Wiesmann-Insolvenz Britische Brüder wollen Sportwagenbauer wiederbeleben

Zwei Brüder aus London haben den Sportwagenbauer Wiesmann gekauft. Ab 2016 sollen wieder exklusive Autos in Dülmen gebaut werden. Doch die Gläubigerversammlung muss dem Vertrag noch zustimmen.

Sportwagen aus dem Münsterland: Comeback einer Marke?
Wiesmann

Sportwagen aus dem Münsterland: Comeback einer Marke?


Der Sportwagenhersteller Wiesmann steht offenbar vor einem Comeback. Eine Holding aus Luxemburg hat die Kaufverträge für die Namens- und Markenrechte, die Produktionsanlagen und die Wiesmann-Immobilien unterzeichnet. Im Dezember müssten diese noch von der Gläubigerversammlung akzeptiert werden, teilte die Wiesmann Automotive GmbH mit.

Die neuen Eigner wollen bereits im kommenden Jahr einen neuen Sportwagen auf den Markt bringen. Nach Angaben eines Sprechers soll der Wagen auf den bisherigen Modellen aufbauen und wie bisher in Dülmen produziert werden. Allerdings fehlt es derzeit an Personal, das die Pläne umsetzen könnte. Vor der Insolvenz waren bei Wiesmann rund hundert Mitarbeiter beschäftigt.

Wiesmann stellte bis 2013 Roadster und Sportcoupés in Kleinserien her. Wer einen Roadster mit dem Gecko-Logo auf der Motorhaube kaufen wollte, musste Summen jenseits von 100.000 Euro zahlen. Die starken Motoren stammten von BMW. Seit Gründung des Unternehmens 1988 hat Wiesmann knapp über 1600 Luxuswagen mit den nostalgischen Karosserien ausgeliefert.

Zwei Brüder aus London gönnen sich Wiesmann

Dier künftige Eigner, die luxemburgische Holding, wurde eigens für den Kauf von Wiesmann gegründet. Dahinter stehen die beiden britischen Brüder Roheen und Sahir Berry, die weltweit an verschiedenen Unternehmen beteiligt sind. Der 30-jährige Sahir Berry gilt als autoverrückt und betreibt in Indien eine Firma für Autotuning, die sich auf die Veredelung deutscher Sportwagen spezialisiert hat.

Der Kontakt zu Wiesmann soll bereits seit 2012 bestehen. Damals führten die Berry-Brüder erste Gespräche mit dem Autobauer aus Dülmen, um in England und Indien eine Wiesmann-Verkaufsniederlassung aufzubauen. Dazu kam es nicht. Wiesmann musste im Jahr 2013 Insolvenz anmelden.

dpa/mhu



insgesamt 15 Beiträge
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calinda.b 12.11.2015
1. Komisch
Engländer die deutsche Autofirmen aufkaufen? Normalerweise ist es doch umgekehrt. Ist dies schon das erste Anzeichen des Brexit? :-)
kahabe 12.11.2015
2. Nie gehört
Gut, nicht mein Preisniveau. Ich stehe da eher auf Borgward, da sind die Chinesen zugange...
Minette 12.11.2015
3. Große Freude
das wär ja super, wenn Wiesmann weiter existieren könnte. Zwar zu teuer für mich, aber tolle Autos
manicmecanic 12.11.2015
4. keine Chance
Technisch zu nah am Spender und optisch,naja sieht ja jeder anders.Ich kenne nur niemanden,dem die Autos optisch gefallen.Dazu das etwas herbe Preisniveau und man weiß warum das Geschäft insolvent wurde.
fx33 12.11.2015
5. Dülmen
Ich hatte das Werk Im Frühjahr 2013 besichtigt. Das war eine echte Fahrzeugmanufaktur. Kein Wunder, dass die Autos so teuer waren. Fahren würde ich sowas nicht, aber die aufwändige Produktion zu sehen, war schon beeindruckend.
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