Wiesmann-Insolvenz: Gläubiger verwehren Neustart

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Wiesmann muss einpacken: Die Gläubiger beschließen vorläufiges Ende

Viel Leistung und filigrane Handarbeit - dafür steht der Sportwagenbauer Wiesmann. Doch zuletzt mangelte es dem Unternehmen aus dem Münsterland an Geld. Nun muss der insolvente Kleinserienhersteller den Betrieb ganz einstellen.

Hamburg - Beim Sportwagenbauer Wiesmann gehen die Lichter aus. Die Gläubiger des insolventen Unternehmens, überwiegend Banken und Zulieferer, haben am Freitag in Münster das vorläufige Ende für den Betrieb beschlossen.

Damit droht das Lebenswerk des Technikers Martin Wiesmann zusammenzubrechen. Gemeinsam mit seinem Bruder Friedhelm hatte er die Firma 1988 gestartet. Wiesmann war bekannt für seine leistungsstarken Sportwagen aus Handfertigung.

Der Sanierungsplan sah vor, das bisher als GmbH geführte Unternehmen in eine Aktiengesellschaft umzuwandeln. Der Mehrheitsgesellschafter der GmbH wollte sich auch an der neuen Gesellschaft beteiligen. Ob es sich dabei nach wie vor um eine Firma des Großgastronomen Stefan Breuer handelt, sagte der Insolvenzverwalter nicht. Der Umwandlung hätten die Gläubiger zustimmen müssen. Auf welche Höhe ihrer Forderungen sie hätten verzichten müssen, konnte Küpper noch nicht beziffern. "Für eine solche Aussage war es noch zu früh."

Wiesmann baute Autos jenseits der 100.000 Euro

Wer einen Roadster mit dem Gecko-Logo auf der Motorhaube kaufen wollte, musste Summen jenseits von 100.000 Euro zahlen. Die Motoren stammten von BMW. Seit Gründung des Unternehmens hat Wiesmann knapp über 1600 Luxus-Wagen mit den nostalgischen Karosserien ausgeliefert. Das Unternehmen bediente eine kleine Nische im Automarkt und musste sich mit seinen Modellen gegen Fabrikate wie Ferrari und Lamborghini durchsetzen.

Für die rund hundert Beschäftigten gebe es aber noch Hoffnung, sagte Küpper. Sollten die bisherigen Gesellschafter doch noch einen Zuschuss für das laufende Insolvenzverfahren überweisen, könne die Umwandlung noch erfolgen. Eine zeitliche Frist bestehe für diese Lösung nicht.

Nach Auskunft des Insolvenzverwalters war die ursprüngliche Frist für die Überweisung der Kaufsumme für bestimmte Assets wie Werkzeuge vom 7. auf den 9. Januar (24.00 Uhr) verlängert worden. "Der Gläubiger-Ausschuss hatte einem entsprechenden Antrag zugestimmt. Der Wunsch war nachvollziehbar. Wegen der Feiertage rund um Weihnachten und Neujahr war einfach wenig Zeit", sagte Küpper vor der Gläubigerversammlung.

mhu, dpa

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insgesamt 53 Beiträge
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1. Die bedienten...
expendable 10.01.2014
...halt einen sehr exclusiven Geschmack. Exclusiver als gut für sie war. Diejenigen, die für einen so potthäßlichen Eimer von Auto über 100.000 Ocken auf den Tisch legten und sich dann im Millionärsclub von den Fahrern schöner Autos (gibt´s genug in dieser Preisklasse) auslachen lassen mußten, waren halt doch recht vereinzelt.
2.
Soest 10.01.2014
Sehr Schade...
3. Neid und Armseligkeit
Josef Mutzenbacher 10.01.2014
Da liest man von neid bei Herrn expendable und echter Trauer beim anderen. Schade um die schönen Autos die es sich leisteten nicht dem Massen-Geschmack zu folgen. Exklusive Handarbeit ist halt nichts für neidische Proleten aber es zeugt von Haltung auch das anzuerkennen was man sich nicht leisten kann. Der Fa ist eine Zukunft zu wünschen, vielleicht unter der 80.000.- Marke, das dürfte den Umsatz gewaltig steigern.
4. Schade
bumminrum 10.01.2014
aber es bleiben für das Klientel Alternativen: Wie wärs mit einem Fiat Uno
5. Exklusiv, aber nicht gut genug!
tommahawk 10.01.2014
Zitat von expendable...halt einen sehr exclusiven Geschmack. Exclusiver als gut für sie war. Diejenigen, die für einen so potthäßlichen Eimer von Auto über 100.000 Ocken auf den Tisch legten und sich dann im Millionärsclub von den Fahrern schöner Autos (gibt´s genug in dieser Preisklasse) auslachen lassen mußten, waren halt doch recht vereinzelt.
Dieser erste Kommentar kommt von einem ahnungslosen Neider, Proleten noch dazu und ist insofern vernachlässigbar. Richtig ist: Die Autos waren exklusiv wie kaum eine zweite Marke und technisch dank BMW-Motoren auf der Höhe der Zeit. Und trotzdem nicht gut genug, weil über die Jahre kaum Weiterentwicklung erkennbar war. Man denke nur an die Cockpitgestaltung mit dem billigen Plastikradio inside. Und selbst das Design hat sich kaum verändert. Warum also einen Neuen kaufen? Schade, dass es keine zweite Chance gibt, aber ohne frische Ideen ist das wohl besser so. Ach ja und eine Bitte an SPON: Bitte zeigt doch nicht dauernd diese weißrote Ludenversion dieses schönen Autos. Was soll das? Die allermeisten Wiesmänner haben ein deutlich geschmackvolleres Outfit!
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