BMW Z8: Vom Film auf die Straße

Jahrelang stand er auf Messen im Mittelpunkt, dann sorgte er als James-Bond-Dienstwagen für Aufmerksamkeit. Jetzt wurde der BMW Z8 endlich dort präsentiert, wo er hingehört: auf der Straße.

Für schlappe 238.000 Mark darf sich jeder Z8-Käufer wie Pierce Brosnan fühlen

Für schlappe 238.000 Mark darf sich jeder Z8-Käufer wie Pierce Brosnan fühlen

Die Münchner hatten zur Fahrvorstellung ihres sportlichen Topmodells dorthin geladen, wo nach landläufiger Meinung Träume entstehen, nämlich nach Hollywood. Vom feudalen Ritz-Carlton Hotel in Pasadena sind es nur ein paar Autominuten in die Filmmetropole im Norden von Los Angeles - ein angemessener Rahmen also für ein Automobil, in dem ab April Stars und solche, die sich dafür halten, auf das Gaspedal drücken werden. Für eine entsprechende Klientel sorgt allein schon der Preis von 238.000 Mark, der für das in Dingolfing und München in Kleinserie gefertigte Cabriolet gezahlt werden muss.

Dafür gibt es dann Hightech in einem eleganten Retro-Gewand. Der Z8, wird BMW nicht müde zu betonen, sei eine Hommage an "das vielleicht schönste Automobil der Welt", den legendären BMW 507. Tatsächlich erinnern die fließenden Formen, die Chrom-Applikationen und der rassige Gesamteindruck an die Sportwagenästhetik der fünfziger und sechziger Jahre.

Die Retro-Optik täuscht: Unter der Haube sorgen 400 PS für eine standesgemäße Beschleunigung
BMW

Die Retro-Optik täuscht: Unter der Haube sorgen 400 PS für eine standesgemäße Beschleunigung

Unter der Haube dagegen ist es vorbei mit der Eleganz - dort herrscht brachiales Leistungsdenken ohne Schnörkel: Der Fünf-Liter-V8-Motor leistet 400 PS (294 kW) und entwickelt so genug Schub, um den 1,6 Tonnen schweren Zweisitzer in 4,7 Sekunden aus dem Stand auf Tempo 100 zu katapultieren. Damit Z8-Fahrer nicht übermütig werden, riegelt die Motorelektronik bei 250 km/h den Vorwärtsdrang ab.

Abgesehen vom grob zupackenden Fahrtwind, der das Cabriofahren bei hohen Geschwindigkeiten zum zweifelhaften Vergnügen werden lässt, dürfen sich Z8-Insassen geborgen fühlen: Die üblichen Airbag- und Gurtsysteme sind installiert, dazu gibt es ein lederverkleidetes Überroll-Schutzsystem. Und für die kühle Jahreszeit wird ohnehin ein Alu-Hardtop serienmäßig mitgeliefert. Das Cabrioverdeck öffnet und schließt sich übrigens halbautomatisch ­ die Persenning muss der Fahrer per Hand zuknöpfen.

Ganz neu kommt beim Z8 die Neon-Lichttechnik zum Einsatz: Blinklichter sowie Brems- und Rückleuchten sind mit dem zukunftsweisenden Lichtsystem ausgerüstet, das eine schnellere Ansprechzeit, eine wesentlich längere Lebensdauer und größere designerische Freiheit bietet. Aber nicht nur wegen der neuen Lichter wird sich der Z8 unter den Roadsterkunden zu einem Highlight entwickeln. Warum? Er bietet nicht nur Spaß am Fahren, sondern - beim zahlungskräftigen Klientel unabdingbar - auch die klammheimliche Freude am Protzen.

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  • Datum: Montag 14.02.2000 | 12:39 Uhr
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