World Car of the Year Award Deutschland ist Weltmeister

Fünf deutsche Autos als Sieger der "World Car of the Year"-Preisverleihung, das gab es noch nie in den vergangenen zehn Jahren seit Gründung der Trophäe. Hier sehen Sie die Gewinner.

Audi

Beim Fußball hat es schon lange nicht mehr geklappt, doch wenn es um Autos geht, ist Deutschland wieder Weltmeister. So jedenfalls hat die Jury des "World Car of the Year"-Award entschieden und gleich alle fünf zu vergebenden Trophäen der diesjährigen Ausscheidung an deutsche Hersteller vergeben.

Am Rande der New York Autoshow kürten 69 Fachjournalisten aus zwei Dutzend Ländern unter allen auf mindestens zwei Kontinenten verkauften Neuheiten des vergangenen Jahres die Audi A3 Limousine zum World Car of the Year. Damit setzte sich das Stufenheckmodell unter insgesamt 24 Kandidaten durch und verwies den Mazda 3 und das BMW 4er-Cabrio auf die Plätze.

Neben dem World Car of the Year haben die Juroren nach Hunderten von Testfahrten und zwei Auswahlrunden zudem vier Spartensieger gekürt. Das World Performance Car, das World Green Car und das World Design Car sowie erstmalig in diesem Jahr das World Luxury Car. Vertreten waren Modelle aus Europa, Amerika und Asien - dennoch gingen auch in diesen Kategorien alle Pokale nach Deutschland.

Ein brandheißer Sieger

Das grünste Auto der Welt ist nach diesem Urteil der BMW i3, der sich mit Carbonkarosserie und Elektroantrieb gegen den Audi A3 g-tron und den VW XL1 durchgesetzt hat. Zudem räumte der i3 auch noch die World-Design-Car-Trophäe ab, vor dem Mazda 3 und der Mercedes C-Klasse.

Die Wahl zum World Performance Car gewann der Porsche 911 GT3 - ausgerechnet jenes Modell, das zuletzt durch Motorbrände und einen daraus resultierenden Rückruf in den Schlagzeilen war. Auf das Wahlergebnis hatten diese Vorfälle allerdings keinen Einfluss: Die Stimmen wurden vorher abgegeben. Auf den nächsten Plätzen folgten Chevrolet Corvette Stingray und Ferrari 458 Speciale. In der neu eingeführten Kategorie des besten Luxusautos setzte sich ein Wagen durch, den Jurypräsident Matt Davis "The Dominator" nannte: Die Mercedes S-Klasse. Die Plätze zwei und drei belegten Range Rover Sport und Bentley Flying Spur.

Zwar ist die deutsche Dominanz in diesem Jahr auffälliger denn je, doch eine nationale Verzerrung durch die Jury zu wittern, wäre reine Verschwörungstheorie. Unter den 69 Mitgliedern sind gerade einmal drei aus Deutschland, während beispielsweise aus England sechs und aus China sogar sieben Experten ihre Stimmen abgeben dürfen. Keine andere Autojury ist so international besetzt.

Die Zwischenergebnisse sind streng geheim

Das Wahlprocedere ist aufwendig. In mehreren Wellen wird eine Vorauswahl getroffen, sodann werden die verbliebenen Autos in etwa einem Dutzend Kategorien - darunter technische Relevanz, Fahrkomfort, Design, Effizienz - mit einem Punktesystem bewertet. Diese Resultate wertet dann eine unabhängige Wirtschaftsprüfungsgesellschaft aus, wobei die Ergebnisse bis zur Preisverleihung geheim bleiben.

Das ist anders als bei der europäischen Ausscheidung zum Car of the Year, wo die Juroren ihr Urteil schriftlich begründen müssen und diese Bewertungen zusammen mit dem Punkteraster in einer umfangreichen Dokumentation veröffentlicht werden.

Der "World Car of the Year"-Award jedenfalls gilt unter den vielen Autopreisen als einer der glaubwürdigsten und realistischsten. Auch, weil weder ein Verein dahintersteht wie beim "Gelben Engel" des ADAC, noch ein Verlag wie beim "Goldenen Lenkrad" (Springer), der "Auto-Trophy" (Bauer) oder "den besten Autos der Welt" (Motor Presse).

Trotzdem stellt sich bei solchen Preisvergaben die Frage nach dem Sinn. Und zwar nicht erst seit Bekanntwerden der Schiebereien beim "Gelben Engel". Auf dem Boulevard der Eitelkeiten innerhalb der PS-Branche, im Spiel zwischen Marken und Medien und für das Ego aller Beteiligten ist die Bedeutung unbestritten.

Und für die Kunden? Marktforscher immerhin ermitteln den World Car of the Year bereits seit Jahren als den Autopreis mit den weltweit meisten Veröffentlichungen - und damit mit der global größten Beachtung. Doch wer fragt schon einen Autokäufer in Paderborn, ob der je von diesem Preis gehört hat? Eben.

insgesamt 139 Beiträge
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Seite 1
ein-dummer-junge 18.04.2014
1. ein Nutzloser Preis
ich glaube nicht an die Unabhaengichkeit der Richter. Laden Sie doch mal unabhaendige Autofahrer dazu ein und jeder muss auch seinen Verbrauch selber bezahlen. Keine kostenlose Anreise oder ein kostenloses Hotel.
Nonsens 18.04.2014
2. Wiedereinmal
ein witzloser Preis. Wenn der GT3 gewinnt, fragt man sich schon was hier bewertet wird. Das Fahrzeug, oder die Brennbarkeit. Ausserdem werden die Preise hier vollkommen vernachlässigt. Der normale Autokäufer hat ein bestimmtes Budget, entweder der Wagen passt rein oder eben nicht. Da kann das Fahrzeug noch so viele schöne Preise gewinnen, zu teuer ist dann einfach das Ausschlusskriterium.
teneman 18.04.2014
3. Lächerlich
World Car of the Jahrzehnt - zweifelsohne und indiskutabel das Tesla Model S. Solche Awards sind und bleiben Makulatur. Wie tief doch der Spiegel gesunken ist.
Osek 18.04.2014
4. Ist genauso gekauft
wie die Bewertungen beim ADAC
karl-der-gaul 18.04.2014
5. Weltmeister über alles
Warum liegt es in den deutschen Genen immer Weltmeister an die große Glocke zu hängen. Im englischen würde man sagen D ist fünf von den ersten zehn.
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