Wasserstoffantrieb: Daimler baut Brennstoffzellen-Großserie ab 2014

Tempoverschärfung beim Wasserstoffantrieb: Daimler will bereits ein Jahr früher in die Großserienproduktion von Brennstoffzellen-Autos einsteigen. Gemeinsam mit Linde soll parallel das Netz von passenden Tankstellen ausgebaut werden.

Mercedes-Benz-Brennstoffzellenfahrzeug: Bundesweites Tankstellennetz bis 2014 Zur Großansicht
dapd

Mercedes-Benz-Brennstoffzellenfahrzeug: Bundesweites Tankstellennetz bis 2014

Stuttgart - Daimler sieht die Zeit für den Ausbau der Wasserstoff-Technologie in Deutschland gekommen: Laut Vorstandschef Dieter Zetsche wird die Serienfertigung bereits 2014 anlaufen - das ist ein Jahr früher als bisher vorgesehen. Bislang produziert der Konzern erst eine Kleinserie von 200 Fahrzeugen. Zuvor hatte der Autobauer bekanntgegeben, dass er zusammen mit dem Industriegashersteller Linde beim Aufbau von Wasserstofftankstellen in Deutschland aufs Tempo drücken will.

Vor allem das lückenhafte Tankstellennetz galt bislang als Hemmschuh für den Durchbruch des alternativen Antriebs. Nun soll diese Infrastruktur aufgepäppelt werden: In den kommenden drei Jahren wollen die beiden Firmen 20 zusätzliche Stationen errichten und dafür einen zweistelligen Millionenbetrag investieren. Eine Tankstelle koste etwa eine Million Euro.

Zusammen mit dem Ausbau von verkehrsgünstig gelegenen, bestehende Tankstellen von Mineralölfirmen werde sich das Wasserstoff-Tankstellennetz laut Daimler und Linde bis 2014 mehr als verdreifachen. Zurzeit gibt es den Angaben zufolge knapp 30 Stationen. Die neuen Stationen sollten in den Regionen Stuttgart, Berlin und Hamburg sowie entlang einer neuen durchgängigen Nord-Süd- und Ost-West-Verbindung gebaut werden.

Über die geplante Großserienfertigung machte Daimler-Chef Zetsche keine genauen Angaben, was etwa Stückzahl sowie Preise und Kosten der Autos betrifft. Bislang investierte das Unternehmen etwa eine Milliarde Euro in die Entwicklung der Brennstoffzellen-Technologie.

