Pkw-Ranking 2018 Das sind die Lieblingsautos der Deutschen

Die Deutschen lassen sich die Lust am Auto von Fahrverboten und Dieselkrise nicht vermiesen: Sie kaufen weiter Neuwagen - aber andere als bisher. Die beliebtesten Modelle im Überblick.

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Dieselkrise und Fahrverboten zum Trotz haben die Behörden 2018 etwa 3,4 Millionen Neuwagen in Deutschland zugelassen - gerade einmal 0,2 Prozent weniger als im Jahr zuvor. Damals war der Absatz auf den höchsten Wert seit 2009 geklettert.

Die Debatte über schlechte Luft und Stickoxide hat den Markt dennoch beeinflusst: Im vergangenen Jahr haben sich Autofahrer deutlich häufiger für Benziner entschieden. Ihr Anteil an allen zugelassenen Pkw (62,4 Prozent) lag über dem Vorjahresniveau (57,7 Prozent), der Anteil von Diesel-Pkw mit 32,3 Prozent hingegen klar unter den 38,8 Prozent von 2017.

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Autoranking 2018: Die meistverkauften Autos in Deutschland

"Der Dieselskandal hat zu einer enormen Vertrauenskrise geführt", sagt Stefan Bratzel, Direktor des Center of Automotive Management (CAM). Die Hersteller hätten die Aufklärung der Affäre verschleppt und betroffene Autofahrer nicht oder selten entschädigt - das habe Zweifel am Diesel verstärkt.

Besonders die Aussicht auf Fahrverbote haben Autofahrer häufiger zum Benziner greifen lassen. Denn auch neuere Selbstzünder könnten bald nicht mehr in manche Innenstädte fahren, warnen Fachleute. Die Sonderrabatte für Kunden, die einen alten Diesel in Zahlung geben, haben die Verkaufszahlen von Benzinern nach Bratzels Ansicht zusätzlich in die Höhe getrieben.

Fürs Klima ist deren Boom kontraproduktiv. Benziner verbrauchen mehr Sprit als vergleichbare Dieselmotoren und stoßen damit mehr Kohlendioxid (CO2) aus.

Die 2018 zugelassenen Autos haben im Schnitt wohl mehr CO2 emittiert als 2017. Das legen die Zahlen bis einschließlich August nahe. Demnach emittierten die Wagen im Schnitt 130,1 Gramm CO2 pro Kilometer. Im selben Zeitraum in 2017 waren es 128 Gramm. Werte für das Gesamtjahr hat das Kraftfahrt-Bundesamt noch nicht veröffentlicht, weil sich zwischenzeitlich die Messmethode geändert hat.

Elektroautos kommen - aber langsam

Schlecht fürs Klima ist zudem die ungebremste Nachfrage nach durstigen SUVs und Geländewagen. Mehr als jede vierte Neuzulassung entfiel 2018 auf die beiden Segmente (27,1 Prozent) - deutlich mehr als 2017 (23,9 Prozent).

Die wachsende Zahl von Elektroautos gleicht den Trend steigender Emissionen bei weitem nicht aus. Reine Elektroautos erreichten im vergangenen Jahr einen Anteil von gerade einmal einem Prozent - mit etwa 36.000 Neuzulassungen. Hybridautos kommen auf 3,8 Prozent (130.258 Neuzulassungen). Erdgasautos waren mit einem Anteil von gerade 0,3 Prozent (10.804 Stück) vertreten, Flüssiggasautos mit 0,1 Prozent (4663).

Zum Vergleich: Im Elektro-Musterland Norwegen waren 31,2 Prozent aller verkauften Neuwagen reine E-Autos. Zählt man die Plug-in-Hybride hinzu, wächst diese Zahl auf 49,1 Prozent. Der durchschnittliche CO2-Ausstoß aller Fahrzeuge betrug lediglich 71 Gramm pro Kilometer.

Welche Autos die Deutschen am häufigsten gekauft haben, sehen Sie in der Fotostrecke.

