Abgasskandal bei VW Experten warnen vor Motorschäden

Fachleute der EU befürchten laut SPIEGEL-Informationen, dass die vom Abgasskandal betroffenen VW-Dieselautos nach einer Umrüstung schneller verschleißen. Eine Garantieerklärung will der Autohersteller nicht geben.

Geparkter Volkswagen
DPA

Geparkter Volkswagen

Von , und


Die EU-Kommission warnt vor möglichen Langzeitfolgen für die Dieselfahrzeuge, die von Volkswagen in der Affäre um manipulierte Abgasanlagen derzeit umgerüstet werden. "Man kann davon ausgehen, dass durch die neue Steuerungssoftware Komponenten stärker beansprucht werden", sagte ein Mitarbeiter der EU-Kommission dem SPIEGEL.

Titelbild
Mehr dazu im SPIEGEL
Heft 44/2016
Der erste Wutbürger

Die Beamten stützen sich dabei auf Aussagen eigener Fachleute im "Vela"-Abgaslabor in Norditalien, einer der weltweit führenden Einrichtungen. Das Abgasrückführventil, der Speicherkatalysator, das Harnstoff-Injektionssystem, der sogenannte SCR-Katalysator oder auch der Partikelfilter könnten vorzeitig versagen, so der Verdacht. (Lesen Sie hier die ganze Geschichte im neuen SPIEGEL.)

Der Automobilklub ADAC untersucht derzeit VW-Modelle seiner Gelbe-Engel-Flotte auf Indizien für höheren Motorverschleiß. "Wir müssen davon ausgehen, dass selbst Volkswagen die Langzeitfolgen seiner Umstellungen nicht kennt", sagte ADAC-Fahrzeugtechniker Martin Ruhdorfer dem SPIEGEL.

"Wir verlangen eine verbindliche Garantieerklärung von VW"

Volkswagen verweigert bislang eine eindeutige Garantieerklärung vor möglichen Langzeitschäden.

Nach Informationen des SPIEGEL verhandelt derzeit der Verbraucherzentrale Bundesverband (vzbv) mit VW über diese Frage. "Wir verlangen eine schriftliche, allgemein verbindliche und öffentliche Garantieerklärung von VW gegenüber dem vzbv, dass die Nachrüstung der betroffenen Autos keine negativen Auswirkungen auf die Fahrzeuge hat", sagte Marion Jungbluth vom vbzv dem SPIEGEL.

Weltweit sind insgesamt rund elf Millionen Dieselautos des VW-Konzerns von der Abgasaffäre betroffen, in Europa sind es etwa 8,5 Millionen. Derzeit läuft eine Rückrufaktion, in deren Zuge die manipulierten Abgasanlagen umgerüstet werden sollen.

Dieses Thema stammt aus der neuen SPIEGEL-Sonderausgabe zur Bundestagswahl - erhältlich ab Dienstagmorgen und schon heute ab 15 Uhr im digitalen SPIEGEL.

Was im neuen SPIEGEL steht, erfahren Sie immer samstags in unserem kostenlosen Newsletter DIE LAGE, der sechsmal in der Woche erscheint - kompakt, analytisch, meinungsstark, geschrieben von der Chefredaktion oder den Leitern unseres Hauptstadtbüros in Berlin.

insgesamt 330 Beiträge
Alle Kommentare öffnen
Seite 1
fatherted98 28.10.2016
1. Wie sagte ein Autoschrauber...
...in einer Sendung der ARD über dieses Thema dieser Tage: Ich würde mir keinen Diesel mehr kaufen...die halten höchstens noch 80tkm. ohne Probleme zu machen.....tja.
GSYBE 28.10.2016
2. Eine Garantieerklärung will der Autohersteller nicht geben.
Da fällt mir jetzt nichts mehr zu ein, sorry.
ttvtt 28.10.2016
3. ein Verdacht
niemand weiß irgendwas genaues, aber erst mal wieder Panik machen. Schön wären Belege für die Vermutungen der Fachleute, nur im Konjunktiv zu sprechen, hilft niemanden weiter.
jufo 28.10.2016
4. langzeitschäden naheliegend
Es gibt ja Gründe warum Volkswagen und die anderen Hersteller von Dieselmotoren die Einhaltung der Schadstoffgrenzen auf Prüfstandssituationen eingrenzen. Der Verbrauch von Harnstoff ist sicherlich nur einer. Volkswagen wird die Probleme auch kennen und ungefähr beziffern können. Wir bekommen für eine gewisse Verringerung der Schadstoffe bei Volkswagen einen großen Berg vorzeitig verschrotter Autos. Daher würde ich lieber die Umrüstung lassen und Pkw Diesel (Lkw sind hier angeblich besser) aus den Innenstädte verbannen. Stinken tun die ja offenbar alle auch wenn Fiat und Peugeot das leugnen.
kuddemuddel 28.10.2016
5. Haha ...
.. da werden die betrogenen Kunden gleich nochmal beschi..... Irgendwie muss VW die Knete ja wieder rein holen. Da passt es ja, dass die Teile mal eben schneller kaputt gehen und der Kunde durch kostspielige Werkstattaufenthalte noch mal zur Kasse gebeten wird. Das VW da keine Schmerzgrenze kennt, zeigen gerissene Steuerketten, platzende Motoren und defekte Doppelkupplungsgetriebe.
Alle Kommentare öffnen
Seite 1

© SPIEGEL ONLINE 2016
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH


TOP
Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.