Von Tom Grünweg
In der Formel 1 fährt Renault derzeit im Mittelfeld. Bislang noch nicht auf dem Treppchen, aber meistens in den WM-Punkten, liefern die Rennfahrer Robert Kubica und Vitaly Petrov im Rennzirkus genau das, was man von Renault auch im Straßenalltag gewohnt ist: solides Mittelmaß. Dabei kann die französische da wie dort auch ganz anders. Immerhin hat das Team in der Formel 1 in den Jahren 2005 und 2006 die Weltmeisterschaft gewonnen, und was die Serienmodell betrifft, da hält derzeit der Kompakt-Sportwagen Mégane RS sogar den VW Golf GTI im Zaum.
Der Vergleich ist durchaus angebracht, denn beide Modelle zielen auf das gleich Publikum - Menschen, die ein sportliches Auto fahren möchten, aber eben keinen reinen Sportwagen. Andererseits unterscheiden sich beide Autos in der Papierform durchaus deutlich, denn während der VW Golf GTI mit 210 PS antritt, fährt der Renault Mégane RS, der von den Formel-1-Ingenieuren des Hauses getunt wurde, mit gar 250 PS an den Start.
Die für ein Auto dieses Formats außergewöhnliche Leistung ist dem Auto auf den ersten Blick anzusehen. Breit, bullig und fast ein bisschen böse wirkt der Wagen. Der in Kontrastfarben lackierte Kühlergrill sieht ein bisschen furchterregend aus, an den Flanken simulieren Schwellerleisten das Muskelspiel und das Heck ist richtig knackig. Auch, weil Renault auf einen immer etwas peinlich wirkenden Spoiler verzichtet, und für die bessere Aerodynamik und den höheren Anpressdruck lieber einen Diffusor installiert hat.
Der Bordcomputer ist etwas albern, das Lenkrad dick wie eine Wurst
Innen ist der Renault ebenfalls auf Sportstudio getrimmt. Das Lenkrad ist dick aufgepolstert und liegt gut in der Hand, die Füße betätigen rutschfest genoppte Pedale und die tief ausgeschnittenen Sitze garantieren einen festen Halt in schnellen Kurven. Nur der Bordcomputer mit den Anzeigen für Querbeschleunigung und der Stoppuhr für die Rundenzeiten ist ein bisschen verspielt und albern.
Insgesamt wirkt der Mégane innen wie außen ziemlich rasant und ist kein Auto für den dezenten Auftritt. Aber bei allem Vollgas-Gehabe sind Sitze und Fahrwerk so ausgelegt, dass man sogar längere Strecken beschwerdefrei absolvieren kann. Nur im Fond möchte man auf solchen Touren lieber nicht so gern sitzen. Denn genau wie im konventionellen Mégane Coupé ist der Ausblick von dort hinten bescheiden und das Platzangebot ebenso. Im Fall des Mégane RS kommt auch noch das markante Dröhnen des Auspuffs hinzu.
Ein Auto, in dem nur einer glücklich wird
Ein Sportwagen ist schon prinzipiell eine extrem egoistische Angelegenheit. Der Renault Mégane RS ist da keine Ausnahme, das Auto ist vor allem ein Spaßbeschleuniger für den Fahrer. Los geht das schon mit dem Druck auf den Starterknopf. Grimmig knurrend kommt der Vierzylinder auf Touren, mit einem leichten Kreischen setzt der Turbo ein. Dann geht es los. In 6,1 Sekunden ist der Spurt auf Tempo 100 zu schaffen, die Höchstgeschwindigkeit liegt bei 245 km/h. Das Sechsgang-Schaltgetriebe allerdings ist kein Freudenspender, dazu sind die Schaltwege zu lang und überhaupt wirkt die Getriebesteuerung nicht so sportlich wie der Rest des Autos.
Sportwagen vom Schlag des Mégane RS werden nicht für lange Autobahnetappen gebaut. Wer trotzdem weite Strecken zurücklegen möchte, sollte mit einem Verbrauch von rund 9 Litern rechnen, sofern einigermaßen zurückhaltend gefahren wird. Das ist ganz schön viel für ein Auto, in dem das Thema Fahrkomfort eine eher untergeordnete Rolle spielt.
Eine aufwändig konstruierte Vorderachse sorgt für präzises Handling
Der Wagen wird zwar nicht sparsamer, wenn man ihn auf kurvigen Landstraßen bewegt, doch er macht dort viel mehr Spaß. Auch, weil die Renningenieure von Renault dem Auto ein imponierend gutes Fahrwerk mitgegeben haben. Wo andere Fronttriebler in dieser Leistungsregion vor Kraft kaum sauber lenken können, krallt sich der Renault dank entkoppelter Lenk- und Vorderachse mit den 18-Zoll-Rädern tapfer in den Asphalt und folgt stur der Linie, die der Fahrer vorgibt.
Die Zugabe von Rennsport-Hightech zu einem ansonsten grundsoliden Kompaktwagen muss teuer erkauft werden. Das normale Mégane Coupé wird ab 19.850 Euro verkauft, die Sportversion RS kostet mindestens 26.950 Euro, also rund ein Drittel mehr. Dazu kommt ein Spritverbrauch im deutlich zweistelligen Bereich, wenn man den Wagen so bewegt, wie es von seinen Erfindern gedacht ist. Zeitgemäß ist das nicht, doch Autos dieses Schlags sind offenbar so - und werden dennoch gekauft. Der Golf GTI beispielsweise kostet sogar noch ein paar hundert Euro mehr.
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was hat der schwächliche VW up in der Innenstadt Roms verbraucht? Waren es wirklich 10L/100km und das bei 75 PS? Ein 2L Turbomotor mit 250PS wird sicherlich nicht 3L verbrauchen aber besser dieser verbrauch für einen [...] mehr...
Nein. Ironie scheint mir bei diesem Thema nicht angebracht. Nein, das liegt mir fern. Wäre ich intolerant und in göttlicher Mission unterwegs, würde ich den Besitzern entsprechender Fahrzeuge in die Reifen schießen. [...] mehr...
Falls Sie es nicht wissen sollten, Renault stand dieses Jahr schon zwei Mal aif dem Treppchen! (Melbourne 2. und Monaco 3.) Man sollte sich schon besser informieren! mehr...
wtf ? Das ist ironisch gemeint, oder ?Mal wieder in voller intoleranz, Göttlicher Mission der Ressourcen Schonung... tippen sie auf Fallende Kurse bei Warentermingeschäften ? -.- mehr...
Bah, ist das schäbig! Frau Stefanie Bach verlinkt einen von der einschlägig bekannten Firma Trigami bezahlten werblichen Hinweis auf eine PR-Kampagne in einem aus PR-Texten bestehenden "Blog", für das sie laut [...] mehr...
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