fdi/Reuters/dpa/dapd/AFP

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1. Irrweg
Joe67 02.06.2011
Wasserstoff ist als Energiespeicher sehr ineffizient. Der Verlust liegt bei etwa 70% - im Gegensatz zu weniger als 10% bei Batterien. Daher eignet sich Wasserstoff nur für Einsatzgebiete, bei denen die Effizienz zweitrangig ist. Bei Raketen z.B. ist das Wichtigste die Reduzierung des Startgewichts - die Effizienz der Treibstoffproduktion spielt dagegen keine Rolle. In die Wasserstofftechnologie wurden über Jahrzehnt irrsinnige Summen versenkt. Die Milliarde an Investitionen, die Daimler dafür verpulvert hat, stammen überwiegend aus öffentlichen Forschungsgeldern. 20 Tankstellen bundesweit sind ein Witz und "Grosserienproduktion" meint dann vielleicht 1000 Fahrzeuge. Es scheint, dass Daimler sich weiter bei den Fördertöpfen bedienen möchte. Das klassische Auto ist ein Irrweg. Selbst die e-Mobile (etwa 3 Mal so effizient wie ein H-Mobil) verschwenden durch ihr Gewicht viel Energie. Leichtere Fahrzeuge machen die Strassen sicherer und sparen viel Energie ein. Wenn die Elektromobilität gefördert werden soll, sollten als erstes e-Fahrräder und e-Motorräder gefördert werden. Ein e-Fahrrad ist 100 Mal effizienter als ein e-Auto. Die Dinaosauriertechnologie Wasserstoff sollte schnellstmöglich begraben werden um die Forschungsmilliarden für sinnvolle Alternativen frei zu machen.
2. Energie aus den Dampfkochtopf
capitain_future 02.06.2011
Zitat von sysopTempoverschärfung beim Wasserstoffantrieb: Daimler will bereits ein Jahr früher in die Großserienproduktion von Brennstoffzellen-Autos einsteigen. Gemeinsam mit Linde soll parallel das Netz von passenden Tankstellen ausgebaut werden. http://www.spiegel.de/auto/aktuell/0,1518,766256,00.html
Na,dass ist schon mal ein Fortschritt! Nur leider hat die Sache mit den Wasserstoff den Hacken,dass das Zeug auf mehr als minus 240 Grad beständig gekühlt werden muss dazu einige zig Bar Unter Druck. Wieviel Energie dass wohl kostet? Warum produziert Daimler samt Partner nicht auch dezentrale Energie Stationen mit Brennstoffzellen für den Hausgebrauch? Diese könnten Sie genauso gut verkaufen wie Autos. Bis diese technisch aufwändigen und energiefressenden Probleme gelöst sind, da würde ich lieber vorschlagen sämtliche größere Stadtteile in Deutschland (auch woanderes) mit Biogasreaktoren zuversehen-gefüllt mit den fest Bestandteilen unseres täglichen Abwassers-und daraus abgefüllte Biogas Energie für Heizungen und Motoren zumachen. Und gleichzeitig Automobile nach Fahrzeug Gewicht UND CO2 zu besteuern und Leichte Pkws finanzell zu fördern. Die Hersteller sollten auch endlich weg von Stahl und Blech und sehr viel recycltes Material aus der Abfallwirtschaft für die Autos verwenden.Das Auto aus den Baukasten bietet sich dafür dazu auch Kooperation mit anderen. Dass ist keine Zukunftsmusik,sondern kann per EU Gesetz jeden Auto Hersteller aufgedrückt werden.
3. Wasserstoffgas
Zuversicht7 02.06.2011
Zitat von sysopTempoverschärfung beim Wasserstoffantrieb: Daimler will bereits ein Jahr früher in die Großserienproduktion von Brennstoffzellen-Autos einsteigen. Gemeinsam mit Linde soll parallel das Netz von passenden Tankstellen ausgebaut werden. http://www.spiegel.de/auto/aktuell/0,1518,766256,00.html
(H2) ist klein aber gemein, weil das Gas sehr leicht durch alle Werkstoffe, ausser Gold, diffundiert. CH4(Erdgas) läßt sich einfacher speichern und hat einen 3fach größeren Energieinhalt, bezogen auf das Volumen! Audi wird wohl den"Erdgas-Weg" gehen: http://www.spiegel.de/auto/aktuell/0,1518,762402,00.html Als Denkanstoss: Erneuerbare Energien "Grundlastfähig" machen! Aus dem erneuerbaren Strom, Wind, Sonne, Geothermie, wird durch Elktrolyse Wasserstoff erzeugt und wird dann, bei 60%Wirkungsgrad, mit CO2 in "Thermischer Synthese" in Methan(Erdgas) umgewandelt. Die entstehende Abwärme (ca.80 Grad) kann in Nahwärmenetze eingespeist werden. Das "Erneuerbare Erdgas" wird in unser vorhandenes Erdgasnetz eingespeist und steht als Langzeitspeicher mit einem Energieinhalt von ca. 200TWh zu Verfügung(elektr. 120TWH),Stromverbrauch DE jährlich 635TWh, also gesicherte Stromerzeugung für ca. 75 Tage! Aus diesem Gasnetz werden deutschlandweit Siemens GUD-Kraftwerke und dezentrale BHKW´s im KWKK- Modus betrieben, deren Abwärme in Nahwärmenetze eingespeist wird und zum Heizen oder direkt über Absorbtionskühlaggregate zur Kühlung (Klimaanlagen, Frischkühltesen) genutzt werden kann! Auf den Aufbau zusätzlicher Höchstspannundsleitungen kann so verzichtet werden, da das Erdgasnetz die Energieübertragung übernimmt! Als Kurzzeitspeicher stehen dann Pumpspeicher-Kraftwerke und Druckluft-Kraftwerke und eventuell die Akku´s der Eletromobile bereit. Pilotprojekt:http://www.solar-fuel.net/loesung/alpha-anlage-laeuft/ http://www.weltderphysik.de/de/8581.php Weserübung
