Von Tom Grünweg
Mit 4,88 Metern eines der längsten Autos im Segment, bietet der Maserati bei einem Radstand von 2,94 Metern auf den Vordersitzen mehr als genügend Platz in einem feinen Ambiente aus Lack und Leder. Auch die Fondsitze sind bei offenem Verdeck keineswegs eine Strafbank. Einzig der Kofferraum ist mit 173 Litern Fassungsvermögen ein schlechter Scherz. Wer damit auskommen will, braucht schon das maßgeschneiderte Taschenset, das Maserati für 4300 Euro anbietet. Und selbst dann muss man zwei der vier edlen Ledertornister mit speziellen Gurten auf der Rückbank befestigen.
Maserati hat sich beim Verdeck nicht für ein klappbares Metalldach, sondern eine klassische Textilhaube entschieden, was eine gute Wahl war. Denn erstens wäre der nutzbare Kofferraum sonst noch kleiner geworden, und zweitens wahrt das die Eleganz der Karosserie. So bleibt dem hübschen, von Pininfarina gestyltem Auto der notorisch pummelige Abschluss der Hardtop-Cabrios erspart.
Das Verdeck lässt sich per Knopfdruck sehr einfach bedienen und faltet sich binnen 28 Sekunden von selbst zusammen und verschwindet in der großen Klappe hinter den Sitzen. Das Öffnen oder Schließen funktioniert bis Tempo 30, darüber stellt die Mechanik ihren Dienst ein. Leider gibt es keine Fernbedienung fürs Verdeck - auf den Showeffekt vor dem Eiscafé müssen Maserati-Fahrer also verzichten.
Das Textilverdeck stammt vom deutschen Zulieferer Edscha
Dafür bringt die Stoffhaube deutliche Vorteile auf der Waage: Das gesamte Dach, das übrigens vom deutschen Zulieferer Edscha entwickelt, produziert und in Modena auf die Karosserie aufgesetzt wird, wiegt insgesamt lediglich 65 Kilogramm. "Zusammen mit den Versteifungen in der Karosserie und den automatisch ausfahrbaren Überrollbügeln in den Fond-Kopfstützen ist das Cabrio deshalb um nur 100 Kilo schwerer als das Coupé", sagt Projektleiter Giorgio Carnacchia. Das klingt auch schon heftig, doch Carnacchia erklärt: "Bei der Konkurrenz ist der Gewichtsunterschied oft doppelt so groß." Daraus jetzt allerdings auf Leichtbau bei Maserati zu schließen, wäre falsch: Weil schon die geschlossene Variante ordentlich Stahl schleppen muss, ist das Cabrio mit 1980 Kilogramm ein echtes Schwergewicht.
Beim Fahren stört das allerdings nicht. Im Gegenteil: Steif und souverän, gleitet der offene Vierer auch über die schlechtesten Straßen in der Altstadt von Rom, ohne dass es irgendwo knistert und knarrt. Und außerhalb der Stadt ist die Masse von Auto auch nicht zu spüren, denn unter der Haube steckt der 4,7 Liter große V8-Motor aus dem Gran Turismo S. Mit 440 PS und mächtigen 490 Nm treibt die Maschine den Zweitonner so locker und leicht voran, als wäre er ein kleiner Alfa Spider. 5,3 Sekunden für den Sprint auf Tempo 100 und 283 km/h Spitze sind Beleg für die Dynamik des Autos. Erst wenn die Kurven enger werden, das Tempo hoch bleibt oder man bei der Bergabfahrt kräftig bremsen muss, kann das Gran Cabrio das Gewicht nicht mehr verleugnen.
Beim Verbrauch schwelgt der Maserati in alter Üppigkeit
An der Tankstelle bekommt man natürlich auch mit, dass man eine Wuchtbrumme bewegt. Nicht dass es Besserverdiener in einem Lustobjekt für mehr als 130.00 Euro finanziell wirklich treffen würde, doch ein Normverbrauch von mehr als 15 und ein Praxiswert von fast 20 Litern sind nicht mehr zeitgemäß.
Offiziell feiert Maserati das Gran Cabrio als ersten offenen Viersitzer der Firmengeschichte und zeigt aus der Ahnengalerie folgerichtig nur legendäre Roadster wie den A6G Frua Spyder, den aus Hollywood und Cinecitta bekannten 3500 GT, sowie das Modell Ghilbi, das sogar in der Privatgarage von Henry Ford stand. Doch korrekt ist das eigentlich nicht. Denn die Carozzeria Castagna enthauptete bereits im Jahr 1932 einen M26 und baute drei Exemplare dieses großen Cabriolets. Etwas mehr Stückzahlen soll das neue Auto schon machen. Mit 150 Autos plant der deutsche Maserati-Geschäftsführer Thomas Hajek hierzulande noch in diesem Jahr. Insgesamt hofft Maserati, pro Jahr rund 2000 Gran Cabrios abzusetzen.
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Blablabla. Fahren Sie doch weiter Ihren Polo, Golf, Astra, Mitsubishi, Nissan, Daihatsu, whatever. Der Großteil der heute produzierten Wagen sieht (in meinen Augen) absolut gleich mies aus. Ich fahre einen 92'er Astra - ein [...] mehr...
Es ist eigentlich Allgemeinwissen, dass es eine Einkommens- und Vermögensverteilung gibt, die uns zeigt, dass einige Menschen etwas mehr Geld zur Verfügung haben als andere. Genau für diese hat ein solches Auto seine [...] mehr...
Genau einen solchen Kommentar habe ich hier erwartet. Die einzige Emotion, die ich habe, wenn ich so einen Kommentar lese, ist Trauer und Verzweiflung über so viel Ignoranz. Oder auch Mitleid, das ich auch mit allen anderen [...] mehr...
Das Auto ist sicher übertrieben aber es ist schön, und das ist heute etwas, das sehr selten vorkommt. Über Verbrauch sollte man vielleicht bei so einem Auto nicht unbedingt diskutieren, denn ich denke, dass auch eine Mercedes S [...] mehr...
Das Ding sieht ja fast aus wie'n Toyota... Nee, dann lieber noch ein wenig sparen, und gleich 'nen 3500 GT Vignale Spyder nehmen. Das ist evtl. sogar noch umweltverträglich. mehr...
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