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13. Dezember 2012, 10:44 Uhr

Statistik für 2012

Bundesamt rechnet mit weniger Verkehrstoten

Die Zahl der Verkehrstoten wird 2012 im Vergleich zum Vorjahr sinken. Davon geht das Statistische Bundesamt nach einer Hochrechnung aus. Der Rückgang hat nach Ansicht der Behörde einen simplen Grund.

Wiesbaden - Im vergangenen Jahr sorgte die Statistik der Verkehrstoten für große Aufregung. Erstmals seit 20 Jahren war die Zahl der Opfer nicht gesunken, exakt 4009 Menschen kamen auf deutschen Straßen ums Leben. Für 2012 rechnet das Statistische Bundesamt nun mit erfreulicheren Zahlen: Nach Schätzungen der Statistiker, die auf den Daten von Januar bis Oktober basieren, wird die Zahl um mehr als sieben Prozent auf etwa 3700 sinken.

Auch wenn das zunächst positiv klingt - gegenüber dem Tiefstand von 2010, als mit 3648 Getöteten die niedrigste Opferzahl seit der Wiedervereinigung gemessen wurde, bedeutet das eine erneute Steigerung. Der ADAC hatte Anfang des Monats eine ähnliche Prognose wie das Bundesamt abgegeben. Dem Automobilclub zufolge könnten in diesem Jahr 3760 Menschen auf deutschen Straßen sterben.

Die Gesamtzahl der polizeilich erfassten Unfälle wird laut den Statistikern bis zum Jahresende voraussichtlich um circa zwei Prozent auf rund 2,4 Millionen steigen. Während die Zahl der Unfälle mit Personenschaden um rund ein Prozent auf 304.000 abnehmen dürfte, werden die Unfälle mit Sachschaden schätzungsweise um etwa zwei Prozent auf 2,1 Millionen zunehmen.

Mehr Unfälle, weniger Tote

Die Entwicklung der Unfallstatistik und der Opferzahlen erklärt sich die Behörde laut Pressemitteilung mit der "insgesamt ungünstigeren Witterung", die im Vergleich zum Vorjahr geherrscht habe. Demnach ereignen sich bei schlechtem Wetter zwar mehr Unfälle, es bleibe aber erfahrungsgemäß häufiger bei Sachschäden. Zudem seien bei schlechtem Wetter weniger ungeschützte Verkehrsteilnehmer wie Zweiradfahrer und Fußgänger unterwegs.

Die bisher vorliegenden Ergebnisse der Monate Januar bis September 2012 zeigen entsprechend eine deutliche Abnahme getöteter Motorradfahrer gegenüber dem Vorjahr (die Zahl sank um fast 17 Prozent auf 528 Personen). In diesem Zeitraum seien auch 8,5 Prozent weniger Fußgänger ums Leben gekommen.

Ebenfalls sinken wird voraussichtlich die Zahl der Getöteten auf Autobahnen und Landstraßen, in den ersten drei Quartalen starben rund zwölf und 8,5 Prozent weniger Menschen als 2011. Im Hinblick auf die Altersgruppen gab es von Januar bis September 2012 laut Statistik den stärksten Rückgang bei den Kindern unter 15 Jahren: Die Zahl sank um 21,5 Prozent gegenüber dem entsprechenden Vorjahreszeitraum. Dagegen sei bei den Senioren ab 65 Jahren in diesem Jahr erneut mit einer Zunahme bei der Zahl der tödlich Verletzten zu rechnen - um 1,3 Prozent.

Die endgültigen Zahlen werden nach Angaben des Statistischen Bundesamts erst im Sommer 2013 veröffentlicht. So lange dauere es, bis alle Bundesländer ihre Statistiken aufbereitet hätten.

cst/dapd

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