4. Hier liegt tatsächlich die Zukunft!
Jawo Kanndattan 02.06.2011
Zitat von sysopTempoverschärfung beim Wasserstoffantrieb: Daimler will bereits ein Jahr früher in die Großserienproduktion von Brennstoffzellen-Autos einsteigen. Gemeinsam mit Linde soll parallel das Netz von passenden Tankstellen ausgebaut werden. http://www.spiegel.de/auto/aktuell/0,1518,766256,00.html
In der Wasserstofftechnologie und seinen Varianten, als Ersatz für Diesel und Benzin, liegt die Zukunft der mobilen Energiespeicher und nirgendwo anders. Batterien/Akkus werden nie leistungsfähig, was die Power/Reichweite angeht und flexibel (Ladezeiten) genug sein, um außer in einigen Nischenbereichen, auf Dauer, den bis heute mit fossilen Brennstoffen betriebenen Antrieb für das Automobil zu ersetzen. Von der Entsorgung „ausgebrannter“ und höchst umweltschädlicher Akkus mal ganz abgesehen. Der Hybridantrieb ist auch keine Alternative, sondern eine kurzsichtige, medial und auch marketingmäßig angeheizte Augenwischerei, denn er bedeutet keinen notwendigen Paradigmenwechsel in der mobilen Energiespeicherung. Erdöl wird, wie gehabt, weiterhin in Massen verbrannt! Der einzige Effekt ist, dass durch die sowieso nur minimale Einsparung, wenn überhaupt, nur marginal an der Zeitachse gedreht wird, bis das Erdöl, bedingt durch das rasante Wachstum der Dritte Weltländer, zu knapp und/oder zu teuer wird, oder einfach zu Ende geht. D.h. ein Umstieg ist mittelfristig zwingend notwendig. Mercedes und BMW sind in dieser Technologie schon weit fortgeschritten und haben Lösungen in ihren Schubladen und Linde ist einer weltweit größten und kompetentesten Lieferanten für die dafür notwendige Infrastruktur. Schon vor elf Jahren zur Expo2000 konnte man in der Wanderausstellung „Clean Energy“ diese damals schon fast serienreife Entwicklung bestaunen und sogar an Testfahrten teil nehmen. Die für einen Industrie und Wirtschaftsstaat zwingend und unersetzbare Mobilität, muss erhalten bleiben, denn sonst können wir unseren Sozialstaat, der dadurch erst finanziert wird, in die Tonne treten. Geld wächst eben nicht auf den Bäumen. Dieser Umstieg würde für die Umwelt und das Klima millionenfach mehr bringen, wie die ganze Traumtänzerei, man könne durch das Fahrrad Umwelt und Klima wirksam beeinflussen. Der Energiebedarf der Mobilität beträgt im Moment ca 20 Prozent des gesamten Energiehaushalts der Republik und beruht auf Erdöl. Da es logischerweise keinen Sinn machen würde Wasserstoff wieder mit Hilfe von fossilen Brennstoffen herzustellen, bleibt letztendlich nur die Wasser-elektrolyse, d.h. es bedingt ein enormes Ansteigen des Strombedarfs um diesen gewaltigen, nur durch fossile Brennstoffe bedienten Anteil zu ersetzen. Leider hat sich Deutschland mit dem Ausstieg aus der Kernenergie, für diese, für die Umwelt tatsächlich sinnvolle und auch wirksame Zukunftstechnologie (Automobilindustrie, Abgase, usw) in die Ecke gemalt. Den allein mit Windrädern, Sonnenenergie und allen Misthaufen dieser Welt für Biogas, ist der zukünftige Bedarf an dem dafür notwendigen Strom zur Wasserstofferzeugung nicht zu decken.
5. Nur Verluste ...
rkinfo 02.06.2011
Zitat von sysopTempoverschärfung beim Wasserstoffantrieb: Daimler will bereits ein Jahr früher in die Großserienproduktion von Brennstoffzellen-Autos einsteigen. Gemeinsam mit Linde soll parallel das Netz von passenden Tankstellen ausgebaut werden. http://www.spiegel.de/auto/aktuell/0,1518,766256,00.html
http://de.wikipedia.org/wiki/Brennstoffzellenfahrzeug Also - Wirkungsgrade: - max. 80% bei der Elektrolyse - typ. 40-50% bei der Brennstoffzelle und annähernd Raumtemperatur - typ. 5-10% Verluste bei Transport von Wasserstoffgas - typ. 10% Verluste bei der Kompression von Wasserstoff auf 700 bar Da kommen am Ende 25-35% Gesamtwirkungsgrad raus und ein Antrieb der technisch aufwendig ist. Will man kostengünstige Wasserstoff-Autos bauen so muß sowohl die Brennstoffzelle als auch der Motor klein ausfallen. Und das wären dann eher 10-25 kW als 100-200 kWh ... k.o. !
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Alternative Antriebe: Technisch ist die Brennstoffzelle ausgereift
Förderung umweltfreundlicher
Autos in Europa
Hintergrund und Berechnungsgrundlage
Weltweit subventionieren etliche Länder saubere Autos. In China winken umgerechnet 6500 Euro, in den USA zwischen 1800 und 5300 Euro und in Japan sogar bis zu 11.500 Euro. In Deutschland gibt es bislang keine Förderung. Wie und wo in Europa Autos mit besonders geringem CO2-Ausstoß bezuschusst werden, zeigt die Zusammenstellung von SPIEGEL ONLINE. Als Referenzmodell bei Steuervergleichen diente ein Mercedes B 180 mit einem CO2-Ausstoß von 152 g/km.

