Von Tom Grünweg
Wie das Coupé hat auch der Roadster bei der Renovierung an allen Enden ein paar Zentimeter eingebüßt und damit zugleich auch ein paar Pfunde abgespeckt. Aufgrund des um zehn Zentimeter geschrumpften Radstands sieht der markant geformte und mit scharf geschnittenen Leuchten bestückte Zweitürer nicht nur knackiger aus als das Vorgängermodell, sondern er fährt sich auch so. Das Gewicht wurde auf gut 1,5 Tonnen gedrückt, neben der verringerten Größe haben auch Hauben und Türen aus Aluminium daran einen Anteil. Das Fahrgefühl im Nissan 370 Z Roadster ähnelt dem in einem Porsche Boxster oder einem Audi TT.
Beim flotten Fahren entlang der Pazifikküste dringt allenfalls ein laues Lüftchen in den Innenraum. Die Aerodynamik wurde beim neuen Modell leicht verändert, so dass eine jetzt stärker geneigte und weiter nach hinten gezogene Windschutzscheibe im Verbund mit einem gläsernen Windschott zwischen den Kopfstützen Zugluft zuverlässig fern hält. Wem es zu frisch wird, der kann die Sitzheizung voll aufdrehen. Oder sich, falls die Sonne in den Innenraum brennt, per Ventilation Kaltluft aus den Sitzpolstern zufächeln lassen.
Der Wagen ist ein Gleiter, kein übermotivierter Heißsporn
Auf den weiten Schwüngen der Küstenstraße ist der Roadster in seinem Element. Wenn man jedoch - zum Beispiel auf der Höhe von Malibu - ins Küstengebirge abbiegt und auf engen Passstraßen dem Wagen die Sporen gibt, spürt man dann doch einen Unterschied zu europäischen Konkurrenzmodellen: Vor allem bei geöffnetem Dach wirkt das Auto ziemlich hecklastig. Und für einen Sportwagen ist das Fahrwerk überraschend kommod abgestimmt. Das macht den Nissan Roadster einerseits nicht ganz so bissig wie etwa die erwähnten Typen von Porsche oder Audi, andererseits hebt sich ein vergleichsweise komfortabler Roadster wohltuend aus der Phalanx der knüppelharten Fahrmaschinen ab.
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Es gibt zwar ein Automatikgetriebe, doch das kann man sich sparen
Erstmals im Nissan-Angebot ist ein Automatikgetriebe samt riesigen Schaltsicheln am Lenkrad für den Roadster. Doch wer sich einen letzten Rest an Do-it-yourself-Mentalität bewahrt hat und das Autofahren nicht weitgehend der Technik überlassen will, sollte die gut 2000 Euro Aufpreis für das Automatikgetriebe sparen und das prima abgestimmte Sechsgang-Schaltgetriebe wählen. Dessen Schaltwege sind kurz, die Übergänge reibungslos, und wenn die Elektronik beim Zurückschalten automatisch Zwischengas gibt, ist das nicht nur ein Fest für die Ohren; denn dadurch werden auch Drehzahlsprünge ausgeglichen und es wird quasi ein Doppelkupplungsgetriebe manuell nachgeahmt.
So gut das Auto fährt, so sehr enttäuscht der Nissan in der B-Note für die Innenraumgestaltung und die Liebe zum Detail. Zwar bietet der Roadster auch im geschrumpften Format noch genug Platz, die Sitze sind ordentlich und die fest auf der Lenksäule montierten Instrumente haben endlich den spröden Charme der achtziger Jahre abgelegt. Doch nach wie vor hapert es an einer praktikablen Einstellung von Lenkrad und Sitzlehnen, manche Plastikteile wirken wie aus der Grabbelkiste im Kinderzimmer und das Verdeck funktioniert nicht ganz so komfortabel wie der Rest des Wagens.
Der automatische Mechanismus tritt nämlich nur bei stehendem Auto in Aktion - und dann dauert es 20 Sekunden, bis der Baldachin gefaltet und im Fond abgelegt ist. Immerhin: Es gibt jetzt eine vollautomatische Funktion und auch die Heckscheibe ist größer als beim Vorgängermodell. Das verbessert den Blick nach hinten bei geschlossenem Dach - denn so wird man das Auto, zumindest hierzulande, ja auch immer wieder mal fahren müssen.
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Roadster schön und gut aber leider zuwenig Plätze drin. Wer fährt schon nur zu zweit? Das bringt keinen Fun! Und nur zum Chill braucht man keine PeeSses nich. Warum also nicht wie der 200SX damals mit 2+2 Sitzen? Oder [...] mehr...
Die Frage sollte sich eher an den Hersteller als an den Journalisten richten. Möglicherweise ist der Markt in Kalifornien bzw. in den USA wichtiger für Nissan als der europäische? Das Fahrzeug wurde ja mitnichten getestet. [...] mehr...
Mir fällt seit einigen Jahren auf, daß egal ob Politikereisen, Fototermine oder Produktpräsentationen: immer mehr Deutsche nutzen dienstliche Anlässe, um sich eine USA-Reise zu gönnen. Warum jetzt aber ein neues japanisches Auto [...] mehr...
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