Abgasmanipulationen in den USA VW stoppt Verkauf einiger Dieselmodelle

Im Skandal um manipulierte Abgaswerte hat VW eine erste Entscheidung getroffen: Einige Diesel-Modelle aus dem Jahr 2015 verkauft der Konzern in den USA vorerst nicht mehr.

Volkswagen-Werk in Wolfsburg: Massive Abgasmanipulationen in den USA
DPA

Volkswagen-Werk in Wolfsburg: Massive Abgasmanipulationen in den USA


Im Manipulationsskandal um Abgaswerte bei Dieselfahrzeugen in den USA hat Volkswagen eine erste Konsequenz gezogen: Das Unternehmen ordnete einen Verkaufsstopp für einige Modelle an. Bestimmte Wagen des Modelljahrs 2015 sollen vorerst nicht mehr angeboten werden. Die Anweisung sei an US-Autohändler gegangen, sagte ein VW-Sprecher. Die Zahl der betroffenen Fahrzeuge nannte er nicht.

Zuvor hatte der VW-Konzern massive Abgasmanipulationen an Dieselmodellen in den USA eingeräumt. Entsprechende Vorwürfe hatte die US-Umweltschutzbehörde Epa am Freitag veröffentlicht. Volkswagen-Chef Martin Winterkorn kündigte umfassende Aufklärung an. VW habe eine externe Untersuchung in Auftrag gegeben.

Die Epa verdächtigt VW, bei zahlreichen Dieselfahrzeugen die Abgasvorschriften vorsätzlich umgangen zu haben. Es geht demnach um fast eine halbe Million Autos. Für den Konzern könnte dies nach Angaben der Behörde eine Strafe von bis zu 18 Milliarden Dollar nach sich ziehen.

Einfach gesagt, diese Autos hatten ein Programm, das die Abgasbegrenzung beim normalen Fahren ausschaltet und bei Abgastests anschaltet", sagte Epa-Vertreterin Cynthia Giles. Laut Epa erkennt eine "hochentwickelte Software" von Volkswagen, ob Autos behördlichen Tests unterzogen würden oder im Normalbetrieb unterwegs seien. Die Epa nennt sie "Defeat Device", Abschalteinrichtung.

Die wichtigsten Fragen und Antworten finden Sie im Überblick hier.

brk/Reuters

insgesamt 87 Beiträge
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herbert 21.09.2015
1. Der Schaden für VW ist riesig !
Ausgerechnet in den USA solch einen Bockmist machen, dürfte schon mehr als dämlich sein. Welche VW Figur hat denn solch eine Unfähigkeit zu verantworten? Das dürfte satt an Strafe kosten. Die Börsen werden VW abstrafen und die VW Absatzzahlen dürften einknicken. Na ja, dann gibt es bald Sonderangebote im VW Land !
Bahn-DE 21.09.2015
2. Wie auch in Europa
nach meiner Kenntnis wissen auch die in Europa zugelassenen Fahrzeuge, wann sie auf dem Prüfstand im Prüfzyklus sind und wann auf der Straße - ganz legal natürlich.
Harry_S 21.09.2015
3. Einfache technische Frage
Warum wurde die offenbar ja eingebaute Abgasbegrenzung im Normalbetrieb überhaupt abgeschaltet? Wo ist da der Nutzen, mehr Schadstoffe in die Luft zu blasen als bei den Tests? Kann das SPON bitte mal erläutern?
cogito-ergo-sum 21.09.2015
4. Betrug statt Abgasreduktion
Das ist typisch für die deutsche Automobilindustrier (wahrscheinlich machen es die anderen Produzenten einfach geschickter und lassen sich nicht erwischen): Die EU-Forderungen nach niedrigeren Emissionswerten konnzen die Autobauer dank des unermüdlichen Lobby-Einsatzes unserer "Klimakanzlerin" abwehren. Und statt darüber nachzudenken, wie man vielleicht sauberere Autos bauen kann (wenn irgendwann die Kanzlerin die Senkung der Abgasnormen nicht mehr verhindern kann), wird Software zum Bescheißen entwickelt...
abi68 21.09.2015
5. Hoffentlich keine 18 Mrd USD Strafe.
Wenn eine derartig hohe Strafe an den deutschen Staat gehen wüde, könnte ich damit leben. Aber bitte nicht an die USA. Die hätten dann wieder genügend Geld, um den nächsten Krieg finanzieren zu können. Und was die Kriege der USA in Europa anrichten, sollte jeder Deutsche eigentlich wissen.
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