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06. Juli 2012, 11:52 Uhr

Unfallstatistik

Zahl der Verkehrstoten erstmals seit 20 Jahren gestiegen

Die vorläufigen Zahlen ließen es erahnen, nun gibt es Gewissheit. Auf Deutschlands Straßen sind erstmals seit 20 Jahren wieder mehr Menschen gestorben. Über 4000 Personen kamen 2011 durch Verkehrsunfälle ums Leben. Nur in einer Gruppe sind die Zahlen zurückgegangen.

Wiesbaden - Die endgültigen Zahlen bestätigen es: Erstmals seit 20 Jahren ist die Zahl der Verkehrstoten in Deutschland wieder gestiegen. 2011 starben 4009 Menschen bei Verkehrsunfällen und damit 361 mehr als im Jahr zuvor, wie das Statistische Bundesamt am Freitag in Wiesbaden mitteilte. Das entspricht einem Anstieg von 9,9 Prozent. Damit erhöhte sich diese Zahl gegenüber den vorläufigen Auswertungen Ende Februar nochmals. Damals gingen die Statistiker von einer Steigerung von 9,4 Prozent aus.

Lediglich in der Altersgruppe der unter 15-Jährigen nahm die Opferzahl ab. 2011 starben 86 Kinder, 17,3 Prozent weniger als ein Jahr zuvor. Nahezu 40 Prozent aller Todesfälle gehen auf eine überhöhte Geschwindigkeit zurück. Die Zahl der Todesopfer bei Alkoholunfällen stieg erstmals seit dem Jahr 2002. Sie erhöhte sich um 17 Prozent auf 400. Damit starb jeder zehnte Verkehrstote bei einem Alkoholunfall.

Risiko in Großstädten geringer

Nach Angaben des Auto Club Europas (ACE) ist das Risiko eines tödlichen Unfalls in den deutschen Großstädten geringer als in kleineren Orten. In den Metropolregionen habe die Quote der Getöteten im Jahr 2010 bei 1,8 von 100.000 Einwohnern gelegen, der bundesweite Schnitt aber bei 4,5 Todesopfern je 100.000 Einwohnern. "Die Formel lautet: Je mehr Fußgänger, Radler und öffentlicher Personennahverkehr, desto geringer ist das Risiko, einen folgenschweren Unfall zu erleiden", teilte der ACE mit.

rom/dapd

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