Österreich
Österreich: Befreiung von der einmaligen Verbrauchsabgabe (1602 Euro) und der Kfz-Steuer (403 Euro pro Jahr).
Norwegen
Fahrer von Elektroautos dürfen die Bus- und Taxispuren benutzen, und zudem sind alle Parkplätze kostenfrei.
Italien
1500 Euro Zuschuss für ein privat genutztes Elektroauto. Bei gewerblichen Fahrzeugen steigt der Bonus auf 4000 Euro. Stufenweiser Rabatt auf Kfz-Steuer in den ersten fünf Jahren (219 Euro pro Jahr).
Irland
50 Prozent Steuernachlass oder 2500 Euro Zuschuss für Fahrzeuge mit Hybrid- oder Flexfuel-Antrieb.
England
Ab 2011 sollen Käufer von Elektroautos mit einer Summe zwischen umgerechnet 2300 und 5000 Euro unterstützt werden - zunächst ist die Subvention begrenzt bis 2016.
Frankreich
2000 Euro Bonus für Hybrid-, Erd- oder Flüssiggasantrieb mit weniger als 140 g/km CO2-Ausstoß. 5000 Euro für alle Fahrzeuge mit weniger als 60 g/km. Gewerbliche Fahrzeuge werden zudem von der Dienstwagensteuer befreit (1250 Euro pro Jahr).


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