Von Jürgen Pander
Der Benz Patent-Motorwagen Nummer 1 aus dem Jahr 1886 gilt gemeinhin als erstes Automobil - als Beleg gilt unter anderem die Patentschrift für ein dreirädriges "Fahrzeug mit Gasmotorenbetrieb", die von Benz & Co. in diesem Jahr eingereicht wurde. Schon fünf Jahre zuvor jedoch hatte der Franzose Gustave Trouvé in Paris ein ebenfalls dreirädriges Fahrzeug vorgestellt, das mit einem Elektromotor ausgestattet war, der von einem Blei-Akku mit Energie versorgt wurde. Das Vehikel soll bis zu 12 km/h schnell gewesen sein, gilt als erstes Elektroauto der Welt.
Fest steht, dass die Elektromobile in den Frühtagen der motorisierten Bewegung den Fahrzeugen mit Verbrennungsmotor überlegen waren. Nicht bei der Reichweite, da waren schon damals die Benziner weiter voraus. Wohl aber was den Fahrkomfort und die Zuverlässigkeit betraf. Elektroautos fuhren geruchsfrei, nahezu geräuschlos und ziemlich narrensicher durch die Gegend - für Benziner galt eher das Gegenteil.
Um 1900 jedenfalls sah die automobile Welt so aus, wie es heutige Experten für die nächsten Jahrzehnte wieder prognostizieren: Es gab viel mehr Elektroautos als solche mit Ottomotor.
Das sollte sich ab 1911 schlagartig ändern. In diesem Jahr erfand der Amerikaner Charles Kettering - später wurde der Mann Entwicklungschef bei General Motors - den elektrischen Anlasser. Damit wurde das lästige Ankurbeln der Motoren überflüssig. Dass Benzin damals sehr billig und leicht verfügbar war, tat ein übriges. Der Rest der Geschichte ist bekannt.
Viel weniger bekannt dürfte jedoch sein, dass es während der inzwischen mehr als 130 Jahre automobiler Fortbewegung immer auch Elektroautos gegeben hat. In sehr kleiner Stückzahl, dafür aber manchmal mit exponierter Technik und hohem Aufmerksamkeitswert. SPIEGEL ONLINE zeigt zehn erstaunliche Beispiele.
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