13:19 Uhr
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