Von Tom Grünweg
Auch die künftigen Käufer eines AMG-Mercedes kommen an der Farbe Grün nicht mehr vorbei. Wer etwa im demnächst neu erscheinenden Modell S 63 Platz nimmt, erblickt neben der bis jenseits von 300 km/h reichenden Tachoskala erstmals auch ein grünes Leuchtsymbol mit dem Schriftzug "Eco". Das Lämpchen ist ein Hinweis auf die neue Strategie der schwäbischen Tuner. "Wir haben versprochen, bis 2012 den CO2-Ausstoß unserer Modelle um mindestens 30 Prozent zu senken, und mit der neuen S-Klasse kommen wir diesem Ziel ein großes Stück näher," sagt Thomas Rappel aus dem AMG-Produktmanagement.
Unter der Haube der Limousine, die im September debütieren wird, steckt ein neuer Motor, der von AMG weitgehend in Eigenregie entwickelt wurde und der nach und nach auch in allen anderen Baureihen zum Einsatz kommen wird.
Für AMG markiert der Motor einen Paradigmenwechsel. Mit 5,5 Litern Hubraum sind die Brennkammern um zehn Prozent kleiner als beim bisherigen V8-Aggregat. Außerdem ist das Triebwerk das erste mit Direkteinspritzung aus Affalterbach. Und wo die Ingenieure vor ein paar Jahren noch das Hohelied von der maximalen Drehzahl sangen, darf es jetzt auch gemächlicher zugehen. Der Motor dreht deutlich langsamer und setzt stattdessen auf die leistungsfördernde Stimulanz zweier Turbolader. Geringeres Gewicht, weniger innere Reibung, Direkteinspritzung und Turboaufladung - zusammen führt das zu einem deutlichen Verbrauchsvorteil. "Wir sparen so in der S-Klasse etwa 25 Prozent Kraftstoff - das sind fast vier Liter", sagt Rappel. Ein Sparwunder wird aus dem Luxussportler deshalb noch lange nicht, denn auch nach der Sprit-Entziehungskur liegt der offizielle Durchschnittsverbrauch bei 10,5 Liter je 100 Kilometer.
Das Auto ist sparsamer, durchaus, doch am grundsätzlichen Prinzip der Marke wird nicht gerüttelt. Wie stets bietet auch das neue AMG-Modell in allen Disziplinen ein Plus gegenüber dem Vorgänger. Die Leistung des flüsterleisen, unaufgeregten Kraftwerks steigt um 19 auf 544 PS, das Drehmoment gipfelt bei 800 statt zuvor 630 Nm, und der Spurt auf Tempo 100 gelingt jetzt in 4,5 Sekunden - also eine Zehntelsekunde schneller als bislang. "Der Wagen wäre noch schneller, wenn wir nicht auch noch ein neues Getriebe eingebaut hätten", erklärt Rappel fast entschuldigend.
Für notorische Schnellfahrer gibt es ein "Performance Package"
Beim neuen Räderwerk handelt es sich um eine Siebengang-Automatik mit nasser Anfahrkupplung. Die braucht beim Beschleunigen etwas länger für den Kraftschluss, ist aber um einige Kilo leichter und wechselt die Gänge spürbar schneller als das zuletzt eingesetzte Getriebe.
Wem die Basiskonfiguration nicht genügt, der kann für einen Aufpreis von etwa 8000 Euro ein "Performance Package" bestellen. Dann wird nicht nur das Tempolimit von 250 auf 300 km/h schon ab Werk angehoben, sondern dann klettern auch die Leistung (plus 27 PS) und das Drehmoment (plus 100 Nm) noch weiter. Der Verbrauch bleibt dadurch - zumindest im Normzyklus - unverändert. "Mehr Muskeln bei weniger Anabolika", formuliert Rappel einen etwas seltsamen Vergleich, der den Kern des Treibens aber ganz gut trifft.
Ausreichend Leistung und dennoch kein "Gas Guzzler" mehr
Ob nun mit oder ohne Spezialtuning - die neue Mercedes S-Klasse in der AMG-Version wird auf jeden Fall schnell und stark genug sein, um auch sehr eilige Mittelständler oder Manager pünktlich zu den ganz wichtigen Terminen zu befördern. Auch wenn der exakte Preis noch nicht feststeht, können die Herren die Budgetierung des Wagens schon mal grob vornehmen, denn nach AMG-Angaben wird der bisherige Preis von 138.397 Euro nur dezent erhöht. In den USA, dem größten Markt für Fahrzeuge dieser Art, spart man mit dem neuen Modell sogar. Gilt der aktuelle S 63 von AMG dort als "Gas Guzzler", als übler Spritschlucker also, für den eine Strafsteuer von 3000 Dollar fällig ist, bleibt das neue Modell unter den entsprechenden Grenzwerten.
Trotzdem müssen sich die Schnellfahrer hinterm Lenkrad ein wenig umstellen. Denn das "Eco"-Symbol leuchtet im Kombiinstrument nicht nur so zum Spaß, sondern ist gekoppelt an das Fahrprogramm "Controlled Efficiency", das in der S-Klasse erstmals auch mit einer Start-Stopp-Funktion aufwartet. Zwar springt der Motor bei Grün vergleichsweise schnell und sanft wieder an, doch es fehlt das bisher übliche gutturale Grummeln des Achtzylinders beim Warten auf Grün. Wer mit dem AMG tatsächlich einen Ausflug auf die Rennstrecke macht, muss natürlich nicht mit automatisch abgeschaltetem Motor an der Startlinie stehen. Sobald der Fahrer in den Sport- oder Performance-Modus wechselt, ist die Start-Stopp-Funktion deaktiviert.
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aber der Kompressor V8 soff noch mehr als der 6.2 Sauger, vergleichen Sie mal die Normverbräuche. Der neuen Motor ist ein Biturbo und Mercedes hat nicht umsonst auch bei den 4-Zylindern den Kompressor durch den Turbo ersetzt. mehr...
Je kleiner der Motor, desto schlechter der Wirkungsgrad. Hätte ein PKW-Motor den Wirkungsgrad eines Schiffsgroßdiesel, dann könnten wir mit 1-2 Liter/100 km fahren, und zwar bei etwa 90% Vollgas. Mein 2100 kg schwerer, 13 Jahre [...] mehr...
Der Nefz soll Vergleichbarkeit erzeugen und ist zugunsten des Herstellers ausgelegt nicht des Käufers. Als Kaufentscheidung taugt sowas nur bedingt da die Erfahrung zeigt das die realen Verbräuche um bis zu 100% abweichen können [...] mehr...
Bis vor 4-5 Jahren gabs doch den 5,5 Liter AMG Motor mit Kompressor, 500 PS und 700NM Drehmoment. Warum der überhaupt abgeschafft und durch den 6.3 Liter Säufer ersetzt wurde versteht keiner. Und nun wieder Rolle zurück. mehr...
Hat mal wieder jemand die Luft aus dem Velo gelassen nach dem letzten Solidaritätstreffen? Oder war das Kraut mal wieder zu stark gestreckt? mehr...
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