25 Jahre BMW M3: Protzig-prolliger Kraftmeier

Von Tom Grünweg

Er gehört auf den Altar der Schnellfahrer wie der Golf GTI oder der Porsche 911: Vor 25 Jahren präsentierte BMW den ersten M3. Pünktlich zum runden Geburtstag war SPIEGEL ONLINE noch einmal mit dem bayerischen Kraftmeier unterwegs und war von dem Auto begeistert.

BMW M3: Rasender Rentner
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Tom Grünweg

200 PS. Für einen normalen Dreier ist das heute allenfalls gehobenes Mittelmaß. Doch 1985 war die Begeisterung groß, als zum ersten Mal von einem derart motorisierten Sportmodell in der Mittelklasse die Rede war. Auf der IAA in Frankfurt gab vor 25 Jahren der M3 seinen Einstand und kam im Frühjahr drauf in den Handel. Wirklich volkstümlich war der Wagen auf Basis der Modellreihe E30 mit einem Grundpreis von 58.000 Mark zwar nicht, doch viel mehr Fahrspaß war damals für weniger Geld kaum zu bekommen.

Aber es war nicht nur sein 200 PS starker Vierzylinder mit 2,3 Litern Hubraum, der bei den BMW-Fans jenes vorauseilende Zucken im rechten Fuß auslöste, sondern es ist auch das protzig-prollige Design, das aus der Kraft keinen Hehl machte. Als "Political Correctness" noch ein Fremdwort war, musste man sich für reichlich Kraft unter der Haube nicht schämen. Deshalb trägt der M3 stolz einen Heckspoiler, der jedem Studenten als Bücherregal taugen würde und pralle Kotflügel.

Die Rechnung ging auf. Während der M3 auf der Rennstrecke zum erfolgreichsten Tourenwagen der Welt avancierte, entwickelte sich das Straßenmodell zum Bestseller: Allein von der ersten Generation verkaufte BMW17.970 Exemplare und hatte damit Grund genug, die eilige Erfolgsgeschichte fortzuschreiben: 1992 kam deshalb die zweite Auflage, die bereits 286 PS hat, 2000 startete mit 343 PS der dritte M3, und seit 2007 gibt es auch den aktuellen Dreier wieder mit einem Sportabzeichen aus Garching. Das summiert sich auf bislang rund 210.000 Autos.

Kaum zu vergleichen

Mit dem Fahrerlebnis des aktuellen Modells kann man die schnelle Spritztour mit dem rasenden Rentner kaum vergleichen - nicht umsonst hat der M3 heute mehr als doppelt so viel Kraft. Doch auch wenn beim aktuellen Modell die Elektronik jeden Fahrfehler ausbügelt, wird aus dem rasanten Kraftpaket ein vergleichsweise reizarmes Präzisionswerkzeug.

Am Steuer des Jubilars dagegen braucht man zum Schnellfahren noch ein bisschen Geschick, Kraft und vielleicht sogar ein wenig Mut: Ein ABS ist das einzige elektronische Regelsystem und der Schaltknauf hakelt sich nur von Hand durch die fünf Gänge.

Auf den ersten Metern wirkt der Veteran dabei noch ein wenig müde und rostig. Denn so recht in Fahrt will der rote Renner zunächst gar nicht kommen. Hat man den Motor jedoch auf über 5000 Touren gebracht, gibt es das flaue Gefühl in der Magengegend. Erst jenseits dieser magischen Marke nämlich, im vorletzten Viertel der Drehzahlskala, geht es richtig ab. Der Vierzylinder brüllt, die Hände werden ein wenig feucht und ungestüm jagt der M3 voran: In 6,7 Sekunden auf Tempo 100 und bis zu 235 km/h schnell - damit kann man noch immer Eindruck schinden.

Erinnerungen an Raumschiff Orion

Auch innen trennen die beiden Sportler Welten: Wo der aktuelle M3 ein rasendes Luxusappartement in Lack und Leder gibt, kommt sein Urahn aus einer anderen Zeit. Das Armaturenbrett ist eine graue Wüste aus kantig geschnittenem Kunststoff, der Bordcomputer hat Tasten so groß wie ein Taschenrechner, das damals fortschrittliche Diagnose-System "Check Control" am Dachhimmel erinnert ein wenig an Raumschiff Orion und in der Mittelkonsole gibt es tatsächlich noch die federnden Auswürfe für Musikkassetten, in denen es so oft Bandsalat gab.

Natürlich gehört der M3 heute fester denn je zur Dreier-Familie und kommt als erfolgreichstes Modell der M GmbH bei einer Jahresauflage von etwa 15.000 Exemplaren auf einen Produktionsanteil von zwei Dritteln. Doch mit dem Sportler von 1985 verbindet ihn nicht viel mehr aus der Name: Statt vier hat er nun acht Zylinder, der Hubraum ist auf 4,0 Liter gestiegen, und wo der erste M3 noch mit 200 PS auskommen musste, steht der neue mit 420 in der Liste.

Dafür allerdings muss er auch deutlich mehr schleppen: Statt 1200 Kilo bringt er jetzt 1605 Kilo auf die Waage, und selbst die abgespeckte Rennversion M3 GTS, die BMW zum Jubiläum aufgelegt hat und mit 450 PS für knapp 140.000 Euro verkauft, wirkt dagegen mit 1,5 Tonnen ein wenig pummelig. Doch nächstes Jahr kehrt die M GmbH mit einem heiß gemachten Einser zu den Wurzeln des M3 zurück, sagt Firmenchef Kay Segler: "Jung, frisch und erreichbar soll dieses 1er M Coupé für unsere Kunden sein. Und mit der Reduktion auf das Wesentliche versprechen wir genau jenes Gänsehaut-Gefühl, das vor 25 Jahren auch der erste M3 ausgelöst hat."

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insgesamt 15 Beiträge zum Forum...
Die neuesten Beiträge:
31.08.2010 von schmunzel1234: .

wobei man zugeben muss, dass der aktuelle M3 schon kreise um den E30 fährt. Die aktuelle sport auto hat einen großen test mit allen M3 gemacht. das der aktuelle M3 eigendlich eine mistkrücke ist, sieht man am besten daran das [...] mehr...

31.08.2010 von solarfighter: Es gab schönere

Damals, wie heute steht die M-Klasse für eine aufgetakelte Limousine. Für Käufer, die sich nicht trauen einen echten Sportwagen zu kaufen, oder einfach nicht das Geld dafür haben. Die ganze Spoilerbretter und [...] mehr...

30.08.2010 von 325i: Bmw M3

Ich halte den BMW E30 in allen Versionen und speziell als M3 für eines der besten Autos, das BMW je gebaut hat. So viel Fahrspaß, so viel Qualität, so eine perfekte Handlichkeit und Übersichtlichkeit hat BMW heutzutage leider [...] mehr...

30.08.2010 von felyxorez: m?

mal abgeshen daon das früher M Motoren was besonderes waren. Mitlerweile wird ja seid dem e39 ein gewöhlicher M62 Motor zb. eingebaut mehr...

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  • Datum: Montag 30.08.2010 | 09:09 Uhr
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Klassiker-Info

BMW M3 (E30)

Bauzeit: 1986-1991
Volumen: 17.970
Preis: 58.000 DM
Motor: Vierzylinder
Hubraum: 2302 ccm
Leistung: 147 kW/200 PS
Vmax: 235 km/h

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