Ab 2019 VW startet Carsharing mit 1500 E-Golf in Berlin

BMW und Daimler dominieren das Carsharing, jetzt drängt auch VW auf diesen Markt. Gelingen soll das mit mehreren Tausend E-Autos.

Volkswagen

Volkswagen steigt in den Carsharing-Markt ein und startet kommendes Jahr mit Elektroautos in Berlin. Der Dienst namens WeShare soll im zweiten Quartal des Jahres 2019 mit zunächst 1500 E-Golf starten, später sollen noch 500 E-Up hinzukommen. "Junge, urbane Nutzer" sollten für die Elektromobilität begeistert werden, erklärte Volkswagen. Berlin sei dabei ein idealer Markt und habe das größte Potenzial.

Nach der Hauptstadt will VW seinen Carsharing-Dienst auch in anderen deutschen Großstädten anbieten. Außerdem sei ab 2020 eine Ausweitung auf "europäische Kernmärkte" und ausgewählte Städte in den USA und Kanada geplant, teilte der Autohersteller mit. Er hat dabei Städte mit mehr als einer Million Einwohner im Blick.

VW bei Carsharing spät dran

VW rechnet mit einem wachsenden Markt für das Carsharing. Für Europa gingen die niedrigsten Prognosen von einem jährlichen Wachstum von 15 Prozent aus, erklärte Volkswagen. "Wir werden den Markt weiterentwickeln und diese Mobilitätsformen für eine noch breitere Nutzergruppe erschließen."

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Volkswagen: Carsharing-Dienst WeShare startet in Berlin

Volkswagen steigt in ein Marktumfeld ein, auf dem sich bereits eine Reihe regionaler und bundesweiter Carsharing-Anbieter tummeln. Erst im März hatten die Autobauer Daimler und BMW eine Fusion ihrer Angebote Car2Go und DriveNow bekannt gegeben, die selbst zum Teil schon Elektroautos anbieten. Beide Hersteller dominieren mit ihren Angeboten den Sharing-Markt, aber auch die Bahn ist mit ihrem Dienst Flinkster vertreten. Volkswagen zog sich zwischenzeitlich gar aus diesem umkämpften Markt zurück.

ene/afp

insgesamt 11 Beiträge
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auweia 23.08.2018
1. Wirklich so toll?
In meinen Augen ist Carsharing die falsche Methode um nachhaltige Entlastung für die Umwelt zu erreichen. 1. Die Leute die Carsharing nutzen haben mehrheitlich kein Auto. Durch das Angebot wird der Zuganfgg zum (e-) motorisierten Individualverkehr niedrigschwelliger. Da die Verkehrsteilnehmer die bisher schon mit Ihrem eigenen Auo unterwegs waren, aufgrund des neuen Angebots (zusätzlich zu den anderen sharing-Diensten, dem ÖPNV und anderen Transportmethoden wie etwa Fahrrad) nicht weniger werden, kommt es zu *mehr* Autoverkehr. 2. Dieser zusätzliche Autoverkehr steht in Platz-Konkurrenz mit dem zusäätzlichen Fahrradverkehr (Idee ist ja, die Stadt fahrradfreundlicher zu machen). 3. Die notwendige Infrastruktur ist - speziell in Berlin - nicht vorhanden. Es gibt schlicht bereits jetzt zu wenig Ladesäulen für die vorhandenen E-Autos ( und diese auch von unterschiedlichen Systemen und zuteilweise deutlich unterschiedlichen Preisen). Hat VW hier ein Investitionsprogramm geplant oder werden die Wagen einfach irgendwo in der Stadt abgestellt? 4. Das erwähnte "niedrigschwellige" Angebot wird gerne von Leuten wahrgenommen, die wenig Fahrpraxis haben. Es kommt bereits jetzt mit Sgharing-Fahrzeugen zu mehr Unfällen, da - vermutlich - zunächst erstmal Grenzen ausgetestet werden und die Fahrweise dem "es ja eh nicht meins"- Gedanken entspricht. 5. Die Automobilproduzenten sehen dieses Angebot als eine Heranführung der künftigen Kundschaft an Ihr Fahrzeugangebot. Für mich nicht schlimm, ich liebe den Kapitalismus. Aber irgendwie kommt einem das "Anfixen" aus einer anderen Branche bekannt vor.
Reg Schuh 23.08.2018
2. Mietwagenverleih
"Carsharing" klingt "jung, urban" und nach einem nachhaltigen Wirtschaftkonzept, letzten Endes ist es aber ein Mietwagenverleih durch Großkonzerne und hat mit dem Teilauto-Vereinen nichts zu tun. Die klassischen Mietwagen-Anbieter sind ja leider auch sehr langsam mit der Erweiterung des Angebots um Elektros oder Teilelektros.
prince62 23.08.2018
3. Carsharing in der Stadt, die große Umweltlüge der Autokonzerne
Eine weitere Verstopfungsursache plus Parkplatznot in den Ballungszentren, denn lt, aktueller Studie in München haben über 60% aller Fahrten mit Carsharingautos im Stadtgebiet nur deshalb stattgefunden, weil es das billige Carsharing gibt, die Kunden wären nämlich lt. eigener Aussage sonst mit den öffentlichen Verkehrsmitteln gefahren, im übrigen ist das Carsharing für die Autokonzerne eine kostenlose Werbemöglichkeit, denn wer oft mit ein und derselben Marke unterwegs ist, wird ein potentieller Käufer, genau das ist der Sinn des Carsharings aus der Sicht der Autokonzerne, deshalb auch z. B. in München, daß sich hier BMW massiv bei den Stadtverantwortlichen engagiert, zwecks massenhafter Park- und Stellplätze nur für diese Fahrzeuge, die dann den übrigen Autofahrern fehlen. Mit Umweltgedanken haben die Autokonzerne mit Sicherheit nix am Hut, die wollen nur die absolut notwendige Aussperrung des Autoverkehrs aus den Ballungsräumen verhindern, bzw. unterlaufen und die dummen bzw. gekauften Politiker sind die willigen Erfüllungsgehilfen.
count.number 23.08.2018
4. Gaaanz wichtig
Muss unbedingt in Berlin starten, wie jeder halbgare Gedanke da startet.
morgoth_tm 23.08.2018
5. E Raubritter
VW zahlt keine KFZ-Steuer in Berlin, das Geschäftsergebnis, sofern vorhanden fließt nach Niedersachsen und die Anwohner werden wieder einmal der Stellflächen beraubt. Wenn es keinen Gemeinnutzen gibt, warum sollte man diesen Angriff gutheißen?
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