Aus New York berichtet Tom Grünweg
Der Bellboy im W-Hotel am Hudson River staunt. Obwohl er in seinem Job viele große Autos zu sehen bekommt, fällt ihm beim Anblick des neuen Infiniti QX56 die Kinnlade herunter. "Jesus, what an impressive big car", raunt er. Der QX56 ist tatsächlich von imposanter Größe. Während in jüngster Zeit die meisten neuen Modelle dem Downsizing-Prinzip folgen, hält sich Infiniti beim neuen Flaggschiff für den US-Markt an die alte Regel "the bigger, the better." Keine andere Neuerscheinung unter den Geländewagen ist so massig wie der 5,30 Meter lange, 2,03 Meter breite und 2,7 Tonnen schwere QX56, der in diesen Tagen zu Preisen ab 56.700 Dollar (umgerechnet rund 43.000 Euro) in den Handel kommt.
Hatte Infiniti bislang ein ansprechendes Stilgefühl an den Tag gelegt und mit den Modellen EX, FX und dem Coupé G37 echte Schmuckstücke lanciert, leistet sich die Marke mit dem QX56 einen Schnitzer: Groß mag der Wagen ja sein, aber von harmonischen Proportionen oder eleganter Form kann bei dieser verquollenen Statur keine Rede sein. Und Details wie die verspielten Rückleuchten oder die pseudo-sportlichen Kiemen auf den Kotflügeln sind nur einen kurzen Lacher wert.
Innen sieht die Sache schon ganz anders aus. Dort erwartet die bis zu sieben Fahrgäste ein luxuriöses Großraumabteil. Vorn thront man in Ledersesseln von Pullman-Format, in Reihe zwei ist die Beinfreiheit enorm und selbst die dritte Reihe ist geräumiger als der Fond hiesiger Kompaktwagen. Dazu gibt es quadratmeterweise Leder, hübsche Holzkonsolen und für fast jeden Handgriff einen Elektromotor, mit dem sich irgendetwas einstellen lässt.
Allein der Fahrersitz ist zehnfach verstellbar, die dritte Sitzreihe mit den Plätzen sechs und sieben faltet sich auf Knopfdruck in den Wagenboden, und natürlich verstellt man auch das Lenkrad automatisch mit einem leisen Surren. Der Fußhebel für die Feststellbremse wirkt allerdings in diesem Ambiente seltsam antiquiert.
In Schwung kommt der Gigant mit einem neuen V8-Benzinmotor, der mit gewaltigen 5,6 Liter Hubraum noch der alten Schule folgt. Als Tribut an die Moderne gibt es immerhin eine Direkteinspritzung, mit der Infiniti den Verbrauch zumindest etwas drückt: 14,7 Liter sind es nach US-Norm - das bedeutet gegenüber dem Vorgängermodell immerhin zehn Prozent Einsparung bei zugleich bei 25 Prozent mehr Leistung.
Die Faszination der überbordenden, überflüssigen Kraft
Für sich genommen ist der V8 ein faszinierendes Kraftwerk: Eben noch flüsterleise dahin brabbelnd, reicht ein Tritt aufs Gaspedal, um die Lebensgeister zu wecken. Dann schaltet die sonst kaum merkliche Siebengangautomatik fast so hurtig wie in einem Sportwagen. Man hört ein dunkles Grollen aus der Tiefe des Maschinenraums, und 400 PS und maximal 560 Nm werfen den Koloss mit solcher Wucht nach vorn, dass es tatsächlich in der Magengrube drückt.
Obwohl der Motor mit urgewaltiger Kraft zu Werke geht, bleibt der QX56 stets kultiviert. Das Fahrwerk ist für einen US-SUV ordentlich abgestimmt, eine spezielle Hydraulik hält den Aufbau in der Balance und die Lenkung ist für ein Auto dieser Größe überraschend präzise. Allerdings würden adaptive Dämpfer mit variabler Härte dem Wagen gut tun.
Ein Riese mit 22-Zoll-Rädern und einem halben Dutzend Kameras
Ein so großes Auto braucht auch große Straßen, US-Highways zum Beispiel. Doch selbst in New York macht der Allrad-Riese auf den 22-Zoll-Rädern eine gute Figur: Man behält auch im dicksten Gewühl den Überblick. Selbst das Parken geht leichter als gedacht. Denn erstens hat der Infiniti ein halbes Dutzend Kameras, aus denen die Elektronik eine hilfreiche Draufsicht samt Orientierungslinien auf den großen Bildschirm in der Armaturentafel zaubert. Und zweitens gibt es in New York häufig einen Bellboy wie vor dem Hotel "W", der darauf brennt, das Auto des Gastes einzuparken.
Zwar wirkt die Faszination von Kraft und Größe auch auf Europäer, doch nach Berlin oder Bottrop passt QX56 nicht. Das weiß auch Infiniti, das Auto wird daher in Europa erst gar nicht angeboten. Stattdessen planen die Japaner mit dem neuen Kooperationspartner Mercedes kleinere Modelle. Außerdem kommt Infiniti dem europäischen Geschmack nun erstmals mit einem Dieselmotor entgegen.
Erstmals auch ein Dieselmotor bei Infiniti
Der gemeinsam mit Renault entwickelte Sechszylinder tritt zunächst im Geländewagen FX an. Er mobilisiert aus drei Litern Hubraum 238 PS, entwickelt maximal 550 Nm und kann bei einem Sprintwert von 8,2 Sekunden und einer Höchstgeschwindigkeit von 212 km/h locker mit dem vergleichbaren Benziner mithalten. Das wichtigste Argument allerdings ist der Verbrauch: 9,0 Liter erlösen den 56.000 Euro teuren FX30d vom Stigma des Säufers.
Die Anpassung an den europäischen Geschmack war überfällig. Seit Infiniti am 1. Oktober 2008 den ersten von inzwischen 36 Handelsbetrieben in Westeuropa eröffnete, wurden in dieser Region lediglich 2500 Autos verkauft. Von Januar bis Mai diesen Jahres waren es 800, knapp 120 davon in Deutschland. Ob es mit dem Dieselmotor nun besser laufen wird, muss sich zeigen. Hierzulande gibt es nämlich erst zwei Infiniti-Händler, einen in Hamburg, einen in Dresden, da dürfte es schwer werden, die Zahlen deutlich zu steigern.
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ja. die straße bei uns ist recht eng. wenn ich den anhänger aus der scheune hole und den wagen kurz abstellen muss um das tor zu schließen ist für ca. 40 sekunden ein passieren nur möglich, wenn man das lenkrad inkl. [...] mehr...
sie reden einen mist vor dem lieben gott! wieviele verkehrstote haben in deutschland. ca. 4.000 wieviele davon durch ein SUV? alle 5 sekunden verreckt ein Kind auf der Welt an Hunger. 50% aller lebensmittel landen in [...] mehr...
in deutschland wo sich die blödesten autos rein über marketing bestens verkaufen haben solche gestalten keine chance. warum soll der wagen zu gross sein? mehr...
Die CO2-Steuer und die Zulassungssteuer in manchen Ländern sind gesetzlich definiert und mit Umweltschutz begründet - und eben nicht mit Nachbars Neid. ---Zitat--- Das ist ja das Entblößende an Neiddiuskussionen, dass den [...] mehr...
'Vernünftig' ist nicht definiert. Eine solche gesetzliche Definition wäre allerdings Voraussetzung für Sanktionen. Derzeit hat der Nachbar gar nix zu wollen. Das ist ja das Entblößende an Neiddiuskussionen, dass den Leuten [...] mehr...
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