Tankbetrug: Mehr Zechpreller an den Zapfsäulen

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Betrug an der Tankstelle: Weniger als die Hälfte der Fälle werden geklärt

Mit den Spritpreisen steigt die Kriminalität. Das beweisen die jüngsten Zahlen des BKA. Die Behörde registrierte 2011 über 85.000 Fälle von Tankbetrug - 5000 mehr als im Vorjahr. In Köln sind Tankstellenbesitzer gleich in doppelter Hinsicht am schlimmsten betroffen.

Wiesbaden - Auftanken und abhauen: Nach diesem Prinzip machen sich immer mehr Autofahrer an Tankstellen aus dem Staub, ohne für den Sprit gezahlt zu haben. 2011 häuften sich die Fälle von Tankbetrug um neun Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Das geht aus einer Statistik des Bundeskriminalamts hervor. Die Behörde bestätigte damit einen Bericht des Onlineportals auto.de. Wie auf dem Portal angemerkt wird, waren im gleichen Zeitraum die Preise für Benzin um zehn Prozent und für Diesel um 16 Prozent gestiegen.

In urbanen Regionen ist die Zahl der Spritklau-Fälle laut auto.de um 44 Prozent höher als auf dem Land. In der Statistik des BKA gilt Köln bei den Städten mit mehr als 200.000 Einwohnern als Hochburg der Tankbetrüger. Auf 100.000 Bürger kommen hier 244 Fälle. Dahinter folgt Wiesbaden mit 190 Fällen pro 100.000 Einwohner. Platz drei teilen sich Berlin und Gelsenkirchen (180 Fälle), vor Hamburg (158). Am wenigsten betrogen wird in Bielefeld (64), München (66), Karlsruhe (67) und Stuttgart (69).

Im Süden ist die Welt noch in Ordnung

Unter den Bundesländern gibt es die meisten Tankbetrüger - auf die Einwohnerzahl gerechnet - in den Stadtstaaten Berlin und Hamburg. Am ehrlichsten sind die Bayern und Baden-Württemberger. Relativ gering fallen die Tankbetrügereien auch in Thüringen und Niedersachsen aus.

Wer in Köln umsonst tankt, hat auch die besten Chancen, nicht erwischt zu werden. Nur in 21 Prozent der Fälle wurden dort im vergangenen Jahr die Täter ermittelt. Bundesweit lag die Aufklärungsquote bei 43 Prozent. Den Gesamtschaden bezifferte das BKA für 2011 auf 5,75 Millionen Euro.

cst/dpa

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insgesamt 54 Beiträge
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1. Lesen behindert die Dummheit und Zensur behindert das Lesen
astrid1814 26.07.2012
Zitat von sysopMit den Spritpreisen steigt die Kriminalität. Das beweisen die jüngsten Zahlen des BKA. Die Behörde registrierte 2011 über 85.000 Fälle von Tankbetrug - 5000 mehr als im Vorjahr. In Köln sind Tankstellenbesitzer gleich in doppelter Hinsicht am schlimmsten betroffen. Zahl der Fälle von Tankbetrug in Deutschland gestiegen - SPIEGEL ONLINE (http://www.spiegel.de/auto/aktuell/0,1518,846639,00.html)
Und wer bestraft den Betrug der ungerechtfertigten Preistreiberei? Ein Vergleich der Spritpreise mit den Rohölpreisen unter Berücksichtigung des Vergleichs Dollar-Euro, in den letzten vier Jahren, zeigt deutlich, dass die Erklärungsversuche der Sprecher der Mineralölindustrie nur dummes Geschwafel sind.
2. ...
vhe 26.07.2012
Zitat von astrid1814Und wer bestraft den Betrug der ungerechtfertigten Preistreiberei?
Seit wann muss sich ein Verkaeufer fuer seine Preise rechfertigen? Darf ich Broetchen klauen, wenn mir die Preise zu hoch erscheinen? Er macht den Preis, Sie entscheiden, ob Sie kaufen. Es gibt Angebot und Nachfrage. Sie koennen sich ihr Auto auf Gas umruesten lassen, ein anderes kaufen, das weniger Sprit verbraucht, oder die Autofahrerei ganz lassen, wie ich, und dahin ziehen, wo Sie arbeiten. (Zumindest in dieselbe Stadt.) Ich seh ueberhaupt nicht ein, warum jemand, der unbedingt z.B. ein Haeusschen im Gruenen haben will und wegen dem ich schon die zuasphaltierte Landschaft tolerieren (und subventionieren) muss, sich auch noch ueber die Konsequenzen seiner eigenen Entscheidung aufregt. Benzin ist viel zu billig.
3.
matthes schwalbe 26.07.2012
Tankwart wieder einführen, welcher erst den Autoschlüssel wieder zurück gibt , wenn der Fahrer bezahlt hat- wird z.B. in südafrika gemacht. Oder Schrankensystem installieren- öffnet sich erst nach bezahlen. Übrigens gibt es dies schon schon in Deutschland an einigen großen Tankstellen.
4. Check vor dem Tanken
ert30969 26.07.2012
Offensichtlich ist das Problem doch nicht so groß wenn doch durch eine einfache technische Möglichkeit Abhilfe geschaffen wäre. In den USA und anderen Ländern gibt es keinen Tropfen ohne dass man vorher seine Kredit- oder EC-Karte in die Zapfsäule steckt. Es ist doch nicht hinnehmbar, dass Polizei und Justiz sich mit so einem Mist auseinandersetzen müssen, nur weil Tankstellen nicht ein paar hundert Euro in Kartenleser investieren.
5. Tankbetrug
dollenhaus 26.07.2012
Ja, ich kann davon wirklich ein Lied singen, wenn man beruflich bedingt an einer Autobahntankstelle arbeitet, die Gleichgültigkeit und die Hemmschwelle Tankbetrug zu begehen, sind heutzutage schon als sehr niedrig anzusehen. Ich selber bekam von Kunden schon zu hören, bei den Spritpreisen heutzutage braucht Ihr Euch nicht zu wundern, wenn die Leute tanken und davonfahren. Es fällt auf, dass gerade, ich möchte hiermit keinem zu Nahe treten, gerade unsere ausländische Gäste gerne mal einen Betrug begehen, da Sie in Ihrem jeweiligen Land trotz Kennzeichen dann nicht mehr zu ermitteln sind. Es ist schon ziemlich frustierend.
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