Abgas-Skandal Behörden drohen mit Verkaufsstopp des Touareg

Im VW-Touareg haben Beamte des Kraftfahrt-Bundesamts eine Abschalteinrichtung entdeckt - und streiten sich jetzt nach SPIEGEL-Informationen mit dem Konzern, ob die als illegal einzustufen ist.

SUV Touareg im VW-Werk in Bratislava
AFP

SUV Touareg im VW-Werk in Bratislava

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Das Verhältnis zwischen Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt (CSU) und dem Volkswagen-Konzern ist seit einiger Zeit angespannt. Schon zwei Diesel-Modelle aus dem Reich des Wolfsburger Unternehmens hat der Minister zurückrufen lassen wegen illegaler Abschalteinrichtungen: Zunächst traf es den Audi A8, danach den Porsche Cayenne. Jetzt streiten sich nach SPIEGEL-Informationen seine Beamte mit Anwälten des VW-Konzerns um den Geländewagen Touareg. (Lesen Sie hier die ganze Geschichte im neuen SPIEGEL.)

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Heft 39/2017
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Der Volkswagen-Konzern will verhindern, dass Dobrindt einen amtlichen Rückruf und einen Verkaufsstopp für den Geländewagen Touareg anordnet. Bei Kontrollen des Kraftfahrt-Bundesamtes (KBA) ist eine Abschalteinrichtung im Abgassystem des Diesel-PKW entdeckt worden, die VW bei der Typgenehmigung nicht angegeben hatte. Nun streiten sich Beamte und Konzernjuristen darüber, ob die Vorrichtung illegal ist.

Zurückgerufen werden muss der Touareg mit 3-Liter-V6-Motor in jedem Fall, damit die Abschalteinrichtung per Softwareupdate beseitigt wird. Nach SPIEGEL-Informationen aus Konzernkreisen trafen sich am Mittwoch VW-Vertreter mit Verantwortlichen des Verkehrsministeriums und KBA zu einem Krisengespräch.

Dabei zweifelten VW-Anwälte der Kanzlei Freshfields die Messungen der Behörde an und drohten rechtliche Schritte für den Fall an, dass Dobrindt die Abschalteinrichtung als illegal einstuft. Betroffen wären von einem amtlichen Rückruf rund 55.000 Autos des aktuellen Modells, das als Neuwagen nicht ausgeliefert werden dürfte. Im Verkehrsministerium hält man für einen solchen Fall auch einen Produktionsstopp des Modells im VW-Werk im slowakischen Bratislava für wahrscheinlich

Auf Anfrage des SPIEGEL erklärte ein VW-Sprecher, die Messungen am Touareg seien noch nicht abgeschlossen. Dem Konzern lägen "bislang keine Informationen vor, die einen Rückschluss über den Inhalt eines möglichen KBA-Bescheids zulassen".

Dieses Thema stammt aus dem neuen SPIEGEL - ab Samstagmorgen erhältlich.

