Produktionsende des VW Phaeton Nicht mal der Papst konnte ihn retten

Ende März läuft der letzte Phaeton vom Band, Volkswagens teurer Ausflug in die Luxusklasse ist vorbei. Ein Abschied in zehn Fakten.

Ein VW Phaeton in der Gläsernen Manufaktur in Dresden
VW

Ein VW Phaeton in der Gläsernen Manufaktur in Dresden

Von Matthias Kriegel


31. Mai 2002: Dieses Datum sollte für VW den "Start in eine neue Ära" markieren. Es war der Tag, an dem der Phaeton auf den Markt kam - das erste Oberklassemodell des Wolfsburger Autoherstellers. Die Limousine sollte der krönende Abschluss von Ferdinand Piëchs Zeit als Vorstandschef des Volkswagen-Konzerns sein. Doch der Wagen geriet zum Flop, und die Absatzziele entpuppten sich als unerreichbar.

Dabei hatte der Phaeton einige technische Raffinessen zu bieten: serienmäßige Luftfederung, W12-Motor sowie die weltweit erste, "weitgehend zugfreie" Klimaautomatik. Letzteres war angeblich ein Herzensanliegen des zugluftempfindlichen Vorstandschefs. Doch gegen Mercedes S-Klasse, BMW 7er und Audi A8 hatte der Phaeton nie wirklich eine Chance. Zu eng war das VW-Image mit massentauglichen Alltagsautos wie Golf oder Polo verbunden, Luxus passte nicht zur Marke. Zudem sah der Wagen aus wie ein aus den Fugen geratener Passat.

Letztendlich machten die durch die Abgasaffäre nötigen Einsparmaßnahmen dem Wagen endgültig den Garaus. Die für 2016 geplante neue Baureihe wird es nicht geben, stattdessen endet die Produktion nun Ende März.

Der VW Phaeton wird dennoch in Erinnerung bleiben - nicht zuletzt wegen folgender zehn Eigenheiten:

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insgesamt 120 Beiträge
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jufo 10.03.2016
1. zu fahren war der super
einfach ein toller Passat! Aber es gibt inzwischen so viele Luxusmarken im Konzern, die auch Luxus Design könnten, da ist für den dicken Niedersachsen kein Platz. Der erste Superb sah ja im Grunde ähnlich aus.
Hank Hill 10.03.2016
2. Der Phaeton
ist sicher ein gutes Auto. Das Problem von Anfang an war, daß die Marke VW für Haltbarkeit und Qualität steht, aber auch für Biederkeit, Mief und Langeweile. Wer viel Geld für ein Auto bezahlt möchte in der Regel auch etwas vom Image der Marke haben. Und da hat VW im oberen Bereich keine Reputation.
mielforte 10.03.2016
3. Als Technologieträger und Wertmaßstab
für das gesamte Unternehmen hat er seine Aufgabe mehr als erfüllt. Deshalb möchte ich das Leiden dieses Fahrzeugs nicht nur negativ bewerten. Als "großer Passat" mit eingefrorenem Konzept mußte es jedoch so kommen, wie es kam.
spon-49j-k5ri 10.03.2016
4. Aus Pharton wird Phideon
Ich bitte noch etwas zu recerchieren. Der Phaeton Nachfolger kommt als Phideon auf den Markt und wird erstmal nur in China angeboten, da andere Märkte den nicht brauchen, außerdem kann in einer nicht-Manufaktur günstiger produziert werden. Ich bitte das zu beachten. Das Fahrzeug wurde übrigens vor 1-2 Wochen auf dem Genfer Autosalon vorgestellt.
thevicar 10.03.2016
5. Sohn des Sonnengottes
Der Name war hier wohl Programm. Und wie heißt es schon in der griechischen Mythologie als Phaeton seinen Sonnen-Wagen vergeigt: "Aber der Vater, der dies alles mit ansehen musste, verhüllte sein Haupt in brütender Trauer."
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