Weltpremiere Audi TT Die glatte Kanone, Teil 2

Der Wagen spaltete die Autowelt in Bewunderer und Spötter. Kaum ein anderes Coupé war so konsequent designt wie der Audi TT, der im Herbst 1998 debütierte. Jetzt, im Frühling 2006, fährt der Nachfolger vor. Enthüllt wurde er gestern Abend am Brandenburger Tor in Berlin.


Wie veredelt man die Premiere eines Autos mit möglichst viel Prominenz? Die Firma Audi fand eine originelle Antwort auf diese Frage, denn die Ingolstädter dachten sich eine doppelte Enthüllung an einem zentralen Ort dieser Republik aus. Gestern Abend wurde auf dem "Platz des 18. März" mitten in Berlin eine gold-silber-metallic-farbene Autoskulptur enthüllt - 10,20 Meter lang und zehn Tonnen schwer. Das Schaumstoff-Ungetüm gehört zum "Walk of Ideas" der Initiative "Deutschland - Land der Ideen", der bis zum Herbst in der Hauptstadt zu sehen sein wird.

Gleich nachdem die von Audi-Designern geformte Plastik beklatscht worden war, trat der eigentliche Zweck des Großauflaufs in Erscheinung: Drei Modelle des neuen Audi TT rollten in den Mittelpunkt der Veranstaltung, die aufgrund ihres politisch-gesellschaftlich-industriellen Allroundcharakters eine illustre Gästeschar angezogen hatte. Vize-Kanzler Franz Müntefering, Bayerns Ministerpräsident Edmund Stoiber, Ungarns Wirtschaftsminister János Kóka, Ronaldo und Zinedine Zidane von Real Madrid, Karl-Heinz Rummenigge und Gerd Müller vom FC Bayern München, Biathlon-Olympiasieger Michael Greis und Ricco Groß, Fernsehmoderator Kai Pflaume und selbstverständlich Berlins Regierender Bürgermeister Klaus Wowereit waren anwesend.

Wer nur flüchtig hinsah, erkannte das neue Auto gar nicht. Audi selbst gibt zu, die provozierend stilisierte Karosserie des bisherigen TT nur "behutsam weiterentwickelt" zu haben. Was sich verändert hat, ist vor allem das Format des Wagens. Der neue TT wurde um 14 Zentimeter auf 4,18 Meter gestreckt und dehnte sich auch in der Breite um acht Zentimeter auf 1,84 Meter aus. Ansonsten aber wurde das Grundprinzip der Gestaltung - nämlich die Kreisform in mannigfacher Abwandlung - beibehalten.

Ein Heckspoiler fährt ab 120 km/h automatisch aus

Und anders als beim Vorgänger, wo es wegen des stilistischen Purismus anfangs zu Problemen mit der Straßenlage und sogar zu einigen schweren Unfällen kam, so dass nachträglich eine Spoilerlippe auf den Heckdeckel geschraubt wurde, trägt der Neue vom Start weg einen Heckspoiler. Allerdings ist das Teil im Heck versenkt und fährt erst ab Geschwindigkeiten von mehr als 120 km/h automatisch aus, um den Anpressdruck an der Hinterachse zu erhöhen und das Auto beherrschbar zu halten.

Im September erst wird der Audi TT auf den Markt kommen - der TT Roadster folgt dann voraussichtlich im kommenden Jahr. Zwei Motoren stehen anfangs zur Wahl, beide sind schon aus anderen Audi-Modellen oder dem VW Golf bekannt: Der 200 PS starke 2-Liter-Turbo-Vierzylinder zum Beispiel aus dem Golf GTI und der 250 PS leistende 3,2-Liter-V6 auf dem Golf R 32. Standardmäßig fahren beide mit einem Sechsgang-Schaltgetriebe vor, die V6-Version wird ausschließlich mit Allradantrieb ausgeliefert.

Verkauf startet sofort, Auslieferung ab September

Weil das bisherige TT Coupé bereits ausverkauft ist, startet Audi ab sofort den Vorverkauf des neuen Modells. Daher sind auch die Preise schon bekannt. Die schwächere Variante kostet ab 31.900 Euro, die stärkere ab 39.900. Für das Doppelkupplungsgetriebe S Tronic verlangt Audi 2100 Euro Aufpreis. Neu ist, dass sämtliche Modelle jetzt ab Werk mit einem CD-Radio ausgeliefert werden. Eine Klimaanlage und ein unten abgeflachtes Sportlenkrad gehören ebenfalls zum Standard.

Heute übrigens gibt es einen kleine Nachpremiere des neue TT auf der Automesse AMI in Leipzig. Einer der drei Vorführwagen vom Brandenburger Tor wurde noch in der Nacht nach Sachsen gebracht, wo er noch bis zum Sonntag die Messebesucher verzücken soll.



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