Weltpremiere SRT Viper Comeback mit Karacho

Mit der Rückkehr der Dodge Viper zeigt der Chrysler-Konzern, dass die Krise der vergangenen Jahre überwunden ist. Der neue Brutalo-Sportwagen tritt mit einem 8,4-Liter-Zehnzylinder-Motor an.

Aus New York berichtet

Tom Grünweg

Als der Chrysler-Konzern vor zwei Jahren im Taumel der Weltwirtschaftskrise die Produktion des Kultsportwagens Viper stoppte, wusste auch der Letzte, wie ernst die Lage war in Detroit. Inzwischen ist die Krise überwunden, Chrysler und damit auch die Marke Dodge sind mittlerweile Teil des Fiat-Konzerns und haben sich berappelt.

Wie zur Bestätigung fährt jetzt auch der brutalste US-Sportwagen wieder vor. "Die Legende ist zurück", ruft Ralph Gilles, Chef der Chrysler-Abteilung SRT (Street-and-Racing-Technology), den Gästen der New York Autoshow zu. Dann wird Heavy Metal serviert: Unter infernalischem Zehnzylinder-Brüllen rollt die neue Viper auf die Bühne.

Brüller aus der automobilen Steinzeit

Was die Fans verzückt und manchen PS-Blogs angeblich Zehntausende von Dollar an Bestechungsgeld für die ersten Fotos wert war, ist ein flammend rotes Coupé, das kaum brachialer gestaltet sein könnte. Das Auto platzt fast vor Kraft.

Kein anderer Sportwagen, den Bugatti Veyron mal ausgenommen, hat einen so großen Motor: Aus 8,4 Liter Hubraum holt die Viper 640 PS und ein maximales Drehmoment von mehr als 800 Nm. "Kein anderer Saugmotor entwickelt so eine hohe Antrittskraft", sagt Gilles. Das Vorgängermodell raste in gut drei Sekunden von 0 auf 100 und war knapp 330 km/h schnell; diese Werte dürfte der neue Wagen locker toppen.

Technisch stammt die Viper im Vergleich zu Hightech-Sportwagen wie dem Porsche 911 oder dem Mercedes SLS aus der automobilen Steinzeit. Inzwischen gängige Standards wie eine Dirketeinspritzung, einen Turbo oder eine Start-Stopp-Automatik sucht man bei der Viper vergeblich. Auf die Verwendung von Aluminium oder Carbon, um das Karosseriegewicht zu drücken, verzichteten die Entwickler ebenso wie auf den Einsatz eines Doppelkupplungsgetriebes.

Hilfe von der italienischen Schwester

Doch immerhin halfen bei der Entwicklung des neuen Modells die Experten der neuen Schwestermarke Ferrari. So stammen die eleganten, schlanken Sitze vom gleichen Zulieferer, von dem auch die Italiener ihre Sitze beziehen.

Zudem erhält der Ballermann erstmals ein Stabilitätsprogramm (das sich stufenweise auch wieder abstellen lässt), für das die Ferrari-Techniker ihr Know-How zur Verfügung stellten und ein auf Knopfdruck verstellbares Fahrwerk. Schließlich wurde bei der Neuauflage der Legende die Struktur um 50 Prozent versteift und der Wagen zugleich um rund 100 Kilogramm abgespeckt.

Die Viper ist für Dodge und den ganzen Chrysler-Konzern viel mehr als nur ein spektakulärer Blickfang. Der Sportwagen hat vor allem eine symbolische Bedeutung. "Wir werden mit diesem Auto nicht viel Geld verdienen. Aber es gibt uns unsere Seele zurück", sagt Gilles. Und der Wagen bedeutet, nach zwei Jahren des Stillstands, wieder Arbeit an der Conner Avenue in Detroit.

Preis - mindestens 100.000 Euro

Derzeit wird das Werk dort für das Comeback der Legende vorbereitet, im Sommer soll die Montage der neuen Viper beginnen. Wie schon das erste Modell von 1992 wird auch die fünfte Generation weitgehend in Handarbeit gebaut. Weil die Stückzahl entsprechend klein sein wird, kommen die ersten Exemplare der Viper nicht vor Mitte 2013 nach Europa. Der Preis? Mindestens 100.000 Euro.

