Suzuki SX4: Bescheidener Knirps mit Offroad-Ambitionen

Von Tom Grünweg

Gigantische Geländewagen gibt es genug, doch wer mit kleinem Budget nach einem Auto mit Allradantrieb und SUV-Charakter sucht, braucht Spürsinn. Dann landet man zum Beispiel beim Suzuki SX4. Überarbeitet und mit einem neuen Dieselmotor geht das Auto jetzt an den Start.

Suzuki SX4: Der bescheidene SUV
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Downsizing als Prinzip, kein Hersteller setzt das so konsequent um wie Suzuki. Zwar hat die japanische Marke auf dem Heimatmarkt und auch in den USA kürzlich erstmals eine Mittelklasselimousine eingeführt, das Modell Kizashi. Doch das Gros der Modellpalette besteht aus preiswerten und manchmal sogar pfiffigen Kleinwagen wie etwa den Typen Splash oder Alto. Das hat die Marke im Rausch der Abwrackprämie hierzulande nicht nur zu einem Zulassungssieger gemacht, sondern auch auf die Einkaufsliste des VW-Konzerns gebracht. Um die eklatanten Lücken unterhalb von Modellen wie VW Polo oder Skoda Fabia zu schließen, sollen die Niedersachsen Gerüchten zufolge an einer Übernahme des japanischen Kleinwagenspezialisten arbeiten.

Minimalistisch geht es bei Suzuki auch im Gelände zu. Während vor allem europäische Hersteller mit dicken und durstigen Allradlern am Pranger der Klimaschützer stehen, rollt Suzuki mit einem Auto wie dem SX4 der Kritik davon. Kompakt, vergleichsweise sparsam und obendrein nicht allzu teuer gibt der vom Marketing als "Urban Cross Car" bezeichnete SUV den Geländewagen fürs gute Gewissen. Das funktioniert für Suzuki-Verhältnisse ganz gut: Seit der Markteinführung im Sommer 2006 würden in Deutschland mehr als 20.000 SX4 verkauft, und im ersten Halbjahr 2009 waren es fast 5000 Einheiten - knapp 14 Prozent mehr als im gleichen Zeitraum des Vorjahres.

Damit der Aufwind anhält, hat Suzuki den kleinen Kraxler, den es für einen Abschlag von 1500 Euro auch als Fronttriebler gibt, vor ein paar Wochen aufgefrischt. Von außen erkennt man das Facelift nur an den geänderten Schürzen und neuen Platten für den Unterfahrschutz. Innen gibt es neue Rundinstrumente und eine umgestaltete Klima-Bedienung; es fehlt aber weiterhin an der Liebe zum Detail. Der Bordcomputer ist ein schlechter Scherz - mangelhafte Bedienbarkeit, minimale Funktionen - und viele Tasten und Schalter wirken, trotz des frischen Chromlacks, einfach billig.

Unter der Haube jedoch wird der Fortschritt deutlich. Denn der 1,6-Liter große Benziner wurde gründlich überarbeitet, leistet jetzt 120 statt 107 PS und ist mit 6,2 statt 6,7 Litern Sprit je 100 Kilometer zufrieden. Der bisherigen Diesel mit 1,9 Litern Hubraum und 120 PS wurde gleich ganz aus dem Programm genommen. Ersetzt wird der Selbstzünder durch ein neues 2-Liter-Aggregat, das bei der ersten Ausfahrt von SPIEGEL ONLINE eine ordentliche Figur machte. Deutlich leiser und kultivierter als der nervige Nagler von einst, geht er mit 135 PS zu Werke. Maximal 320 Nm bei nur 1500 Touren sind für den flinken Start an der Ampel oder einen schmierigen Waldweg keine schlechte Basis. Und bis auf den hakeligen Wechsel vom ersten in den zweiten Gang ist das neue Sechsgang-Getriebe eine gute Hilfe. Der aktuelle SX4 mit Dieselmotor hat also jede Menge Kraft, doch ein Sportskerl ist er nicht. Bis Tempo 100 braucht er 11,2 Sekunden, und Schluss ist bei 180 km/h.

Obwohl der SX4 mit dem neuen Dieselmotor spürbar agiler wurde, ist der Verbrauch deutlich gesunken. Statt 6,3 verbraucht das Auto als Fronttriebler nur noch 4,9 und mit Allradantrieb 5,5 Liter. Suzukis Europachef Minoru Amato sagt: "Der SX4 gehört unter den Geländewagen nach wie vor zu den sparsamsten und umweltfreundlichsten Allradfahrzeugen, die derzeit auf dem Markt zu haben sind."

Der Allradantrieb schaltet sich im normalen Fahrbetrieb automatisch zu

Auf Asphalt fährt sich der SX4 flott und agil. Die Federung bügelt die Straße und die Lenkung wirkt für einen Geländewagen angenehm direkt - auch das ist ein Vorteil des kleinen Formats, des geringen Gewichts und der nicht ganz so abgehobenen Sitzposition. Nur auf ruppigem Untergrund wirkt der Wagen wie ein störrischer Esel. Aber schließlich soll das Auto ein "Urban Crosser" sein, für den Allrad-Ausflüge nicht die Regel, sondern Ausnahmen sind. Entsprechend ist auch der Antrieb ausgelegt: Nur wer den Kippschalter auf der Mittelkonsole in die Position "Lock" schiebt, verteilt die Kraft dauerhaft auf alle Viere. Im normalen Betrieb auf festen Straßen dagegen wird nur die Vorderachse angetrieben; registriert das System jedoch Schlupf, leitet die Lamellenkupplung einen Teil der Kraft nach hinten um.

Ein bisschen frische Schminke und neue Motoren alleine waren Suzuki für die Modellpflege dann doch nicht genug. Sie polierten auch noch die Preisliste. Der billigste Benziner kostet nun 15.900 Euro, der günstigste Diesel 16.900 Euro, der billigste Allradler 18.100 Euro. Im Vergleich zum bisherigen Modell sind das bis zu 400 Euro weniger.

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  • Datum: Montag 23.11.2009 | 10:26 Uhr
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Fahrzeugschein

Hersteller: Suzuki
Typ: SX4 (2009)
Karosserie: Geländewagen
Motor: Vierzylinder-Commonrail-Diesel
Getriebe: Sechsgang-Schaltgetriebe
Antrieb: Allrad
Hubraum: 1.956 ccm
Leistung: 135 PS (99 kW)
Drehmoment: 320 Nm
Von 0 auf 100: 11,2 s
Höchstgeschw.: 180 km/h
Verbrauch (ECE): 5,5 Liter
CO2-Ausstoß: 143 g/km
Kofferraum: 253 Liter
umgebaut: 992 Liter
Versicherung: 15 (HP) / 21 (TK) / 19 (VK)
Preis: 20.100 EUR

Schnellcheck

Suzuki SX4

Einsteigen: ...weil der neue Dieselmotor ein guter Antrieb und der Preis in Ordnung ist.

Aussteigen: ...weil es dem Interieur auch nach der Modellpflege an Liebe zum Detail fehlt.

Umsteigen: ...aus dem baugleichen Fiat Sedici oder dem Daihatsu Terios.

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