Fehlbetankungen in den USA: VW macht Dieselmodelle idiotensicher

VW Jetta (Baujahr 2010): Der Hersteller bietet in den USA eine kostenlose Umrüstung Zur Großansicht
Volkswagen

VW Jetta (Baujahr 2010): Der Hersteller bietet in den USA eine kostenlose Umrüstung

Volkswagen will schusselige Kunden in Nordamerika vor einem Fehler bewahren: Der deutsche Autohersteller bietet eine kostenlose Umrüstung für Dieselfahrzeuge an. Rund 200.000 Autos sollen einen neuen Tankeinfüllstutzen erhalten - damit sie fortan nicht mehr mit Benzin gefüllt werden können.

Hamburg - In den USA gelten Dieselfahrzeuge immer noch als verpönt. Anders als in Deutschland, wo mittlerweile schon über die Hälfte der Autofahrer Diesel tankt, liegt der Marktanteil in Nordamerika laut dem Verband der Automobilindustrie (VDA) gerade mal bei rund drei Prozent. Und die wenigen Käufer, die sich in Übersee für einen Diesel entscheiden, befüllen ihn offenbar häufig mit dem falschen Kraftstoff. Das Problem der Fehlbetankungen ist sogar so gravierend, dass der deutsche Autobauer Volkswagen sich jetzt zu einer besonderen Serviceaktion genötigt sieht.

VW bietet Besitzern der Modelle Golf und Jetta mit den Baujahren 2009 bis 2012 an, ihre Auto kostenlos umrüsten zu lassen. Die Halter können ihre Fahrzeuge bei VW-Werkstätten abliefern, wo ein neuer Tankeinfüllstutzen verbaut wird. Die Vorrichtung soll verhindern, dass die Kunden Benzin statt Diesel tanken.

Ein VW-Sprecher sagte, dass in den USA und Kanada rund 200.000 Autos betroffen sind. Seit Beginn dieses Jahres ist der Schutz in den beiden Modellen serienmäßig. In Deutschland wird die Vorrichtung von VW nicht angeboten, obwohl auch hier die Möglichkeit besteht, beispielsweise einen Golf TDI irrtümlich mit Benzin zu betanken. "In Europa sind die Autofahrer aber an Diesel gewohnt und es gibt nicht so häufig Fehlbetankungen", sagte der VW-Sprecher, "in Nordamerika ist es für die Leute dagegen offensichtlich schwieriger, die Spritsorten auseinanderzuhalten."

20.000-mal falsch getankt

Die US-Verkehrsbehörde NHTSA hatte im Februar 2011 eine Untersuchung von Dieselmodellen der Marke VW angestoßen, nachdem Dutzende Kunden sich darüber beschwerten, dass ihre Autos auf den Highways liegenblieben. Motorschäden dieser Art sind eine typische Folge von Fehlbetankung, da Benzin die Schmierfähigkeit des Dieselkraftstoffs vermindert. Von der Serviceaktion erhofft sich VW offenbar, dass die Zahl solcher Fälle abnimmt.

In Deutschland sind Fehlbetankungen ebenfalls keine Seltenheit. Laut Angaben des Automobilclubs ADAC mussten im vergangenen Jahr 20.000 Fahrzeuge abgeschleppt werden, weil sie mit dem falschen Kraftstoff betankt worden waren. Viele Hersteller bieten mittlerweile jedoch Schutzvorrichtungen an, die eine Fehlbetankung fast unmöglich machen.

cst

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insgesamt 181 Beiträge
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1. Hat aber gar nichts ...
waldemar 23.05.2013
Zitat von sysopVolkswagen will schusselige Kunden in Nordamerika vor einem Fehler bewahren ...
... mit den Fantatilliarden an Schadenersatzklagen, Schmerzensgeld etc. zu tun, die auch von schusseligen Kunden gern eingeklagt werden. VW möchte nicht, dass die Kunden eine möglicherweise hohe Rechnung von VW, bzw. einer VW-Werkstätte bekommen. VW liebt seine Kunden, oder fast alle Kunden ...
2. Beschriftungen
cor 23.05.2013
Sehr gut. Ich empfehle auch noch Beschriftungen der Türen sowie des Kofferraums. Nicht, dass noch einer der nordamerikanischen Intelligenzbestien Beifahrer- und Fahrerseite verwechselt.
3.
Hupert 23.05.2013
Zitat von sysopVolkswagen will schusselige Kunden in Nordamerika vor einem Fehler bewahren: Der deutsche Autohersteller bietet eine kostenlose Umrüstung für Dieselfahrzeuge an. Rund 200.000 Autos sollen einen neuen Tankeinfüllstutzen erhalten - damit sie fortan nicht mehr mit Benzin gefüllt werden können. VW bietet in den USA kostenlose Serviceaktion für Dieselautos - SPIEGEL ONLINE (http://www.spiegel.de/auto/aktuell/vw-bietet-in-den-usa-kostenlose-serviceaktion-fuer-dieselautos-a-901566.html)
Wie denkunwillig oder phlegmisch in der Birne muss man eigentlich sein um einen tausende Kilometer entfernt ansässigen Automobilhersteller die Verantwortung für sein Handeln zu übertragen. Sind da nur alle völlig ferngesteuert?
4. --------------
brux 23.05.2013
Bei der Bloedheit amerikanischer Autofahrer habe ich langsam Mitleid mit Volkswagen (und Toyota und Audi, die diese Erfahrung schon frueher machen durften).
5. Warum nicht bei uns
rai-og 23.05.2013
solch eine Vorrichtung. Ist mit schon oft passiert das ich vor der Zapfsäule stehe und mich frage. Was ist Diesel oder Benzin. Beispiel ARAL. Super Diesel ganz schnell Super getankt. Shell ultimate v-power. Da blicke ich gar nicht mehr durch ist das Diesel oder Benzin. Warum Nicht einfach: DIESEL und BENZIN Dann gibt es solche Fälle nicht mehr.
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