Aus Tokio berichtet Tom Grünweg
Wohl kaum jemand würde das Hybridauto Prius als schön bezeichnen - außer vielleicht einige Verantwortliche bei Toyota. Dem eigentlichen Zweck des Wagens, nämlich die Hybridantriebstechnik bekanntzumachen, war das polarisierende Design vermutlich eher förderlich. Die krude, aerodynamisch jedoch sehr günstige Optik hat aber auch zur Folge, dass das Fließheck enorm weit nach hinten ausläuft. Das schränkt nicht nur die Sicht ein, sondern auch das Kofferraumvolumen. Anders gesagt: So richtig praktisch ist das Hybrid-Aushängeschild Toyota Prius nicht.
Daraus hat Toyota in Japan jetzt die Konsequenzen gezogen und ein weiteres Hybridauto namens Sai auf den Markt gebracht. Trotz des andersartigen Antriebs ist die Karosserie des Sai viel konventioneller als beim Prius. Der Wagen spielt die Rolle der klassisch geformten Saubermann-Limousine, ist also eher unauffällig im japanischen Stadtverkehr und bietet ausreichend Platz als Allroundtransporter für die Familie.
Wie beim Prius auch kombiniert Toyota für den Antrieb des Sai einen Vierzylinder-Benziner mit einem Elektromotor, der Energie aus einem Nickel-Metallhydrid-Akku bezieht. Die Steuerelektronik regelt das Zusammenspiel der beiden Maschinen so, dass der Sai auf kurzen Strecken und mit niedrigem Tempo geräuschlos und abgasfrei durch die Stadt stromert, bei flotter Fahrt beide Motoren zusammenarbeiten, und dass beim Bremsen oder Bergabfahren der Elektromotor zum Generator wird und den Akku wieder lädt. Außerdem gibt es - wie beim Prius - drei per Knopfdruck wählbare Fahrprogramme, mit denen man entweder besonders sparsam, einigermaßen sportlich oder soweit möglich rein elektrisch unterwegs ist.
Mit 190 PS Systemleistung ist der Toyota Sai ein flottes Auto
Neu ist der Hauch von Fahrfreude, der im hybridgetriebenen Sai aufkommt. Schließlich legt der Wagen bei beiden Motoren im Vergleich zum Prius etwas nach: Der Benziner hat 2,4 statt 1,8 Liter Hubraum und 150 statt 99 PS, und der Elektromotor leistet 143 statt 80 PS im Prius. Gemeinsam erreichen beide Motoren des Sai eine Systemleistung von 190 PS. Das sind gut 50 PS mehr als im Prius, und das macht sich im Straßenverkehrsalltag durchaus bemerkbar.
Zwar geht es an der grünen Ampel zunächst einmal zäh wie Kaugummi voran, weil im mit einem auffällig dünnen Schaltknüppel bedienten, stufenlosen Automatikgetriebe viel Drehmoment versickert. Doch letztlich ist der Sai dann doch fixer in Fahrt als der Prius und es kommt tatsächlich Freude auf, wenn man mit dem Auto unterwegs ist. Dass die Höchstgeschwindigkeit auf 180 km/h limitiert ist, stört dabei nicht. Schon gar nicht in Japan, wo ohnehin maximal 100 Sachen erlaubt sind.
An den Verbrauchswert des Prius kommt der Sai nicht heran
Obwohl die Toyota-Techniker beim Antrieb des Sai alle Register zum Spritsparen ziehen und zum Beispiel den Motor mit Auspuffwärme vorheizen, die Klimaanlage durch spezielle Dämmglasscheiben entlasten und mit LED-Scheinwerfern Strom sparen, büßt der Sai aufgrund der höheren Leistung etwas vom ursprünglichen Verbrauchsvorteil ein: Kommt der Prius nach der japanischen Norm 31 Kilometer weit mit einem Liter Sprit, sind es beim Sai lediglich 23 Kilometer.
Deutliche Unterschiede gibt es übrigens auch im Innenraum beider Autos. Die raumgreifende Mittelkonsole aus dem Prius wurde für den Einsatz im Stufenheckmodell radikal gestutzt und die Instrumente wieder hinter das Lenkrad gerückt. Was leider bleibt, ist - zumindest im Basismodell - die wenig freudvolle Materialanmutung, die dominiert wird von knochigen Kunststoffen und tristen Farbtönen.
Eine Art Öko-Wächter verteilt beim Fahren Punkte, die Geld bedeuten
Einen Clou hat das ansonsten eher durchschnittliche Auto dann aber doch noch zu bieten. Er heißt Harmonious Driving Navigator. Mit dieser Funktion des Bordcomputers wird der Sparstil des Fahrers bewertet; das System verfügt über eine Online-Verknüpfung, und so wiederum lassen sich die durch sparsamen Fahrstil gesammelten Öko-Punkte in Yen umwandeln: Unterstützen kann der Fahrer mit dem per vorsichtigem Gasfuß gesammelten Geld dann ein Unesco-Projekt.
Die Chancen, dass es der Toyota Sai auch als Exportmodell nach Europa schafft, sind angesichts der bescheidenen Marktanteile für kleine Stufenhecklimousinen in hiesigen Gefilden eher gering. Dennoch wird Toyota dem Prius auch hierzulande in Kürze ein Modell mit verträglicherem Design zur Seite stellen. Den Schrägheck-Kompaktwagen Auris nämlich, der nach dem Sommer auch mit Hybridantrieb angeboten werden soll.
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Sehr erheiternd. ;) Es geht da eher um den Radstand und die Stabilität bei hohem Tempo. ---Zitat--- so "sportlich flott" unterwegs, kam aber mit meinen läppischen 4 Zylindern immer nur auf 240. ---Zitatende--- [...] mehr...
Das die inzwischen schwarze Zahlen schreiben und die Fabriken Sonderschichten schieben ist Ihnen also schonmal entgangen. Gut, ich kläre sie gern weiter auf: kaum war die US-Abwrackprämie Cash for Clunkers da, ging ein Run [...] mehr...
von Autos haben Sie wie alle Amis keine Ahnung, deshalb sind GM und Chrysler ja auch pleite. Die Verarbeitungsqualität von Audi mit Ami Fahrzeugen auch nur zu vergleichen ist absurd. Das Wort Verarbeitungsqualität ist in USA [...] mehr...
da lohnt weiter lesen nicht mehr. Deutsche Autos mit Starrachsen gibt es nicht mehr, so was wird nur noch in Amiland verbaut. Manche deutsche Autos insbesondere die kleinen BMW sind straff gefedert, das stimmt, aber harte Sitze [...] mehr...
Komisch, bei Lebensmitteln kann es für den Deutschen nicht billig genug sein, da wird auch gern mal Gammelfleisch gegrillt. Soll dann ein Eigenheim her, lässt man die Schwarzarbeiter aus Polen ran. Der Flatscreen ist das [...] mehr...
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