Von Jürgen Pander
Zum Start mal wieder eine gute Nachricht für die Osnabrücker Firma Karmann. Der Nissan Micra C+C, als das Kleinwagenmodell mit dem versenkbaren Hardtop, wird im britischen Nissan-Werk Sunderland in Kooperation mit den Verdeckspezialisten aus Niedersachsen gefertigt. Die Besonderheit ist die Konstruktion des Dachteils aus Glas, so dass ein Panoramaeffekt auch dann entsteht, wenn das Verdeck geschlossen ist. Praktisch gelöst ist die Automatik: Ohne einen weiteren Handgriff muss nur eine Taste in der Mittelkonsole gedrückt werden, um dem Micra die Mütze binnen 22 Sekunden ab- oder aufzusetzten.
Wir fuhren das kompakte Cabriolet mit dem kleineren der beiden verfügbaren Motoren. Das 1,4-Liter-Triebwerk mit einer Leistung von 88 PS ist ein munteres Maschinchen, das den Wagen fröhlich beschleunigt, dabei den Radau in Grenzen hält und nach Werksangaben im Durchschnitt mit 6,6 Liter je 100 Kilometer klar kommt. Das entspricht einem CO2-Ausstoß von 158 Gramm je Kilometer - kein toller Wert, aber noch akzeptabel angesichts vieler anderer Modelle. Was beim Fahren auffällt, ist die gute Übersicht über den Wagen (auch dank der Glubschaugen-Scheinwerfer), das gut gestufte Fünfgang-Getriebe und die etwas zäh wirkenden Lenkung.
Auch was die Alltagsbewertung betrifft, zeigt der Kleine Licht und Schatten. Noch immer hübsch und modern gestaltet erscheinen die Bedienelemente. Und natürlich ist es klasse, wenn man in kaum einer halben Minute offen durch die laue Frühlingsluft brausen kann, bei kühlem Wetter aber im Handumdrehen ein festes Dach über dem Kopf hat. Dann allerdings wird es eng für die Frisur, denn selbst normalgroße Erwachsene (1,82 Meter Körperlänge) müssen sich im Micra C+C ducken, um nicht ständig oben anzuecken. Der Platz auf den beiden Rücksitze ist ebenfalls viel zu gering, um dort mehr als eine Tasche oder eine Jacke unterzubringen. Eigentlich ist der Micra C+C ein reiner Zweisitzer.
Frische Modelle für Vollgasfreunde und Familien
Während Nissan mit dem offenen Micra bereits seit rund zweieinhalb Jahren auf dem Markt ist, stehen für die nächsten Wochen und Monate gleich drei neue Modelle in den Startlöchern. So gibt es nach dem Debüt beim 24-Stunden-Rennen auf dem Nürburgring im vergangenen Jahr den Sportwagen 350Z jetzt in einer auf 50 Fahrzeuge limitierten Sonderserie namens "Racing Edition". Das Auto zum Preis von 48.700 Euro tritt mit einem Bilstein-Fahrwerk an, mit dem sich die Karosserie um drei Zentimeter tiefer legen lässt. Außerdem ist der dezent gehaltene Sportler mit den schwarzen Felgen in weiß-metallic lackiert - ein Farbton, der sonst nicht im Angebot für den 300Z ist.
Im Herbst dann wird ein neuer Nissan Murano debütieren. Das Auto wurde bereits auf dem Autosalon in Genf gezeigt und sieht dem bisherigen Modell zum Verwechseln ähnlich. Allerdings beteuert Nissan, dass es sich tatsächlich um eine neue Generation des Wagens handelt und nicht um ein herkömmliches Facelift mit nur marginalen Änderungen.
Neuer Nissan Qashqai mit sieben Sitzplätzen
Schließlich wird Nissan auch noch eine XL-Version des Kompaktwagens Qashqai an den Start bringen, die ganz schlicht Qashqai +2 heißt. So wird auf Anhieb klar, dass es sich um einen Siebensitzer handeln muss. Um die beiden Extraplätze im Heck unterzubringen, wurden die Karosserie des bekannten Modells um 21 Zentimeter und der Radstand um 13 Zentimeter verlängert. Im Oktober soll das Auto auf den Markt kommen, mit je zwei Benzin- und Dieselmotoren zur Wahl sowie mit Front- oder Allradantrieb.
Dann ist erst einmal Schluss mit praktischen Alltags- und Familienautos oder SUV-Modellen. Dann nämlich legt Nissan ein paar Zähne zu und konzentriert sich im Frühling 2009 ganz auf den Supersportwagen GT-R. Auf Messen wurde das Auto bereits mehrfach gezeigt, in Japan wird der Kultrenner seit dem vergangenen Oktober verkauft. Nissan rechnet sich auch hierzulande einiges aus und plant, im nächsten Jahr noch 500 oder gar 600 GT-R in Deutschland zu verkaufen. Schließlich ist das Auto mit den Fahrwerten eines Porsche 911 Turbo für 75.000 Euro im Angebot - der Zuffenhausener Renner kostet glatt das Doppelte.
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