Peking - Volkswagen spricht zwar von einer "freiwilligen" Vorsichtsmaßnahme. Dennoch: Es ist die bisher größte Rückrufaktion in China. Der Konzern holt auf seinem weltweit wichtigsten Absatzmarkt 384.000 Autos wegen Problemen mit dem Direktschaltgetriebe in die Werkstatt zurück. "In einzelnen Fällen kann eine elektrische Fehlfunktion in der Kontrolleinheit oder ein Mangel an Öldruck in der Getriebemechatronik zu einer Unterbrechung der Stromversorgung führen." Die Steuerung und Bremsen seien in dem Fall aber nicht betroffen. Der Fahrer könne das Auto weiter kontrolliert und sicher zum Stehen bringen.
Autos, die heute verkauft würden, seien nicht betroffen, hieß es in einer Erklärung weiter. Bei der Rückrufaktion wollten Volkswagen und seine chinesischen Joint Venture-Partner die Getriebemechatronik ersetzen und die neueste Software installieren.
Nach Angaben der Qualitätsaufsichtsbehörde (AQSIQ) in Peking sind Autos aus chinesischer Produktion vom Typ Passat, Touran, New Bora, Sagitar, Magotan, Lavida und Skoda Octavia, Superb sowie importierte Golf Variant, Scirocco, Cross Golf und Audi A3 betroffen.
Die Schwierigkeiten mit den Doppelkupplungsgetrieben sind seit März 2012 bekannt. In einer Serviceaktion sei schon bei mehr als 90 Prozent der Autos neue Software aufgespielt worden, hatte Volkswagen am Samstag bei der ersten Ankündigung der Aktion mitgeteilt.
Nach Volkswagen-Angaben stehen die Probleme in Verbindung mit den extremen Witterungsbedingungen und dem hohen Verkehrsaufkommen. In Peking etwa können im Winter Temperaturen von unter minus 20 Grad auftreten, während das Thermometer im Sommer die 40-Grad-Marke übersteigen kann. Außerdem fließt der Verkehr in chinesischen Metropolen nur sehr zäh.
Deshalb treten diese Defekte an den Doppelkupplungsgetrieben bei Fahrzeugen in Deutschland nicht auf.
yes/dpa
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