Spritverbrauch durch Winter-Extras Wer heizen will, braucht Kohle

Sitzheizung, Lenkradheizung, beheizbare Außenspiegel: So verliert selbst der härteste Winter für Autofahrer seinen Schrecken. Zumindest bis zur Tankstelle. Denn Komfort-Extras bedeuten Mehrverbrauch - wir verraten, wie viel.

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Wenn die Temperatur fällt und draußen ein eisiger Wind weht, sind jene Menschen im Vorteil, die beim Autokauf vorausschauend an solch eisige Wintertage gedacht haben. Sitzheizung, Lenkradheizung, beheizbare Außenspiegel - mittlerweile lässt sich fast alles beheizen, vorausgesetzt, man hat in der Extraliste beim Kauf die richtigen Kreuzchen gemacht.

Allerdings gilt: Viele Extrafunktionen im Auto brauchen auch Extraenergie. "Die Faustregel sagt: 100 Watt Leistungsaufnahme entsprechen in etwa einem Mehrverbrauch von 0,1 Liter Sprit je 100 Kilometer", erklärt Helmut Schmaler, Technik-Experte beim ADAC. Sprich: Wer permanent seine Wohlfühl-Extras anlässt, der bekommt die Quittung später am Zapfhahn.

Denn der Strom für Komfort-Ausstattungen wie die Sitzheizung muss im Auto zunächst erzeugt werden. Dafür ist in aller Regel die Lichtmaschine verantwortlich - angetrieben vom Motor. Und je mehr solcher elektrischen Verbraucher eingeschaltet sind, desto mehr muss die Lichtmaschine leisten (man kennt das vom Fahrraddynamo) und so durstiger gibt sich der Motor. Gezwungenermaßen. (Welche Extras wie viel Mehrverbrauch bedeuten, sehen Sie hier in der Bildergalerie.)

Es gibt auch spritsparende Winter-Extras

Sind also alle Winter-Wohlfühl-Extras purer oder überflüssiger Luxus, der am Ende die Luft verpestet? "Die Standheizung ist sinnvoll, vor allem für Autos, die auf der Straße parken müssen", sagt Anja Smetanin vom ökologischen Verkehrsclub Deutschland (VCD). Hersteller von Standheizungen zum Nachrüsten geben einen Verbrauch zwischen 0,6 und 1,7 Liter Sprit je Stunde an. Wärmt die Standheizung also 30 Minuten auf, werden zwischen 0,3 bis 0,8 Liter verbraucht - direkt aus dem Tank.

Smetanin hält das für verkraftbar: "Zum einen ist der Mehrverbrauch minimal. Zum anderen wird er umgehend wieder eingespart, weil der Motor nahezu gleich auf Betriebstemperatur ist. Das führt dazu, dass bei Beginn der Fahrt deutlich weniger Sprit verbraucht wird und weniger Emissionen freigesetzt werden als bei einem kalten Motor", so die VCD-Sprecherin.

Wer nur kurze Strecken fährt, wird jedoch von den Vorteilen wenig spüren. Experten raten dazu, dass die Fahrt mindestens so lange dauern sollte wie die Aufwärmphase mit Standheizung davor.

Klimaanlage im Winter? Ist sinnvoll!

Zudem gibt es eine Reihe von Verbrauchern, die im Dauerbetrieb laufen - aber wichtig sind für die Sicherheit, beispielsweise die Scheinwerfer. Laut ADAC verbrauchen Abblendlicht 125 Watt, Nebelscheinwerfer 110 Watt und Fernlicht 120 Watt. LED-Tagfahrlicht hingegen nur 8 Watt.

Wer konstant mit eingeschalteten Nebelscheinwerfern fährt, hat einen Mehrverbrauch von ca. 0,1 Liter auf 100 Kilometern. Kommen Abblendlicht und Fernlicht dazu, werden es schnell 0,3 Liter.

Aber: "Gute Sicht ist kein Luxus, sondern eine Notwendigkeit", sagt Schmaler. Vor diesem Hintergrund kann auch der Einsatz einer Klimaanlage im Winter durchaus sinnvoll sein. Sie verhindert das Beschlagen der Scheiben, was ein Gebläse allein oft nicht schafft. Mehrverbrauch hier: rund 51 Watt, also 0,05 Liter auf 100 Kilometer.

Dauerverbraucher werden außerdem durch moderne Technik mehr und mehr zur Sparsamkeit erzogen: Modernes Batteriemanagement nennt sich das dann. "Die Sitzheizung muss ja nicht konstant eingeschaltet bleiben, darum schalten intelligente Systeme sich zwischendurch aus", so Schmaler. Bei 100 Watt je Sitz kann sich das sonst schnell bemerkbar machen. Dazu vielleicht noch die Lenkradheizung mit 50 Watt eingeschaltet, sorgt das bei vier Personen für fast einen halben Liter extra auf 100 Kilometer.

Das wohl unnötigste Komfort-Feature im Winter aber ist beinahe schon ein Klassiker: Warmlaufenlassen des Motors vor dem Losfahren. Der Irrglaube, das Auto würde dabei schneller warm, ist nicht totzukriegen. Dabei raten sowohl der ADAC als auch der VCD davon ab. Ist verboten, bringt nichts, schadet der Umwelt, dem Motor und letztlich dem eigenen Geldbeutel.

smh



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insgesamt 130 Beiträge
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Seite 1
Mr205 16.02.2015
1. Klimaanlage = 51 Watt???
...die Klimaanlage möchte ich sehen, die NUR 51 Watt Leistungsaufnahme hat... 1000-2000 Watt sind das wohl eher.
lorhinger 16.02.2015
2. Luxus
hat halt seinen Preis, ich zahle gerne den Aufpreis an der Tankstelle für ein bequemes Fahren im Winter und mag diese Extras nicht mehr missen.
eisbaerchen 16.02.2015
3. Richtig so...
weg mit dem ganzen Luxus und zurück zu den kleinen Gucklöchern durchs Eis wie beim alten Käfer...und auch zurück zur Ofenheizung mit Braunkohle inkl. Gestank und Dreck, Unabhängigkeit von den Scheichs und Putin...;-) meine Güte, was für ein überflüssiger Artikel...
steellynx 16.02.2015
4.
Sprit sparen ist nicht alles. Grade bei der Standheizung kann auch ein Vorheizen für kürzere Strecken durchaus sinnvoll sein. Ich selbst habe keine, parke auch im Winter immer in der Garage. Aber neben der Wärme im Inneren ist vor allem interessant, dass der Motor vorgewärmt wird. Kaltstarts sorgen für Verschleiß, man erhöht also in der Regel die Lebensdauer des Motors. Interessiert wohl niemanden mit Leasingfahrzeug; würde ich mir aber ein hochpreisiges Auto kaufen, wäre eine Standheizung ganz sicher eingebaut.
ismirschlecht 16.02.2015
5. Der größte Irrglaube ...
... der Elektronik meines A3 ist jedoch, ich würde den Motor vorher warm laufen lassen und mich daher immer wieder darauf hinzuweisen, das sei sinnlos. Die Elektronik (und dessen Programmierer) begreift nicht, dass ich die Lüftung schon mal laufen lassen muss, weil ich die Frontscheibe sonst mit Sicherheit nicht frei bekomme. (Nein, Feuchtigkeit der Klimaanlage ist nicht das Problem ...) Beides eine unterdurchschnittliche Leistung von Audi.
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