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Defekte Zündschlösser: General Motors für mindestens 124 Tote verantwortlich

GM-Zentrale in Detroit (Archiv): Opferfonds erkennt mindestens 124 Tote an Zur Großansicht
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GM-Zentrale in Detroit (Archiv): Opferfonds erkennt mindestens 124 Tote an

Ein Fehler in Fahrzeugen von General Motors mit tödlichen Folgen: Das Zündschloss war defekt, der Motor schaltete sich während der Fahrt aus. In mindestens 124 Fälle muss GM nun eine Millionenentschädigung zahlen.

Der US-Autobauer General Motors (GM) hat eingeräumt, dass mindestens 124 Menschen wegen defekter Zündschlösser in den Fahrzeugen des Konzerns gestorben sind. Das geht aus einer Mitteilung des für mögliche Entschädigungen verantwortlichen Fonds hervor.

Insgesamt gingen bei dem Fonds demnach bis zum 31. Januar dieses Jahres 4342 Anträge auf Schadensersatz ein. Die Frist war zuvor mehrfach verlängert worden.

Den Großteil der Anträge lehnte der von GM eingerichtete Opferfonds allerdings ab. 80 Prozent, rund 3500 Anträge, wurden demnach als unberechtigt zurückgewiesen. 453 weitere Anträge waren fehlerhaft. Gegen die Entscheidung des Fonds unter dem Verwalter Kenneth Feinberg kann kein Widerspruch mehr eingelegt werden.

Entschädigungen in Millionenhöhe

Die Opferfamilien können nun mit mindestens je einer Millionen US-Dollar Entschädigung rechnen. Bis Ende März hatte der Autobauer GM 200 Millionen Euro in den Fonds eingezahlt. Der Autokonzern rechnet damit, insgesamt bis zu 600 Millionen Euro Schadensersatz zu zahlen.

GM hatte den Entschädigungsfonds eingerichtet, weil defekte Zündschlösser in den Autos des Konzerns während der Fahrt in die Aus-Position springen und so neben dem Motor auch die Elektronik ausschalteten.

In der Folge wurden in den USA mehr als hundert Klagen gegen GM eingereicht, die jedoch zum großen Teil von einem US-Richter als unzulässig abgewiesen wurden. Die Begründung: Vor der Insolvenz 2009 sei GM ein anderes Unternehmen gewesen.

General Motors wird vorgeworfen, die Lösung des Problems verschleppt zu haben. Wegen verspäteter Rückrufe hatte General Motors bereits eine Strafe von 35 Millionen Dollar an die US-Verkehrssicherheitsbehörde NHTSA akzeptiert.

smh/AP

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1. Brisant
brummkreissel 13.07.2015
In die Zeit, in der GM diese Probleme hatte, fallen auch Toyotas angebliche Probleme mit dem Gaspedal. Nur konnte man Toyota nie eine Schuld nachweisen. GM hätte die selbe Behörde etwas nachweisen können, hat sie aber nicht. Könnte es sein, dass der damalige Besitzer von GM - der amerikanische Staat - den Verkaufspreis seiner bankrotten Autofirma durch Einflussnahme bei der für die Sicherheit zuständigen Behörde steigern wollte, indem der größte ausländische Wettbewerber auf dem Heimatmarkt (Toyota) geschädigt wurde?
2. Vergleichen Sie ...
steffen.ganzmann 13.07.2015
...bitte nicht Äpfel mit Birnen. Und denken Sie daran: Sollte dem so sein, wie sie vermuten, müssten ziemlich viele Leute involviert sein. Davon würde mindestens einer etwas ausplaudern. Das geschah meines Wissens nach allerdings nicht ...
3. yoooh
geotie 14.07.2015
"Zuvor war es eine andere Firma, deshalb wurde die Klage abgewiesen." Interessant welche Unterschiede es vor Gericht gibt. Wie oft hätte man so was sagen können? Immerhin wurden ganze Staaten verurteilt, obwohl die Regierung in der Zwischenzeit eine Andere ist. Man suche nur in den Klagen, die von der US-Regierung wegen fadenscheinheiliger Ansichten an sich gezogen wurden.
4.
hasenfuss27 14.07.2015
Zitat von geotie"Zuvor war es eine andere Firma, deshalb wurde die Klage abgewiesen." Interessant welche Unterschiede es vor Gericht gibt. Wie oft hätte man so was sagen können? Immerhin wurden ganze Staaten verurteilt, obwohl die Regierung in der Zwischenzeit eine Andere ist. Man suche nur in den Klagen, die von der US-Regierung wegen fadenscheinheiliger Ansichten an sich gezogen wurden.
Äpfel und Birnen... Das Austauschen der Regierung vergleicht sich leichter mit dem Ersetzen des Vorstandes... Seis drum, das mag juristisch ja durchaus korrekt sein... Moralisch ist es das sicher nicht... Bei der "neuen GM" hat man mindestens mal verstanden, dass die Menschen das so sehen, sonst hätten die sich sicher heftiger gewehrt... Solche Verfahren lassen sich ja durchaus auch mal über eine Dekade ziehen...
5. Schiedsstellen anstatt Rechtsprechung
paula_f 14.07.2015
klar kann man argumentieren GM sei nicht Rechtsnachfolger von GM. Alle Patente alle Anlagen und das übernommene Firmenvermögen sei nichts wert. Skandalös ist das Urteil dieses Richters allemal. Und jetzt maßt sich ein Herr Kenneth Feinberg an einfach mal 80% und mehr nach Gutsherrn Art auszusortieren. Weltweit habe anscheinend die Banken und die Konzerne die Macht übernommen.
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