Für alle, die nicht so lange warten möchten oder sich kein Auto mit einem sechsstelligen Preisschild leisten können, hat Gilles einen kleinen Trost. Die neue Viper, teilt er mit, sei der Star im Microsoft-Rennspiel "Forza 4" und stehe dort ab sofort für jedermann zur Testfahrt bereit.

Mehr zum Thema


Forum - Diskutieren Sie über diesen Artikel
insgesamt 18 Beiträge
Alle Kommentare öffnen
Seite 1
ctrlaltdel 05.04.2012
1.
Zitat von sysopTom GrünwegMit der Rückkehr der Dodge Viper zeigt der Chrysler-Konzern, dass die Krise der vergangenen Jahre überwunden ist. Der neue Brutalo-Sportwagen tritt mit einem 8,4-Liter-Zehnzylinder-Motor an - und mit Leihgaben von Ferrari. http://www.spiegel.de/auto/aktuell/0,1518,825989,00.html
ein echtes Männerauto, möchte gerne eins (nein ich bin auch anderweitig gut ausgestattet ;-)
Leser161 05.04.2012
2. Wenn schon, denn schon
Lieber Autor, der Bugatti Veyron hat nur 8,0 Liter Hubraum. Damit hat die Viper einen grösseren Motor. Falls Sie sich mit 'Größe' auf Motorleistung beziehen, da gäbe es ein paar mehr Kandidten mit mehr Größe.
Hupert 05.04.2012
3. Mehr davon...
Zitat von sysopTom GrünwegMit der Rückkehr der Dodge Viper zeigt der Chrysler-Konzern, dass die Krise der vergangenen Jahre überwunden ist. Der neue Brutalo-Sportwagen tritt mit einem 8,4-Liter-Zehnzylinder-Motor an - und mit Leihgaben von Ferrari. http://www.spiegel.de/auto/aktuell/0,1518,825989,00.html
10 Töpfe, über 8 Liter Hubraum... und Romney schiebt via billigster Polemik Obama die Schuld an den "hohen" Spritpreise (aktuell 0,77€ pro Liter Super) in die Schuhe. Obwohl jeder Grundschüler mittlerweile weiß, dass das schwarze Zeug nunmal nicht mehr sondern rapide weniger wird. Dieses Fahrzeug ist lediglich eine weitere unvernünftige Fußnote auf dem Armutszeugnis der USA.
ctrlaltdel 05.04.2012
4.
Zitat von Hupert10 Töpfe, über 8 Liter Hubraum... und Romney schiebt via billigster Polemik Obama die Schuld an den "hohen" Spritpreise (aktuell 0,77€ pro Liter Super) in die Schuhe. Obwohl jeder Grundschüler mittlerweile weiß, dass das schwarze Zeug nunmal nicht mehr sondern rapide weniger wird. Dieses Fahrzeug ist lediglich eine weitere unvernünftige Fußnote auf dem Armutszeugnis der USA.
keiner weiss, wieviel von den schwarzen Zeugs noch da unten verborgen ist. Möglicherweise genug für die nächsten 100, 200 Jahre.... und wenn nicht, dann sollte man das Zeugs, solange es noch verkauft wird, mit möglichst viel Spass in CO2 umwandeln. Das hier ist das richtige Tool dafür
FNagel 05.04.2012
5. Als ich noch acht war und wir Autoquartett spielten...
Zitat von sysopTom GrünwegMit der Rückkehr der Dodge Viper zeigt der Chrysler-Konzern, dass die Krise der vergangenen Jahre überwunden ist. Der neue Brutalo-Sportwagen tritt mit einem 8,4-Liter-Zehnzylinder-Motor an - und mit Leihgaben von Ferrari. http://www.spiegel.de/auto/aktuell/0,1518,825989,00.html
...da machte die Corvette Sting Ray jeden Hubraum-Stich. Aber ob uns die 8,4-Liter der Dodge Viper ernsthaft imponiert hätten? Nein – denn an Art Arfons' düsengetriebenes Green Monster kommt nichts mehr heran, was sich je unter noch so infernalischem Brüllen in Fahrt gesetzt hat. Naja, wir waren kleine Jungs...
Alle Kommentare öffnen
Seite 1

© SPIEGEL ONLINE 2012
Alle Rechte vorbehalten
Vervielfältigung nur mit Genehmigung der SPIEGELnet GmbH


Die Homepage wurde aktualisiert. Jetzt aufrufen.
Hinweis nicht mehr anzeigen.