Daihatsu Sirion: Babyface mit rauer Stimme

Von Frank Wald

Toyota ist in aller Munde, von Daihatsu spricht kaum jemand. Seit dem deutschen Debüt vor über 25 Jahren fährt der japanische Hersteller im Schatten der großen Konzernmutter. Und schlägt sich doch recht wacker mit seinen Kleinwagen-Konzepten. Mitte Januar kommt der neue Sirion.

Daihatsu Sirion: An den infantilen Look moderner Kleinwagen angepasstes Design
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Daihatsu Sirion: An den infantilen Look moderner Kleinwagen angepasstes Design

Die Spezialität der Toyota-Tochter aus Osaka sind kleine Motoren mit großer Leistung. Und dazu eignen sich nach Ansicht der Daihatsu-Ingenieure am besten Dreizylinder-Aggregate. Vorteile der ungeraden Zylinderzahl sind ein geringer Verbrauch, weniger Gewicht und ein kleineres Bauvolumen. Schon der Charade, der erste Daihatsu auf dem deutschen Markt, hatte 1978 einen Dreizylinder-Viertakter mit einem Liter Hubraum und 50 PS (37 KW) unter der Haube. Heute gehören Dreizylinder-Motoren auch bei den großen Herstellern (VW Lupo und Polo, Opel Corsa, Smart) zum guten Ton. Insofern ist vielleicht Daihatsus größter Verdienst, diesen Motortyp salonfähig gemacht zu haben.

Auch bei der Neuauflage des Sirion kommt, zumindest in der Basisversion, wieder so ein nur 998 Kubikzentimeter kleines Motörchen zum Einsatz. Das Leichtmetall-Aggregat leistet 70 PS (51 KW) und ein Drehmoment von 94 Newtonmeter, beeindruckt aber mit spontanem und spritzigem Antritt aus unteren Drehzahlen. Ideal für das Spurwedeln durch die City oder als Einkaufs- und Kinderwagen für den alltäglichen Hol- und Bringdienst von Supermarkt und Kindergarten. Zumal sich die 255 Liter Kofferraumvolumen durch einfaches Umklappen der asymmetrisch teilbaren Rückbank noch bis auf 630 Liter erweitern lassen.

Heck: Spontaner und spritziger Antritt aus unteren Drehzahlen
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Heck: Spontaner und spritziger Antritt aus unteren Drehzahlen

Mit den bescheidenen Fahrleistungen (13,9 Sekunden von 0 auf 100 km/h, 160 km/h Spitze) wird zwar niemand den Raser spielen. Das Fahrwerk gibt sich dennoch überraschend agil, zeigt in Kurven keine Gemeinheiten und lässt den kleinen Japaner auch auf unebener Strecke unbeirrt geradeaus fahren. Ebenso bescheiden dafür aber auch der Spritverbrauch, der in Kombination mit dem serienmäßigen Fünfganggetriebe im Durchschnitt bei fünf Liter Normal auf 100 Kilometer liegt.

Wem der raue Klang des Dreizylinders - Daihatsu bezeichnet ihn lieber als kernig - auf die Ohren geht, sollte in die stärkere Version Sirion 1.3 umsteigen, der mit der gewohnt ruhigeren Geräuschkulisse eines Vierzylinders zu Werke geht. Gegenüber dem Vorgänger jedoch wurde die Leistung von 102 PS (75 kW) auf 87 PS (64 kW) reduziert. Offiziell zu Gunsten einer besseren Versicherungseinstufung, doch vom aktuellen Sirion weiß man, dass Fahrwerk und Reifen mit der üppigen Motorleistung ihre liebe Mühe hatten. Das Drehmoment von 120 Newtonmetern blieb hingegen unverändert und steht nun früher zur Verfügung. So zeigt der modifizierte Vierzylinder ein besseres Durchzugsvermögen und verbraucht weniger.

Der EU-Norm-Mix wird von Daihatsu mit 5,8 Liter Normal angegeben. Sorgt statt des serienmäßigen Fünfganggetriebes die Vierstufenautomatik (990 Euro Aufpreis) für die Kraftübertragung, erhöht sich der Wert auf 6,4 Liter. Die Sport-Variante Sirion 1.3 S besitzt identische Motor- und Leistungsdaten und macht allein durch optische Merkmale (Leichtmetallräder, Dachspoiler, Frontschürze mit integrierten Nebenscheinwerfern) auf sich aufmerksam.

"Mehr Emotionalität", so Daihatsu-Sprecher Rainer Koch, sei die Vorgabe für die Gestaltung des neuen Sirion gewesen. Herausgekommen ist ein 3,60 Meter kurzer und 1,55 Meter hoher Fünftürer, der mit dem verschmitzt grinsenden Kühlermund, den großen Klarglas-Scheinwerfern sowie den wulstig ausgestellten Radhäuser dem infantilen Look moderner Kleinwagen gerecht wird. Ob der deutsche Importeur allerdings im nächsten Jahr 5000 Stück davon verkaufen wird, dürfte spannend bleiben. Vom aktuellen Modell konnte er in der gesamten Laufzeit gerade insgesamt 12.000 absetzen.

Innenraum: Billig klappernde Teile im modisch angehauchten Cockpit
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Innenraum: Billig klappernde Teile im modisch angehauchten Cockpit

Emotionalität hin oder her, am Ende könnte das mit dem guten Preis-Wert-Verhältnis klappen. Der Sirion 1.0 kostet 11.290 Euro inklusive einer vergleichsweise üppigen Serienausstattung, so unter anderem mit Klima- und CD-Audioanlage, elektrischem Scheibenheber vorn und hinten, höhenverstellbarem Fahrersitz, Zentralverriegelung mit Funkfernbedienung. Die identische Ausrüstung hat auch der Sirion 1.3 an Bord, allein für das Vierzylinder-Aggregat verlangt Daihatsu 500 Euro mehr. Für Sicherheit sorgen in beiden Modellen ABS mit elektronischer Bremskraftverteilung, Front- und Seitenairbags, Isofix-Kindersitzbefestigung, Dreipunktgurte und Kopfstützen auf allen fünf Sitzplätzen. Kopfairbags vorne und hinten kosten 450 Euro extra, ESP gibt es allerdings gar nicht.

Bei diesen Preisen darf man auch schon mal über das eine oder andere billig klappernde Plastikteil im Innenraum hinwegsehen. Immerhin, mit dem zweifarbigen Armaturenträger sowie einem LCD-Instrumenten-Display auf dem höhenverstellbaren Dreispeichen-Lenkrad, haben die Designer dem Cockpit einen modischen Pfiff gegeben.

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  • Datum: Dienstag 21.12.2004 | 11:05 Uhr
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Fahrzeugschein

Hersteller: Daihatsu
Typ: Sirion 1.0
Karosserie: Kleinwagen
Motor: Dreizylinder
Hubraum: 998 ccm
Leistung: 69 PS (51 kW)
Drehmoment: 94 Nm
Von 0 auf 100: 13,9 s
Höchstgeschw.: 160 km/h
Verbrauch (ECE): 5 Liter
CO2-Ausstoß: 119 g/km
Kraftstoff: Normal
Kofferraum: 225 Liter
umgebaut: 630 Liter
Versicherung: 15 (HP) / 18 (TK) / 19 (VK)
Preis: 11.290 EUR

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