Von Tom Grünweg
Beide Autos bieten, unabhängig vom unterschiedlichen Stil, ein hohes Maß an Alltagskomfort. Das Platzangebot auf den vorderen Sitzen ist im Mercedes und Audi sehr ordentlich; im Fond geht es eingeschränkter zu, doch das liegt in der Natur eines Coupés. Vor- oder Nachteile ergeben sich jedoch weder für die Hinterbänkler des einen noch des anderen Modells. Die Oberflächenmaterialien in den Konkurrenten geben ebenfalls keinen Anlass zu Kritik - das wird man bei Preisen um 60.000 Euro aber auch erwarten dürfen.
Ähnlich ist auch die Fülle der Funktionen in den beiden Modellen. Im Grunde ist es viel zu viel, was man als Fahrer alles einstellen und regeln kann. Immerhin gibt es in beiden Autos einen zentralen Dreh-Drück-Schalter auf der Mittelkonsole, über den Klimaanlage, Navigationssystem und andere Komforteinrichtungen zentral gesteuert werden können.
Das E-Klasse-Coupé trumpft dann noch mit einigen Extras auf, die dem Audi fehlen. Zum Beispiel wird den Mercedes-Passagieren auf den Vordersitzen der Sicherheitsgurt von einem Teleskoparm gereicht. Und es gibt einen sogenannten Attention-Assist, ein Assistenzsystem, das den Fahrer beobachtet und bei ersten Anzeichen von Müdigkeit zu einer Pause mahnt.
So unterschiedlich der Auftritt beider Autos ist, so nahe kommen sie sich bei den technischen Daten. Der V8-Motor des E 500 leistet 387 PS und verbraucht 10,9 Liter im Schnitt, während Audi für den Achtzylindermotor des S5 eine Leistung von 353 PS und einen Verbrauch von 10,8 Litern ausweist. Und klar doch: 250 km/h schaffen beide Modelle mühelos. Beim Preis hingegen gibt es wieder einen deutlichen Unterschied. Der Audi S5 kostet ab 61.050 Euro (mit Sechsgang-Tiptronic), der Mercedes E 500 Coupé mindestens 66.997 Euro.
In Fahrt wird der Mercedes geschmeidig, der Audi eher ungestüm
Beim Fahren wiederum werden Unterschiede deutlich, die man im übertragenen Sinn auch als kantig und kurvig beschreiben könnte - allerdings mit gegenüber dem Design vertauschten Rollen. Denn in Fahrt ist der Mercedes das geschmeidigere Auto, ein gelassener Gleiter, dessen Automatikgetriebe sanft die Gänge sortiert und dessen Fahrwerk auch unebene Straßen glattbügelt. Das E-Klasse-Coupé ist etwas strammer abgestimmt als die Limousine, aber weit entfernt von einem Sportwagen ist der E 500 so etwas wie der Grandseigneur unter den Coupés. Und dass der Wagen, wenn es nötig ist, auch vehement losstürmen kann, versteht sich bei 387 PS von selbst.
Der Audi S5 hingegen ist nicht das Auto, mit dem man einfach so lässig dahinrollt - dieser Wagen will mit Verve gefahren werden. Er lässt den Heißsporn raushängen, giert nach Gas, hält sich mit Motorgebrüll keineswegs zurück und fordert vom Fahrer kraftvolles Zupacken am Lenkrad. Dazu passt die knackiger schaltende Automatik. Und wer das adaptive Fahrwerk auf Sport stellt, spürt augenblicklich auch jede noch so feine Unebenheit der Straße.
ENDSTAND
In der aktuellen Modellfolge ist das E-Klasse-Coupé das jüngere Auto, daher auch die neuen Assistenzsysteme. Der Wagen ist ein Coupé für Genießer. Mit dem zweitürigen E 500 muss man nichts mehr beweisen - der Wagen ist für sich genommen eine klare Ansage. Der Audi dagegen wird all jene begeistern, die gern und gern sportlich Autofahren. Und obwohl er schon ein paar Jahre mehr auf dem Heckdeckel hat als der Mercedes, ist er das frischere, jugendlichere Modell.
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