Kennen wir uns nicht? Wer auf der diesjährigen Detroit Auto Show über den VW-Stand schlendert, dem dürfte die sportliche Beetle-Studie, die dort als E-Bugster im Rampenlicht parkt, bekannt vorkommen. Nicht nur, weil sie aussieht wie ein getunter Käfer aus den siebziger Jahren, sondern auch, weil VW schon vor sieben Jahren in Detroit die beinahe identische auf Basis des voran gegangenen New Beetle enthüllte.
Wie damals haben die Designer auch die neue Studie nach klassischer US-Manier gechoppt: Das Konzeptauto wurde breiter, bulliger und das Dach um neun Zentimeter abgesenkt. Falls es den Insassen zu warm wird, können sie das Hardtop komplett abnehmen. Deshalb heißt der Wagen auch Bugster, ein Kunstwort aus der englischen Käfer-Übersetzung Bug und der Gattungsbezeichnung Speedster für einen offenen, zweisitzigen Sportwagen.
Unter der vertrauten Form steckt allerdings eine neue Antriebstechnik. Vorn unter der Haube steckt ein Elektromotor mit 115 PS, der den Bugster in etwa elf Sekunden auf Tempo 100 beschleunigt. Die Reichweite soll bei mindestens 180 Kilometern liegen. Möglich macht das ein Lithium-Ionen-Akku mit einer Kapazität von 23,8 kWh.
Geladen wird der Stromspeicher mit einer neuartigen Technik. Das sogenannte Combined Charging System ist eine Gemeinschaftsentwicklung aller deutschen Hersteller sowie Ford und General Motors. Der Clou daran: Die standardisierte Ladeschnittstelle funktioniert mit allen verfügbaren Stromsorten - Wechsel-, Dreh- oder Gleichstrom. Außerdem lassen sich die Autos an speziellen Schnellladestationen in nur 35 Minuten aufladen..
Es gibt also nur eine Art von Ladebuchse, nur einen Stecker und vor allem ist die Ladesteuerung, also die notwendige Software für sämtliche Stromarten, bei allen Fahrzeugen dieser Hersteller einheitlich integriert. So sollen die Kosten verringert und das Wirrwarr der je nach Land unterschiedlichen Strom- und Steckerarten besser handhabbar gemacht werden.
Insofern ist der Bugster nur optisch ein angestaubter Hut. Unter dem Retro-Blechkleid steckt eine kleine, aber feine Revolution: Denn wie, fragten sich selbst Elektroautofans, soll es jemals etwas werden mit einer Ladeinfrastruktur, also dem Durchbruch der Elektromobilität, wenn sich die Hersteller noch nicht mal auf einen Stecker einigen können? Zwar ist der Bugster nur eine Studie, die so wohl nie gebaut wird, aber trotzdem erscheint es, als würde diese Hürde jetzt in Angriff genommen.
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