Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.

Abgasaffäre: VW will europaweit 8,5 Millionen Autos in die Werkstatt beordern

VW-Chef Müller zieht im Skandal um die Betrugssoftware eine europaweite Rückrufaktion in Betracht. Betroffen wären mehr als acht Millionen Fahrzeuge.

Volkswagen-Werk in Wolfsburg: "Im Interesse der Kunden" Zur Großansicht
DPA

Volkswagen-Werk in Wolfsburg: "Im Interesse der Kunden"

Um die Folgen der Abgasmanipulationen zu beheben, strebt Volkswagen ein europäisch abgestimmtes Verfahren an. "Mit dem Bescheid des Kraftfahrt-Bundesamts ist eine Möglichkeit eröffnet, für die Europäische Union ein gemeinsames und abgestimmtes Vorgehen in allen Mitgliedstaaten zu erreichen", teilte der neue VW-Chef Matthias Müller am Donnerstag in einem Brief an Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt (CSU) mit. Dies sei auch "im Interesse der Kunden".

Damit hofft VW, dass sich andere EU-Länder an dem Vorgehen des Kraftfahrt-Bundesamts orientieren werden und die vorgeschlagenen technischen Lösungen akzeptieren.

Betroffen wären europaweit 8,5 Millionen Fahrzeuge. Ursprünglich war von acht Millionen Fahrzeugen die Rede. Die Differenz ergibt sich aus einem zusätzlichen freiwilligen Rückruf, den VW nach eigenen Aussagen plant. Zusätzlich zu den acht Millionen Motoren des Typs EA 189 der Emissionsstufe EU5, will der Konzern auch die Motoren der Emissionsstufe EU3 und EU4 in die Werkstatt beordern.

Zuvor hatte das Kraftfahrt-Bundesamt einen Rückruf von 2,4 Millionen VW-Dieselfahrzeugen in Deutschland angeordnet und VW verpflichtet, die Manipulationssoftware aus allen Fahrzeugen zu entfernen und Maßnahmen zu ergreifen, damit die Emissionsvorschriften eingehalten werden.

Müller bekräftigte in dem Schreiben, dass sein Konzern dem Amt bis Ende November die "technische Umsetzung der beabsichtigten Maßnahmen im Einzelnen" vorlegen werde. Die Rückrufaktion selbst werde im Januar 2016 beginnen und sich nach der Einschätzung von VW über das Kalenderjahr 2016 erstrecken.

Volkswagen hatte im September eingeräumt, bei Umwelttests von Dieselfahrzeugen in den USA die Abgaswerte manipuliert zu haben. Durch eine entsprechende Software wurde bei den Tests ein niedrigerer Schadstoffausstoß gemessen als im Normalbetrieb. Die Software wurde weltweit in bis zu elf Millionen Dieselfahrzeuge eingebaut. Die VW-Führungsriege beriet am Donnerstag in Leipzig über das weitere Vorgehen zur Bewältigung der Krise.

cst/mhu/AFP

Diesen Artikel...

© SPIEGEL ONLINE 2015
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH




Aktuelles zu