VW-Abgasskandal Passat-Rückruf verzögert sich

Mit dem VW Passat hätte jetzt der Rückruf des ersten Volumenmodells im Zuge der Abgasaffäre starten sollen. Doch daraus wird nichts: Die Behörden verweigern Volkswagen noch die Zustimmung.

VW-Logo an der Radfelge eines Passat
REUTERS

VW-Logo an der Radfelge eines Passat


Der Autohersteller Volkswagen muss seine erste große Rückrufwelle im Dieselskandal verschieben. Ursprünglich war geplant, dass die von der Abgasaffäre betroffenen Modelle des VW Passat mit 2,0-Liter-Motoren in dieser Woche in die Werkstätten geordert werden. Stattdessen stellt der Konzern seinen Kunden nun einen späteren Termin in Aussicht. Grund dafür sind Einwände der Behörden: "Die Nachmessungen des Kraftfahrt-Bundesamtes (KBA) zum Passat laufen derzeit noch", teilte VW am Donnerstag mit.

Mitte Februar hatte eine Messung der Fachzeitschrift "Auto Motor und Sport" das KBA auf den Plan gerufen. Das Blatt hatte berichtet, dass bei ersten Tests mit zwei Amarok, die von VW upgedatet wurden, zwar die Motorleistung gleich geblieben, der Verbrauch aber gestiegen sei. Das Pick-up-Modell Amarok war das erste Fahrzeug, das von VW nachgebessert wurde. Wie auch der Passat verfügt er über einen 2,0-Liter-Diesel-Motor. Wegen der Abweichungen bei dem Test wollte das KBA die genauen Folgen des Software-Updates untersuchen.

VW erwartet die technische Freigabe durch das KBA nach eigenen Angaben noch in dieser Woche. Der Beginn der Rückrufaktion selber sei dann für die folgende oder die übernächste Woche im März realistisch. Zuvor muss das Unternehmen dann aber erst noch die Passat-Besitzer anschreiben.

Zeitplan gerät ins Wanken

Volkswagen hatte für die 2,5 Millionen VW-Modelle in Deutschland, die von der Abgasmanipulation betroffen sind, bereits einen Zeitplan für den Rückruf festgelegt. In einem Kundenbrief nannte der Konzern für die Wagen mit dem kleinsten betroffenen Motor mit 1,2 Litern Hubraum einen Beginn der Werkstatt-Aktion ab dem 30. Mai (Kalenderwoche 22). Die mittelgroßen Motoren mit 1,6 Litern Hubraum sind ab dem 5. September (Kalenderwoche 36) an der Reihe.

Im Januar war mit rund 8500 Modellen des VW-Amarok der Startschuss für den Rückruf gefallen, jedoch angesichts der kleinen Fahrzeugzahl noch im Mini-Maßstab. Volkswagen verspricht, dass sich die Eigenschaften der Fahrzeuge nach dem Software-Update nicht nachteilig verändern. Dabei geht es um die Parameter Leistung, Verbrauch und Geräuschpegel. Zur Langlebigkeit der Antriebe kann VW mangels Langzeittests keine Aussagen machen, sieht aber keine Anzeichen, die auf mögliche Probleme hindeuteten.

cst/dpa

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insgesamt 52 Beiträge
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Seite 1
johannesbueckler 03.03.2016
1. Ist doch einfach
Ausserhalb des Intervalls von 21,00 und 21,01 Celsius muss der Motor halt gerettet werden. Macht doch Sinn...
rathat 03.03.2016
2. Lug und Betrug bei VW
Es hieß doch von VW, das Defeat-Device der 1,2 und 2,0 Liter Diesel hätte für die europäischen Abgasstandards keinen Einfluss und werde durch das Software Update nur aus dem Quellcode entfernt, um die Wagen wirklich gesetzeskonform zu machen. Darum ist einer Veränderung sowohl der NOx-, als auch der CO2-Werte ein Indiz, dass VW auch in dieser Sache wieder lügt und betrügt. Es wird Zeit, dass VW zum sofortigen Rückkauf sämtlicher Modelle mit EA189-Motoren und dessen sofortiger Stilllegung verdonnert wird. Diese Motoren sind auch mit Software-Update die größten Dreckschleudern und nicht so leicht nachzubessern, wie VW uns glauben zu machen scheint. Die größte Sauerei wird aber die Nachbesserung der 1,6L Modelle darstellen, die vielleicht auf Grund des 'Strömungsgleichrichters' auf dem Prüfstand den NEFZ auch ohne 'Schummelsoftware' (wohl eher Betrugssoftware) schaffen wird, auf der Straße sich hingegen keine signifikante Veränderung der Abgaswerte einstellt - und auch wenn das gesetzeskonform ist, sollten der Verkehrsminister und KBA solch eine Pseudo-Nachbesserung nicht akzeptieren.
fortyfy 03.03.2016
3.
Der Strömungsgleichrichter von VW ist der Bioionsator der Automobilbranche. Man hat das Pfennigteil aus einen guten Grund eingespart: der Nutzen war noch geringer. Und jetzt soll es die Lösung sein? Es war früher nicht erkennbar das man damit Sprit späten kann bzw. mehr Antriebsleistung pro Liter herausholen kann? Man braucht das Teil zum beschlossen: Abgasausstoss noch enger an den Grenzen und der Autobesitzer soll vom Leistungsschwund subjektiv nichts mitbekommen.
moritzmaxx 03.03.2016
4. Hauptsache
mit den Umweltplaketten wurde der Neuwagenkauf angekurbelt...
diechefin 03.03.2016
5. Ich fahre Sprit 10 Jahren Passat
Immer zuverlässig, geringer Spritverbrauch, viel Platz und man kommt gut voran. Ichwerede dem Auto treu bleiben !
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