Nissan 370 Z Roadster: Bereit für den Sommer

Von Tom Grünweg

Offen fahren, bei dem Wetter? In wärmeren Gefilden klappen Cabriomodelle bereits die Dächer ein. Unter den Novitäten ist auch der Nissan 370 Z Roadster. Noch ehe das Auto in Europa antritt, war SPIEGEL ONLINE mit dem Flitzer in den USA unterwegs - ohne Verdeck, versteht sich.


Während hierzulande noch Schnee und Eis die Mobilität behindern, strahlt über Los Angeles die Sonne, in den Hollywood Hills herrscht T-Shirt-Wetter und auf dem Pacific Coast Highway sind die Autos mit versenkten Verdecks unterwegs. Ganz neu auf der automobilen Flaniermeile zwischen den Nobelorten Santa Monica und Santa Barbara ist derzeit der Nissan 370 Z Roadster. Während die japanische Marke in Europa bislang nur das Coupé 370 Z feilbietet, fährt in den USA bereits der neue Roadster. In einigen Wochen wird auch hierzulande der Verkauf des Autos starten - zu Preisen ab 41.390 Euro.

Wie das Coupé hat auch der Roadster bei der Renovierung an allen Enden ein paar Zentimeter eingebüßt und damit zugleich auch ein paar Pfunde abgespeckt. Aufgrund des um zehn Zentimeter geschrumpften Radstands sieht der markant geformte und mit scharf geschnittenen Leuchten bestückte Zweitürer nicht nur knackiger aus als das Vorgängermodell, sondern er fährt sich auch so. Das Gewicht wurde auf gut 1,5 Tonnen gedrückt, neben der verringerten Größe haben auch Hauben und Türen aus Aluminium daran einen Anteil. Das Fahrgefühl im Nissan 370 Z Roadster ähnelt dem in einem Porsche Boxster oder einem Audi TT.

Beim flotten Fahren entlang der Pazifikküste dringt allenfalls ein laues Lüftchen in den Innenraum. Die Aerodynamik wurde beim neuen Modell leicht verändert, so dass eine jetzt stärker geneigte und weiter nach hinten gezogene Windschutzscheibe im Verbund mit einem gläsernen Windschott zwischen den Kopfstützen Zugluft zuverlässig fern hält. Wem es zu frisch wird, der kann die Sitzheizung voll aufdrehen. Oder sich, falls die Sonne in den Innenraum brennt, per Ventilation Kaltluft aus den Sitzpolstern zufächeln lassen.

Der Wagen ist ein Gleiter, kein übermotivierter Heißsporn

Auf den weiten Schwüngen der Küstenstraße ist der Roadster in seinem Element. Wenn man jedoch - zum Beispiel auf der Höhe von Malibu - ins Küstengebirge abbiegt und auf engen Passstraßen dem Wagen die Sporen gibt, spürt man dann doch einen Unterschied zu europäischen Konkurrenzmodellen: Vor allem bei geöffnetem Dach wirkt das Auto ziemlich hecklastig. Und für einen Sportwagen ist das Fahrwerk überraschend kommod abgestimmt. Das macht den Nissan Roadster einerseits nicht ganz so bissig wie etwa die erwähnten Typen von Porsche oder Audi, andererseits hebt sich ein vergleichsweise komfortabler Roadster wohltuend aus der Phalanx der knüppelharten Fahrmaschinen ab.

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In Fahrt bringt den Nissan 370 Z die jüngste Fassung des famosen Sechszylindermotors, den Nissan auch bei der Tochtermarke Infiniti einsetzt. Das Triebwerk hat aktuell 3,7 Liter Hubraum und klingt wunderbar kehlig, wenn aus dem Drehzahlkeller heraus beschleunigt wird. Endlich erfüllt der Motor nun auch die Abgasnorm Euro-5, im Gegenzug muss man eine minimale Leistungseinbuße hinnehmen. Aber auch 328 PS und 366 Nm Drehmoment sind allemal genug für ein schnelles Sonnenbad: Außerdem schafft der Nissan den Sprint von 0 auf 100 in 5,8 Sekunden und erreicht wie die anderen Modelle dieser Klasse aus vergleichsweise mühelos das Limit von 250 km/h.

Es gibt zwar ein Automatikgetriebe, doch das kann man sich sparen

Erstmals im Nissan-Angebot ist ein Automatikgetriebe samt riesigen Schaltsicheln am Lenkrad für den Roadster. Doch wer sich einen letzten Rest an Do-it-yourself-Mentalität bewahrt hat und das Autofahren nicht weitgehend der Technik überlassen will, sollte die gut 2000 Euro Aufpreis für das Automatikgetriebe sparen und das prima abgestimmte Sechsgang-Schaltgetriebe wählen. Dessen Schaltwege sind kurz, die Übergänge reibungslos, und wenn die Elektronik beim Zurückschalten automatisch Zwischengas gibt, ist das nicht nur ein Fest für die Ohren; denn dadurch werden auch Drehzahlsprünge ausgeglichen und es wird quasi ein Doppelkupplungsgetriebe manuell nachgeahmt.

So gut das Auto fährt, so sehr enttäuscht der Nissan in der B-Note für die Innenraumgestaltung und die Liebe zum Detail. Zwar bietet der Roadster auch im geschrumpften Format noch genug Platz, die Sitze sind ordentlich und die fest auf der Lenksäule montierten Instrumente haben endlich den spröden Charme der achtziger Jahre abgelegt. Doch nach wie vor hapert es an einer praktikablen Einstellung von Lenkrad und Sitzlehnen, manche Plastikteile wirken wie aus der Grabbelkiste im Kinderzimmer und das Verdeck funktioniert nicht ganz so komfortabel wie der Rest des Wagens.

Der automatische Mechanismus tritt nämlich nur bei stehendem Auto in Aktion - und dann dauert es 20 Sekunden, bis der Baldachin gefaltet und im Fond abgelegt ist. Immerhin: Es gibt jetzt eine vollautomatische Funktion und auch die Heckscheibe ist größer als beim Vorgängermodell. Das verbessert den Blick nach hinten bei geschlossenem Dach - denn so wird man das Auto, zumindest hierzulande, ja auch immer wieder mal fahren müssen.

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09.02.2010 von Sanierer: Zuwenig Plätze

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  • Datum: Montag 08.02.2010 | 10:03 Uhr
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Fahrzeugschein

Hersteller: Nissan
Typ: 370 Z Roadster
Karosserie: Cabrio/Roadster
Motor: V6-Benziner
Getriebe: Sechsgang-Schaltgetriebe
Antrieb: Heck
Hubraum: 3.696 ccm
Leistung: 328 PS (241 kW)
Drehmoment: 366 Nm
Von 0 auf 100: 5,8 s
Höchstgeschw.: 250 km/h
Verbrauch (ECE): 10,5 Liter
CO2-Ausstoß: 264 g/km
Versicherung: 15 (HP) / 27 (TK) / 28 (VK)
Preis: 41.390 EUR

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Nissan 370 Z Roadster

Einsteigen: ...weil der V6-Motor eine Wucht ist und das Design gewonnen hat.

Aussteigen: ...weil der Wagen noch immer recht schwer und das Interieur für den Preis zu lieblos ist.

Umsteigen: ...aus den wenigen Stoffdach-Roadstern, die noch geblieben sind – also Porsche Boxster und Audi TT.

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