Wasserstoff-Auto: Zu Hause zapfen

In einer Pressemitteilung meldet Honda in diesen Tagen großspurig: "Versorgungsproblem der Brennstoffzelle gelöst!" Anlass der Euphorie ist eine Heimenergiestation, die der japanische Hersteller in Kalifornien in Betrieb genommen hat.

Heimische Wasserstoffquelle: Honda konzipiert eine Heimenergiestation für sein Brennstoffzellenauto FCX

Heimische Wasserstoffquelle: Honda konzipiert eine Heimenergiestation für sein Brennstoffzellenauto FCX

Die Heimenergiestation, kurz HSE genannt, befindet sich auf dem Gelände des Honda-Entwicklungszentrums im kalifornischen Terrace. Das gemeinsam mit dem Unternehmen Plug Power Inc. entwickelte System erzeugt aus Erdgas den zum Betrieb von Brennstoffzellenfahrzeugen nötigen Wasserstoff und versorgt gleichzeitig einen Einfamilienhaushalt mit Strom und Warmwasser. Honda teilt mit, dass somit "nicht nur der autarke Betrieb eines kompletten Hauses möglich" sei, sondern "noch dazu ein Brennstoffzellenfahrzeug mit Kraftstoff versorgt werden" kann.

Das HSE-System besteht im Wesentlichen aus fünf Komponenten. Ein Reformer gewinnt aus Erdgas den Wasserstoff. Eine Brennstoffzelleneinheit, die das Gesamtsystem mit Energie versorgt, nutzt gleich einen Teil dieses Wasserstoffs. Ein Refiner reinigt den Wasserstoff; ein Kompressor setzt den gewonnenen Wasserstoff unter Druck, und in dem dazugehörigen Hochdrucktank wird der Wasserstoff gespeichert. Die Anlage ist so ausgelegt, dass sie an einem Tag mehr als eine Tankfüllung Wasserstoff für das Honda-Brennstoffzellenauto FCX liefert (Tankfüllung 156,5 Liter, Reichweite 395 Kilometer). Außerdem werden etwa 400 Liter Wasserstoff in einem externen Tank gespeichert, um die ständige Verfügbarkeit der Energiequelle zu gewährleisten.

Neben der Heimenergiestation, die mit Erdgas betrieben wird, baute Honda auch eine kompakte Wasserstoffanlage auf, die das Gas mit Hilfe von Solarenergie und einer Elektrolyseeinheit aus Wasser erzeugt. Beide zentralen Komponenten dieses Systems, die Solarpaneele sowie die Elektrolyseeinheit, wurden von den japanischen Ingenieuren nach eigenen Angaben entscheidend weiterentwickelt. Über die Serienreife der Anlagen, über Kosten und über die Sicherheit gibt es derzeit noch keine Aussagen.

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