Von Tom Grünweg
Das Image von Sport Utility Vehicles (SUV) ist hierzulande, das kann man immer wieder lesen, im Keller. Die klobigen Karren gelten vielen als Spritschlucker und Klimaschädlinge. Die öffentliche Wahrnehmung ist das eine - tatsächlich verkaufen sich SUV-Modelle derzeit wieder prächtig: Im vergangenen Jahr wurden in Deutschland rund 280.000 Geländewagen abgesetzt, rund 20.000 mehr als 2008. Und für die ersten sieben Monate des laufenden Jahres ermittelte das Kraftfahrtbundesamt erneut einen Zuwachs von 37,6 Prozent bei den Neuzulassungen.
Gänzlich ungeschoren blieb die Allrad-Klasse freilich nicht: Verantwortlich für den Boom sind die kleineren, so genannten Kompakt-SUVs; die dicken Offroader hingegen verkaufen sich bestenfalls schleppend. Gefragt sind Modelle im Format von VW Tiguan, Toyota RAV-4 oder Skoda Yeti. "Während noch vor ein paar Jahren die Kunden zu einem Mittelklasse-Kombi griffen, ist heute das kompakte SUV für viele das Wunschauto", sagt Göran Tamm, der deutsche Marketingchef der koreanischen Marke Kia.
In diesem Segment soll auch Tamms Neuer mitmischen, der Kia Sportage, der Mitte August zu Preisen ab knapp 20.000 Euro bei den Händlern steht. Die vorherige Generation des Wagens wurde noch als echter Gelände-Haudegen vermarktet. , Der Neue will einfach nur Allzweckauto für den Alltag sein. Allradantrieb etwa gibt es nur noch gegen Aufpreis (zwischen 1500 und 1800 Euro), und das Design erinnert an einen Van.
Die neue Form entstand unter der Federführung von Peter Schreyer, der früher bei Audi und VW arbeitete. Leitgedanke des Designs sei, so formuliert er es, die Nase eines Tigers. Die soll man sowohl im verchromten Kühlergrill, als auch im Zuschnitt von Frontscheibe und Dachansatz wieder erkennen. Ergänzend gibt es LED-Leisten fürs Tagfahrlicht und stark betonte Radläufe. Das Heck ist leider etwas seltsam geraten; die Scheibe wirkt zu klein für das viele Blech ringsum, und so wirkt sieht der Hintern trotz hübscher Rückleuchten sehr verquollen aus.
Neues Format, mehr Platz und orangefarbene Kringel
Neben der Form veränderte Kia auch das Format des Sportage. Die dritte Auflage der Baureihe - je nach Motorvariante bis zu 160 Kilogramm leichter als bislang - wurde um sechs Zentimeter niedriger, dafür aber um neun Zentimeter länger. Das wirkt sportlicher und vergrößert zudem den Innenraum. Auf den vorderen Plätzen sitzt man ausgesprochen bequem, die Rückbank ist auch für Erwachsene keine Zumutung und auch der Kofferraum wächst etwas. Er fasst nun 326 Liter bei stehender und 1353 Liter bei umgelegter Rücksitzlehne. Ein idealer Gepäckschlucker ist der Sportage aber nicht, dazu ist die Ladekante viel zu hoch.
Dem Interieur ist das Bemühen um Wohnlichkeit anzusehen. Auf Wunsch gibt es orangefarbene Kringel auf den Sitzbezügen und den Türverkleidungen. Und selbst wer weiterhin grau und schwarz bestellt, kann sich auf vergleichsweise hübsche Oberflächen und ein schmuckes Cockpit freuen.
Außerdem punktet Kia wieder mit einer üppigen Ausstattung: Sechs Airbags und ESP sind immer an Bord, und Extras wie ein schlüsselloses Startsystem oder ein Innenspiegel, der zugleich Monitor für die Rückfahrkamera oder das Navigationssystem ist sowie ein große Panoramadach gibt es ebenfalls. Das bieten nicht viele Konkurrenten.
Die sparsamen Motorvarianten folgen erst später
Unter der Haube jedoch gibt's nur Hausmannskost - zumindest vorläufig. Starten wird der Sportage mit zwei konventionellen Vierzylindermotoren, die beide auf zwei Liter Hubraum kommen und wahlweise mit einer sechsstufigen Automatik oder einem Schaltgetriebe gekoppelt werden, das beim Diesel sechs, beim Benziner aber nur fünf Gänge hat.
Der Ottomotor leistet 163 PS, der Diesel kommt auf 136 PS - die bessere Wahl ist letzterer. Zwar geht der Selbstzünder ziemlich lautstark ans Werk, doch er bringt den Wagen aufgrund des höheren Drehmoments besser in Schwung und der Verbrauch ist selbst in der ungünstigsten Kombination mit Allrad und Automatik niedriger als bei der sparsamsten Benziner-Version.
Später wird Kia nachlegen. Für klassische Kraftstoffknauser gibt es dann einen 1,7-Liter-Diesel mit 115 PS und für moderne Spritsparer den ersten Benzin-Direkteinspritzer der Marke. Der Motor mit 1,6 Liter Hubraum und 140 PS zielt auf die TSI-Aggregate von VW. Für beide Antriebe ist eine Start-Stopp-Automatik geplant, so dass der sparsamste Sportage auf einen CO2-Ausstoß von weniger als 140 g/km kommen soll. Bei VW wird man das nicht gerne hören - denn bislang gilt der Tiguan Blue Motion mit 139 g/km als SUV-Saubermann.
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Ich finde den Kia Sportage einen gelungener Neuanfang für Kia. Fehlt noch ein Motor der Spass macht, also >200Ps dann wird das ein Verkaufsschlager. Diese ganze Diskussionen um SUV und Co kann ich nicht mehr hören. [...] mehr...
Ich habe noch keinen Grand Cherokee gefahren; allerdings mit einem Disco einen richtigen Geländewagen, der hatte dann bei 170km/h geschwankt wie ein Wüstenschiff und dazu animiert doch etwas langsamer zu fahren. Meine [...] mehr...
... lassen Sie mich raten, die alten Vorurteile: Er stampft, schwimmt und schwankt? Schonmal einen Grand Cherokee WK gefahren? Nö ... Notfalls rennt er 200 ohne zu mucksen und das wie auf Schienen, wenn auch nur wenn ich auf's [...] mehr...
Ehrlich gesagt, würde ich diese Gurke auch nicht schneller als 120 km/h fahren wollen. Man kann durch eine sparsame Fahrweise sicher etwas Sprit sparen. Zumindest in den Ballungsräumen ist dies aber nicht wirklich realisierbar. [...] mehr...
Der Kia ist halt mehr vom gleichen. Hässlich bist grässlich und reiht sich ganz gut in die lange Linie von optisch umweltverschmutzenden Autos ein. Deutsche Krawallschüsseln machen die Fahrer aggressiv. Hart, eng, [...] mehr...
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