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viellärmumnichts 22.01.2019
1. BILD Niveau
Ich bin wieder mal enttäuscht, Der Teaser in der Übersicht spricht von veränderten Präferenzen und im Artikel ... BREAKING NEWS ... es werden mehr Benziner gekauft. Ich dachte jetzt kommt da etwas, dass eh nicht jeder schon weiss. Dazu noch ne Plattitüde vom Bratzel und fertig ist der SPON Artikel zu einem technischen Thema. Nicht zu vergessen, in der Bilderserie werden teilweise Fahrzeuge aus der letzten bzw vorletzten Generation gezeigt. Ich frage mich, wieviel Kompetenz und Genauigkeit in Themen steckt, in den ich mich selber nicht auskenne. Leider liest sich das mehr wie BILD.
nuramnoergeln 22.01.2019
2. Spritpreis zu niedrig
Solang noch große Autos mit hohem Verbrauch stärker Nachgefragt werden, als kleine Autos mit geringerem Verbrauch, solang ist der Spritpreis noch nicht hochgenug. Das E-Autos in Deutschland kaum nachgefragt werden, ist nicht verwunderlich. Ohne flächendeckende Lademöglichkeit (Infrastruktur) auch keine Nachfrage. Aber wo ist das Brennstoffzellenauto. Das wird nähmlich eher die Zukunft und nicht das E-Auto, mit seinen langen Ladezeiten, begrenzter Kilometerzahl und einem Akku der später Sondermüll ist.
eunegin 22.01.2019
3. Lieblingsauto ungleich gekauftes Auto...
Lieblingsautos sind das wohl nicht notwendigerweise, denn das Konto bestimmt zuweilen die Wahl.
5b- 22.01.2019
4. Vertrauensverlust
Ich glaube nicht, dass Dieselfahrer das Vertrauen in die Hersteller verloren haben. Die Hersteller haben so viel getrickst, wie Ihnen durchgelassen wurde. Stellt sich mal einer vor der Lehrer verlässt während eines Testes den Raum unter Ankündigung wie lange er weg sein wird. Man stelle sich weiter vor, dass der Lehrer dies jedesmal so tut. Dann, eines Tages kommt er viel zu früh wieder in die Klasse gestürmt und regt sich darüber auf, dass geschummelt wurde. Aber er regt sich nicht wirklich auf. Im Grunde möchte er die Sache so schnell begraben, wie möglich. Was der Lehrer wollte, war gute Noten für seine Schüler und es war ihm völlig egal ob sie was gelernt haben oder nicht. Dieselfahrer haben das Vertrauen in die Vernunft der Politik in Sachen Autoabgase verloren. Erst wollten wir den Planeten retten und den CO2 Ausstoß verringern. Das hat der Diesel super gemacht. Dann haben wir Angst vor Stickoxiden bekommen obwohl die Sachlage überhaupt nicht geklärt ist. Dass von irgendwo Zahlen kamen wieviele Menschen an Stickoxiden sterben, hilft dem wissenschaftlichen Diskurs nicht und die Hysterie ist ausgebrochen. Nun sind wir an dem Punkt den Diesel, der spätestens mit der Euro 6 Norm wirklich sauber geworden ist, abschaffen zu wollen und es scheint möglich, dass es generelle Dieselverbote geben könnte obwohl sie besser für den Planeten sind. Wir wollen uns vor Stickoxiden schützen, von denen wir überhaupt nicht sagen können, wieviele wir dort haben, wo wir uns am meisten aufhalten. Warum werden Stickoxide nicht in Wohngebieten oder wenigstens in Wohnhäusern neben den Straßen gemessen? Dort zu messen wo niemand wohnt oder arbeitet hat nicht viel Sinn. Wir leben nicht auf vielbefahrenen Straßen. Diese Diskussion lenkt davon ab, dass wir ohne den Diesel mehr CO2 ausstoßen und damit alle Menschen auf der Welt mit der Verstärkung des Klimawandels belasten. Müssen wir auf Dürren oder andere Katastrophen warten bis wir die Zahlen von Stickoxid- und Klimatoten gegenüber stellen können? Es wurden nicht weniger Dieselautos gekauft weil das Vertrauen in die Technik weg ist sondern wegen des mangelnden Vertrauens darin, dass man mit dem Diesel in Zukunft noch fahren darf. Es ist von Grund auf ein politisches und kulturelles Problem. Die Technik hat es schon gelöst. Langfristig gibt es nur den sauberen Betrieb von Elektromotoren. Da das Problem mit den Ladestationen für die flächendeckende Verbreitung von Akkuautos ein langfristiges zu sein scheint, sollten wir uns auf die Wasserstoffinfrastruktur konzentrieren. Ich bin mir absolut sicher, dass dies auch schon geschehen wäre, hätten die meisten deutschen Autohersteller Wasserstoffautos im Angebot. Mit der E-Mobilität sind wir wieder in ein politisches Problem hineingerutscht. Die Autobauer haben sich wegen der spärlichen Infrastruktur bis vor einiger Zeit den Elektroautos verwehrt. Nun sind alle im erzwungenen E-Rausch obwohl für den Flaschenhals des Elektroautoabsatzes in Deutschland, die Ladeinfrastruktur, keine flächendeckende Lösung gefunden wurde.
super-m 22.01.2019
5.
Beim BMW 1er ist die erste Generation abgebildet. Das wunderliche an der Statistik ist aber, dass auf den ersten vier Plätzen Volkswagen sind. Das lässt am Urteilsvermögen der Neuwagenkäufer Zweifel aufkommen...
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