Von Jürgen Pander
Fahrzeuge wie Mercedes Viano oder VW T5 nehmen eine Zwitterstellung ein zwischen Pkw und Nutzfahrzeugen. Sie werden ja auch sowohl als Pkw, als auch als Nutzfahrzeuge verkauft und zugelassen. Mit dem Facelift des Mercedes Viano wird dieses Auto aber jetzt von sämtlichen Mercedes-Pkw-Händlern in Deutschland angeboten - die Zahl der Verkaufsstützpunkte erhöht sich damit um rund 300 auf insgesamt 1200 Betriebe. Für Mercedes ist das mehr als eine Ausweitung des Distributionsnetzes. Es zeigt, dass der Viano in Sachen Fahrkomfort und Ausstattung durchaus neben C-, E- oder S-Klasse bestehen kann.
Soweit die Theorie. Und nach einigen Kilometern im überarbeiteten Modell kann man die durchaus bestätigen. Der Viano, das im Prinzip baugleiche Nutzfahrzeug heißt Vito, fährt sich ausgesprochen ruhig und geschmeidig. Neue Versteifungen, Dämmungen und Dichtungen halten wirkungsvoller als bislang Motorgedröhn und Vibrationen von den Insassen fern. Er fährt sich auch sparsamer als bislang, was an neuen Motoren und einem aktuellen Sechsgang-Schaltgetriebe liegt. Und dazu fährt sich der Wagen komfortabler, weil zum Beispiel der Schalthebel und viele Tasten auf der Armaturentafel neu sind und das aufpreispflichtige, lederbezogene Lenkrad prima in der Hand liegt.
250 Millionen Euro flossen in den vergangenen drei Jahren in die Optimierung der Viano/Vito-Baureihe, die in der Mercedes-Fabrik im baskischen Vitoria-Gasteiz gebaut wird. Jetzt läuft dort die Produktion der überarbeiteten Modelle an. In den besten Jahren des bisherigen Modells, das vor knapp sieben Jahren auf den Markt kam, wurden per anno 90.000 Exemplare gebaut. Der neue Chef der Mercedes-Van-Sparte, Volker Mornhinweg, sagt, man fahre nach den Einbrüchen des Krisenjahres 2009 "wieder auf Erfolgskurs". Die Umsatzrendite liege gegenwärtig bei 5,2 Prozent.
Auch für Viano und Vito heißt es jetzt Spritsparen
Um diesen Kurs zu halten, setzt der neue Viano stärker als bislang auf Sparsamkeit. Alle neuen Motoren erfüllen die Euro-5-Abgasnorm, alle Varianten mit Dieselmotor sind serienmäßig mit der von Mercedes Blue-Efficiency genannten Spritspartechnik ausgerüstet. Dazu zählen unter anderem Start-Stopp-Funktion, rollwiderstandsarme Reifen, Schaltpunktanzeige, bedarfsgerecht gesteuerte Öl-, Kühlwasser- und Lenkhilfspumpe sowie eine neue Batteriesteuerung. Insgesamt lassen sich so nach Mercedes-Angaben zwischen 0,2 und 0,3 Liter Sprit sparen je 100 Kilometer - und ungefähr 6,6 Gramm CO2 je Kilometer.
Im Motorenangebot finden sich drei Diesel mit 136, 163 und 224 PS sowie ein 3,5-Liter-V6-Benziner mit 258 PS. "Sowohl Bleifußindianer als auch Easy Rider kommen so auf ihre Kosten", sagt Mornhinweg und man hört es mit gewissem Schrecken. Denn Kleinbusse, die mit Tempo 217 - das ist die Höchstgeschwindigkeit des Viano 3.5 V6 - über die linke Spur pfeilen, sind weniger ein Spaß für Bleifußindianer, als ein Fall für Häuptling Blitzauge.
