Solarstrom-Pavillon: Ladestation für Schöngeister

Solar-Pavillon für Elektroautos: Zierde zum Zapfen Fotos
Synthesis Design + Architecture

So schön kann tanken sein: Designer aus Kalifornien haben eine Solar-Skulptur entworfen, mit der man die Akkus von Elektroautos aufladen kann. Der Pavillon braucht zwar ewig, um genug Sonnenenergie zu sammeln - lässt sich dafür aber einfach im Kofferraum verstauen.

Ist das Kunst oder kann das laden? Auf den ersten Blick sieht der sogenannte Pure Tension Pavillon aus wie eine große Skulptur, aber die Entwicklung des kalifornischen Designbüros Synthesis Design + Architecture (SDA) ist eine Ökostrom-Tankstelle. Denn in das engmaschige Polyestergewebe dieser riesigen Orchideenblüte sind Photovoltaikzellen integriert, die Sonnenlicht in Strom umwandeln - und damit die Akkus eines Hybrid- oder Elektroautos aufladen.

"Nach unseren momentanen Schätzungen kann der Pavillon pro Tag etwa 1,5 bis 2 kWh Strom produzieren", sagt Alvin Huang, SDA-Gründer und Professor für Architektur an der Universität of Southern California (USC) in Los Angeles. Das ist angesichts des Bedarfs eines Elektroautos nicht gerade viel - der Smart ed verbraucht beispielsweise laut Hersteller 15,1 kWh auf 100 Kilometern. Damit die Tankskulptur ihren Zweck erfüllt, muss sie also quasi als Dauerinstallation genutzt werden.

Aber es ist ein Anfang, und die Zahl der Solarzellen im Pavillon lässt sich noch steigern. Wegen des Gesamtbudgets für das Projekt von umgerechnet 60.000 Euro ist das nach Angaben von Huang derzeit nicht möglich. Und natürlich hängt die Energie-Ausbeute des Pavillons auch vom Standort und der Intensität der Sonneneinstrahlung ab.

Vorerst dient das spektakuläre Gestell sowieso nur zu repräsentativen Zwecken. Denn der von Huang und seinem Team gestaltete Pavillon ist das Ergebnis eines internationalen Wettbewerbs, den Volvo Italien gemeinsam mit der Architekturzeitschrift "The Plan" initiiert hatte. Die Aufgabe war, einen transportablen Pavillon zu entwerfen, um den Volvo V60 Plug-In-Hybrid auf Roadshows und bei Ausstellungen unter freiem Himmel vorstellen zu können.

Ein Sonnensegel aus dem Kofferraum

Der Entwurf von SDA überzeugte die Jury. Derzeit wird die ausgefaltet sieben mal sieben Meter große und vier Meter hohe Photovoltaik-Skulptur von einer Firma in Chicago produziert. "Zwei oder drei Leute können den Pavillon in kurzer Zeit auf- oder abbauen", sagt Huang. Alles zusammen passt problemlos in den Kofferraum des Autos.

In einigen Wochen soll der Pavillon auf Italien-Tournee gehen - mit dem Ziel, den Volvo V60 Plug-In-Hybrid bekanntzumachen, der unter der auffälligen Konstruktion zu sehen sein wird. Erste Station der Werbetour ist am 15. September Rom.

Und weil der Pavillon in ersten Reaktionen so gut ankommt, könnte es sein, dass es nicht bei einem Modell für Volvo Italien bleiben wird. Denn welcher Elektroautofahrer würde sich nicht eine derart attraktive, transportable und binnen Minuten einsatzbereite Öko-Energiequelle wünschen?

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insgesamt 26 Beiträge
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1. wow
piccolo-mini 20.07.2013
dann kann man ja, wenn man das auto den ganzen tag unter dem ding stehen hatte, nachts fünf kilometer weit weg fahren und schafft es sogar noch zurück. das ist ja der wahnsinn
2. Einheiten stimmen nicht
wdiwdi 20.07.2013
"pro Tag etwa 1,5 bis 2 KW Strom produzieren" Das macht keinen Sinn. Sollen das auch KWh sein? Oder ist das die durchschnittliche generierte Wattzahl? Dann aber nicht "pro Tag".
3. Elektrofahrrad
spiegelleser_12345 20.07.2013
Zitat von sysopSo schön kann tanken sein: Designer aus Kalifornien haben eine Solar-Skulptur entworfen, mit der man die Akkus von Elektroautos aufladen kann. Der Pavillon braucht zwar ewig, um genug Sonnenenergie zu sammeln - lässt sich dafür aber einfach im Kofferraum verstauen.
Mit 2kWh läßt sich jedes Elektorfahrrad 10 Stunden mit 25km/h bewegen. Heute schon reichen üppige Solarflächen an Satteltaschen vorne und hinten am Fahrrad, um den Bedarf für 100km Touren an sonnigen Tagen zu decken. Das ist für Urlaubsfahrten völlig ausreichend, wer mit Anhänger fährt hat noch viel mehr Möglichkeiten. http://www.bobtec.de/produkte/schubanhänger/
4. Einsatz von mehrerer Akkus
spon-facebook-1793411648 20.07.2013
Die Akkus haben ja Lebenszyklus. Damit die Auto-Batterie nicht schneller kapputt gehen sollen die Fahrzuege mit einen oder mehrere Zusatzakkus ausgestattet. Beispiel: Anstatt von 10kAh Akku zweimal 5kAh Akkus oder 2x10kAh. Natürlich sollen auch andere Faktoren berücksichtigen werden. Somit je nach dem was günstiger ist.
5. smartes Design sieht anders aus
wywy 20.07.2013
Eine sehr selbstverliebte Skulptur, die auch noch von ihrer Transparenz lebt - also mit nur wenigen Solarzellen bestückt ist. Diese hätten in ihrer Anzahl auch problemlos simpel auf dem Dach Platz gefunden. Auch das Kriterium der Ausrichtung nach Sonnenstand spielte offensichtlich überhaupt keine Rolle. Aber es ist ja nur ein Showobjekt, da passt der Pfau.
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