Mercedes-Tuner AMG Neues aus der Muckibude

Auf die Dauer hilft nur Power: Der Mercedes-Tuner AMG hat einen Fünfjahresplan verkündet. Bis 2017 sollen acht neue Modelle auf den Markt kommen und der Umsatz um ein Drittel gesteigert werden. Zentraler Baustein dieses Kraftakts ist die nun erstmals von den Schwaben aufgebretzelte A-Klasse.

Daimler

CO2-Ziele hin, Flottenverbrauch her - mit extrastarken Autos wird noch immer das extragroße Geld verdient. Und so hätscheln alle Hersteller ihre hauseigenen Tuning-Betriebe, ob die nun M GmbH (BMW), Quattro (Audi) oder AMG (Mercedes) heißen. Allein in den ersten drei Monaten des Jahres 2012 hat Mercedes-Ableger AMG um 30 Prozent beim Umsatz zugelegt.

Dieses Tempo würde Firmenchef Ola Källenius gern beibehalten. Bis zum 50. Jubiläum der Marke im Jahr 2017 soll daher der Absatz nochmal von zuletzt rund 20.000 auf "deutlich mehr als 30.000" Fahrzeuge gesteigert werden.

Allein durch intensives beackern von Wachstumsmärkten wie China oder Russland wird das nicht gelingen. Deshalb will die im schwäbischen Affalterbach ansässige Firma ihr Produktportfolio drastisch erweitern. "Zu den heute 22 AMG-Modellen kommen in den nächsten fünf Jahren mindestens acht hinzu", sagt Källenius.

Zu den künftigen AMG-Typen werden Modelle zählen wie der CLS Shooting Break oder das E-Klasse Cabriolet. Und von einem kleinen Flügeltürer, der vermutlich als SLC auf den Markt kommen wird, gab es erst kürzlich Erlkönig-Fotos im Internet. Große Stückzahlen jedoch soll ein anderes Modell bringen: die neue A-Klasse.

Voraussichtlich im Frühjahr 2013 soll der A45 betitelte Auto AMG-Ableger des Kompakt-Benz in Konkurrenz treten zu Typen wie dem Audi RS3 oder den BMW 1er M Coupé. Der Wagen wird den Einstiegspreis bei AMG von derzeit 70.000 auf etwa 50.000 Euro drücken.

Vier Zylinder, 340 PS, Allradantrieb

Technisch betreten die Tuner mit dem A45 Neuland. Bislang ist AMG auf V8-Motoren abonniert, für den Kompakt-Mercedes jedoch wird ein Vierzylinder-Direkteinspritzer mit Turboaufladung entwickelt, der aus zwei Litern Hubraum rund 340 PS und mehr als 400 Nm schöpfen soll. Das dürfte, so deuten es die Entwickler an, für mehr als 250 km/h reichen. Um die Motorkraft überhaupt auf die Straße zu bringen, wird das Auto mit Allradantrieb ausgestattet; den gab es bislang nur für die Geländewagen von AMG.

Innerhalb des A-Klasse-Sortiments wird der A45 das extremste und schluckfreudigste Auto sein, für AMG hingegen wird sich der Wagen günstig auf den Flottenverbrauch auswirken, denn weniger als die V8-Boliden konsumiert er dann doch. "Spätestens bis zum 50. Geburtstag wollen wir die 200 g/km-Marke knacken", sagt Källenius. Gemeint ist der durchschnittliche CO2-Ausstoß aller AMG-Modelle. Um diesen fast schon grotesken Wert der Tochterfirma zu kompensieren, muss Mercedes vermutlich viele Smarts verkaufen.

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