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insgesamt 73 Beiträge
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RalfBukowski 22.09.2017
1. Sind die eigentlich so dumm...
...oder tun die nur so? Der Motor an sich ist unter Beobachtung, da wäre es ja mal an der Zeit, die Karten auf den Tisch zu legen. Aber offenbar hofft der VW-Konzern, dass eben nicht alle Modelle untersucht werden, die mit dieser Maschine herumfahren. Das ist so dermaßen naiv, dass man es nicht fassen kann.
reflexxion 22.09.2017
2. Der Touareg ist fast baugleich zum Cayenne
aber machen wir uns nichts vor, er ist doch kein echter Geländewagen sondern nur ein Hausfrauen-SUV für Zahnarztgattinnen. Die Zulassungszahlen sind längst im Keller und wichtig ist der im Konzern auch nicht. Wann kommt endlich wieder eine Automode mit leichten und kleineren Fahrzeugen die eben keine Leergewichte von über 2 Tonnen haben? Mein Auto ist über 10 Jahre alt und wiegt auch noch um die 1400kg, was sicher zuviel ist, aber selbst Kleinwagen die früher mal um 800 kg lagen wiegen heute über 1100 kg. Nicht zuletzt wegen überflüssiger sogenannter Sicherheutstechnik. In den ersten 20 Jahren meines Autofahrerlebens gab es in normalen Autos keine Technik wie ABS und ähnliches. Die erste Servolenkung für 1000 DM extra hatte ich 1987 in einem Passat Variant, damals sagte der Verkäufer ein Schiebedach wäre besser wegen dem Wiederverkaufswert später - nun das war mir egal. Eine Zentralverriegelung hatte der auch, weil ich bei 4 Türen immer Angst hatte eine beim verriegeln zu vergessen. Das wars dann aber auch schon. G-Kat war da ja schon quasi Pflicht. Wenn ich dann anschaue was im Jahr 2000 in meiner C-KLasse alles verbaut war dann kann ich mich nur wundern. Unmengen an Airbags, ABS, ASR, ESP, elektrische Fensterheber und Spiegelverstellung. Schiebedach gab es wieder nicht, weil eine Klimaanlage drin sein musste. Der nächste C-Mercedes war ein Diesel-Coupe das ich heute noch fahre, da sind keine zusätzlichen Extras zum 2000er drin, außer das der jetzt 17 Zoll-Räder hat statt vorher 16 Zoll. Der 220 CDI ist 170.000 km gelaufen hatte schon Partikelfilter und war nie irgendwo defekt. Außer Bremsbelägen und Ölwechsel fiel nichts an. Soll ich den Euro $ Diesel heute verschrotten für eine kleine Prämioe, das Auto ist voll in rdnung. Was 2006 Stand der Technik war darf heute noch nicht schrottreif sein, das Auto hatte immerhin einen Listen-Preis von 40.000 Euro!
n.strohm 22.09.2017
3. Man streitet sich
....liegt vielleicht daran, dass im Gesetz nicht klar definiert ist was erlaubt ist. Was das angeht könnten Lobbyisten hier ihrem Job gemacht haben. Bezahlen Wir Steuerzahler den Prozess wenn er verloren geht, weil der Richter keine exakte Rechtsgrundlage findet ? Alles in Allem nur noch ein Trauerspiel auf der Betrügerseite und auf der Regierungsseite. Vor der Wahl verprellt man keine möglichen Wähler. Zuviel Druck auf die Autoindustrie könnte zu Gerüchten von Massenentlassungen führen und welche Politiker möchten damit schon in Verbindung gebracht werden ! Ein Trauerspiel eben....
theroadtoutopia 22.09.2017
4. Feste Jungs, immer weiter so, ihr bekommt schon noch alles kaputt...
Welche Vorteile hat das Management von VW eigentlich davon, wenn sie den Konzern kaputt gemacht haben? - erhalten sie dann zusätzlich viel Geld? Aktuell ist die Leitung des Konzerns jedenfalls intensiv damit beschäftigt den Ruf von VW dauerhaft global zu beschädigen. Unabhängig davon, was es es kurzfristig kosten würde alles so hinzubekommen, dass ein für Kunden (weltweit) und Politik zufriedenstellend ist, werden die langfristigen Kosten unvergleichlich höher sein, wenn man so etwas nicht macht. ...oder denken die inzwischen in "ist der Ruf erst ruiniert,..."?
bold_ 22.09.2017
5. Es geht doch einzig und allein um die Sicherheit
Zitat von reflexxionaber machen wir uns nichts vor, er ist doch kein echter Geländewagen sondern nur ein Hausfrauen-SUV für Zahnarztgattinnen. Die Zulassungszahlen sind längst im Keller und wichtig ist der im Konzern auch nicht. Wann kommt endlich wieder eine Automode mit leichten und kleineren Fahrzeugen die eben keine Leergewichte von über 2 Tonnen haben? Mein Auto ist über 10 Jahre alt und wiegt auch noch um die 1400kg, was sicher zuviel ist, aber selbst Kleinwagen die früher mal um 800 kg lagen wiegen heute über 1100 kg. Nicht zuletzt wegen überflüssiger sogenannter Sicherheutstechnik. In den ersten 20 Jahren meines Autofahrerlebens gab es in normalen Autos keine Technik wie ABS und ähnliches. Die erste Servolenkung für 1000 DM extra hatte ich 1987 in einem Passat Variant, damals sagte der Verkäufer ein Schiebedach wäre besser wegen dem Wiederverkaufswert später - nun das war mir egal. Eine Zentralverriegelung hatte der auch, weil ich bei 4 Türen immer Angst hatte eine beim verriegeln zu vergessen. Das wars dann aber auch schon. G-Kat war da ja schon quasi Pflicht. Wenn ich dann anschaue was im Jahr 2000 in meiner C-KLasse alles verbaut war dann kann ich mich nur wundern. Unmengen an Airbags, ABS, ASR, ESP, elektrische Fensterheber und Spiegelverstellung. Schiebedach gab es wieder nicht, weil eine Klimaanlage drin sein musste. Der nächste C-Mercedes war ein Diesel-Coupe das ich heute noch fahre, da sind keine zusätzlichen Extras zum 2000er drin, außer das der jetzt 17 Zoll-Räder hat statt vorher 16 Zoll. Der 220 CDI ist 170.000 km gelaufen hatte schon Partikelfilter und war nie irgendwo defekt. Außer Bremsbelägen und Ölwechsel fiel nichts an. Soll ich den Euro $ Diesel heute verschrotten für eine kleine Prämioe, das Auto ist voll in rdnung. Was 2006 Stand der Technik war darf heute noch nicht schrottreif sein, das Auto hatte immerhin einen Listen-Preis von 40.000 Euro!
der Insassen! Wird argumentiert... Das ist der Grund dafür, daß die Kisten trotz der "Karbonisierung" und des vermehrten Alu-Einsatzes immer schwerer werden. Wenn die Fahrer moderater führen, könnte man die Panzer abspecken und Sprit sparen. Tun die aber nicht - folglich gilt: Leichtbauweise b.a.w. ausgesetzt. "So sad" würde Trump twittern.
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