Ein unaufgeregter, sehr präsenter Dieselmotor
Bei unserer Testfahrt ging es dann auch nicht um Vollgasorgien, sondern um das Ausprobieren des 2,2-Liter-Diesel-Vierzylinders mit 163 PS. Das Model mit Hinterradantrieb verbraucht, in Kombination mit der Fünfgang-Automatik (Aufpreis 2206 Euro), im Schnitt acht Liter, der CO2-Ausstoß liegt damit bei 211 Gramm. Das sind keine umwerfenden Werte an sich, für ein Auto dieser Größe und mit diesem Alltagsnutzen aber respektabel.
A propos Alltagsnutzen. Den Viano gibt es in drei Längen (4,76 Meter, 5,00 Meter, 5,24 Meter), die maximale Zuladung variiert je nach Variante von 720 bis 1020 Kilogramm. Was die Innenraumgestaltung betrifft, gibt es kaum Schranken. Im Fond lassen sich zwei Dreier-Sitzbänke installieren (je 441 Euro), es gibt auch für die linke Seite eine Schiebetür (785 Euro) sowie spezielle Klappboxen oder einen Klapptisch. Und natürlich gibt's weiterhin den Campingbus Marco Polo, der in China zum In-Mobil avancierte, seit Filmstars und Geschäftsmagnaten die rollende Minisuite für sich entdeckt haben.
Der große Mercedes-Van hat auch in London eine neue Aufgabe gefunden. Dort sind 600 Modelle als so genannte Black Cabs unterwegs - also als klassische London-Taxis. Zu diesem Zweck baut eine englische Firma den Vito Kombi taxitauglich um und setzt vor allem eine Hinterachslenkung ein. Denn der Wendekreis von in London zugelassenen Taxis darf nicht größer sein als der alte Kutschenradius - und das sind 8,53 Meter. Ohne Hinterachslenkung sind es beim Vito Kombi aber 11,80 Meter.
Viano mit Elektroantrieb
Ein weitaus größerer Zukunftsmarkt dürfte die Elektrifizierung des Antriebs sein. In der Fabrik in Vitoria-Gasteiz läuft in diesen Wochen inmitten der normalen Produktion der Bau einer Kleinserie von Vito E-Cell an. Die Modelle werden von einer Elektromaschine mit 60 kW angetrieben, die Energie stammt aus einem 36 kWh großen Lithium-Ionen-Akku, womit eine Reichweite von rund 130 Kilometern möglich wird.
Bis die E-Cell-Technik jedoch im breiten Serieneinsatz verfügbar sein wird, dürften noch einige Jahre vergehen. So lange wird der Mercedes Viano weiter dem VW-Bus auf den Fersen sein.
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Viano besser ? Wollte mir im Frühling einen 1-2jährigen Viano kaufen. Nach dem Studium diverser Forum habe ich davon WEIT Abstand genommen. Was ich da über sich rasch ausbreitenden Rost bereits kurz nach Neukauf und auch [...] mehr...
Mal sehen ob der nächste ein T5 wird.[/QUOTE] Ich bin selber seit 2 1/2 Jahren Besitzer eines T 5 Multivan. Der (sehr teure) Bus bekommt von mir die Note 2-3. Platz, Verarbeitung, Verbrauch gut, Qualität der Elektrik [...] mehr...
ist glaube ich noch schlimmer als der Viano. Klappern, Rost, Dauer-Aufenthalt bei VW, Softwareprobleme... Katastrophe! Beruflich habe ich gelegentlich mit dem Allrader-Viano zu tun. Da hat man wenigstens nicht die [...] mehr...
Wenigstens wird der Viano nun als PKW behandelt. Mein Viano sah nach der Inspektion, die fast 1000€ gekostet hat aus, als wenn ihn Hobbyschrauber zwischen die Finger bekommen haben...überall Ölbekleckert! Den grössten Nachteil [...] mehr...
Fahre einen 12/2007er Viano 3.0 CDI und ärgere mich jeden Tag wenn ich in diesen Wagen steige. Alles klappert, nach 40000km war die Vorderachse ausgeschlagen, Heckklappe rostet, Stuhlbezug bricht und reist ein. Und der Verbrauch, [...] mehr...
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