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Warntafeln an Autobahnauffahrten: Ramsauers Plan gegen Falschfahrer

Eine Häufung von tödlichen Unfällen mit Falschfahrern zwingt Verkehrsminister Ramsauer zum Handeln. In einem Interview erwägt der CSU-Politiker, Autobahnauffahrten durch Warntafeln besser zu kennzeichnen. Einer Forderung der Polizeigewerkschaft erteilt er dagegen eine Abfuhr.

Berlin - In Deutschland gibt es rund 2000 Autobahnauffahrten. Damit Autofahrer dort nicht in die falsche Richtung einbiegen, erwägt Verkehrsminister Peter Ramsauer, sie mit neongelben Warntafeln deutlicher zu kennzeichnen. In der "Bild"-Zeitung verwies er auf ein entsprechendes Pilotprojekt in Bayern. "Jeder potentielle Falschfahrer, der durch die Warntafeln vom falschen Auffahren abgehalten wird, rechtfertigt diese Maßnahme", sagte er in einem Interview.

Von der Forderung der Polizeigewerkschaft NRW, an den Auffahrten sogenannte Krallen zu installieren, hält er dagegen wenig. Die nur in eine Richtung befahrbare Metallzacken werden auf vielen Hauptverkehrsadern in den USA oder der Türkei eingesetzt. Deutschland habe das dichteste Autobahnnetz Europas, sagte Ramsauer: "Überall Metallzacken zu installieren, wäre extrem aufwendig und von vorsätzlichen Geisterfahrern auch wieder umgehbar", sagte der Minister. Er betonte: "Ein Allheilmittel gibt es also leider nicht. Deshalb ist und bleibt Aufklärung sehr wichtig."

Die Diskussion um bessere Schutzmaßnahmen gegen Falschfahrer hat sich nach einer Häufung von tödlichen Unglücken entfacht. In diesem Oktober kamen bei solchen Unfällen bereits zwölf Menschen ums Leben. Pro Jahr gibt es laut Bundesverkehrsministerium etwa 1700 bis 2000 Falschfahrer-Meldungen bei Polizei und Verkehrsfunk. Darin enthalten sind auch alle glimpflich verlaufenen Zwischenfälle, Telefonscherze und Irrtümer.

cst/dapd

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